Die einzelnen Nahrungsmittel.
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Eine solche Lockerung lässt sich nun beim Brotteig erreichen durch im
Innern desselben entwickelte Gase und zwar deshalb, weil der Teig stark zu
sammenbäckt, so dass die Gase nicht glatt entweichen, sondern die zähe Masse
nur auseinandertreiben. Kleberfreie, nicht backende Mehle sind zur Brotberei
tung ungeeignet.
Das Gas kann bei sehr zäher Masse Wasserdampf sein. Brot wird dadurch
nur, wenn es viel Eiweiss enthält, etwas gelockert (Graham-Brot). Meist be
nutzt man Kohlensäure, die entweder aus mineralischem Material entwickelt
wird, z. B. Natron bicarbonicum + Salzsäure; oder Liebig-Horsford’s Backmehl,
bestehend aus saurem Calciumphosphat und Natrium bicarb.; oder Natr. bicarb. +
Weinsäure; oder Ammoniumcarbonat (Hirschhornsalz). Es kann auch die aus
Mineralien entwickelte Kohlensäure durch Maschinen, welchen ausserdem die
ganze Bereitung des Teiges obliegt, in das zum Backen verwendete Wasser
und somit in den Teig eingepresst werden (Datjglisch’s Verfahren).
Gewöhnlich benützt man Hefe oder Sauerteig, erstere in Form der
Presshefe (s. S. 25), mit zahlreichen Bakterien verunreinigt. Der Sauerteig stellt
eine noch unreinere, oft vorwiegend aus Spaltpilzen bestehende Hefe dar,
die von Tag zu Tag auf bewahrt wird. Beide werden in folgender Weise
verwendet: 3 Theile Mehl werden mit 2 Theilen Wasser von 42° ange
mengt, so dass der Teig eine Temperatur von 33° zeigt. Es kommt dann
zunächst ein in den Getreidekörnern enthaltenes diastatisches Ferment zur Wir
kung, welches die Stärke theilweise in Dextrin und Maltose überführt. Durch
Zumengen der Hefe resp. des Sauerteigs wird nun die Maltose in Gährung ver
setzt, es entsteht reichlich Kohlensäure, daneben Alkohol und verschiedene
andere Produkte. Vorzugsweise scheint bei dieser Gährung die Hefe betheiligt
zu sein; von Spaltpilzen namentlich der durch starke C0 2 -Bildung ausgezeich
nete, zur Coli-Gruppe gehörige Bac. levans. Beim Sauerteig entsteht nebenbei
viel Essigsäure und Milchsäure. — In 2—12 Stunden ist der Teig aufgegangen;
er wird dann bei 200 bis 270° 30—80 Minuten lang gebacken.
Beim Backen des Brotes verdunstet ein Theil des zugefügten
Wassers, so dass aus 100 Theilen Mehl 120—135 Theile Brot hervor
gehen. Ferner geht durch die Gährung 1—2 Procent der festen Sub
stanz verloren. Die Fermente werden durch die Backhitze vollständig
auch im Innern des Brotes getödtet. Die Stärke und die Eiweisskörner
sind nach dem Backen wesentlich verändert, erstere zum Theil in
Kleister, theils in Dextrin und Gummi verwandelt; das Pflanzenalbumin
und der Kleber ist in den geronnenen unlöslichen Zustand übergeführt.
Dabei bildet das Brot eine poröse, lockere Masse, die sehr leicht von
den Verdauungssäften durchdrungen wird.
In Folge von mangelhaftem Durchhitzen bleiben schliffige Stellen
zurück mit zu viel Wasser und ungeronnenem Protein. — Beim Liegen
wird das Brot rasch altbacken. Diese Aenderung ist nicht etwa durch
Wasserverlust bedingt. Denn wenn man solches Brot auf 70° erwärmt,
wird es wieder frischem Brot ähnlich. Wahrscheinlich findet eine mole-
culare Aenderung und eine innigere Verbindung des Wassers beim
Liegen des Brotes statt, die beim Erwärmen wieder gelöst wird. Lagert