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4. Der Staat der Lakedaemonier. ($ 92.) 103
srhielten die Könige die Häute und im Felde auch die Rückenstücke von
len Opfertieren, dann von jedem Sauwurfe ein Ferkel und einen beträcht-
ichen Anteil an der Kriegsbeute.!) Nahmen sie an den Phiditien teil,
‚9 wurden ihnen von allem doppelte Portionen gereicht, blieben sie. zu
Tause, so wurden ihnen zwei Choinikes Gerstenmehl und eine Kotyle Wein
„ugeschickt.?)
MüLLER, Dorier II 93 ff.; GABRIEL, De magistratibus Lacedaemoniorum (Berlin 1845)
ff.; Kopstapt, De rerum Laconicarum etc. origine et indole (Greifswald 1849) 94 ff.;
\UERBACH, De Lacedaemoniorum regibus, Berlin ‘1863 Diss.; C. WAcHsMuTH, Über den
Jrsprung des Doppelkönigtums in Sparta, Jahrb. f. kl. Philol. 97/8 (1868) 1 ff.; SCHÖMANN,
3x Altert. 1? 237 ff.; ScCHENKL, Antiquitatum Laconicarum Zbelli II, Rivist. de filol. IL
1874) 353 ff.; GILBERT, Gr. Altert. I] 44 ff.; FLEISCHANDERL a. a. O. 48 ff. — Nızsg, Hist,
Zeitsch. 62 (1889) 60 ff.
g. Die Gerusia.
92. Die Könige waren in älterer Zeit bei der Leitung der Staats-
zeschäfte in allen wichtigen Fällen an den Beirat der Geronten gebunden,
juf deren Zustimmung auch der homerische König Rücksicht zu nehmen
„atte. Die Gerusia bestand aus 28 Ältesten. Ausserdem hatten noch die
jeiden Könige im Rate Sitz und Stimme. Blieben sie von der Sitzung
fort, so konnten sie ihre Stimmen durch einen der ihnen nächstverwandten
Zeronten abgeben lassen.?)
Die Geronten wurden von der Bürgerschaft aus den Angehörigen
siner Anzahl vornehmer Geschlechter gewählt.‘) Das Wahlverfahren, bei
jem die Stärke des Geschreis für einen Kandidaten den Ausschlag gab,
ot dem Zufalle und Intriguen einen weiten Spielraum. Aristoteles nennt
3 kindisch.5) Wählbar waren nur Männer, die das sechzigste Lebensjahr
zollendet und somit das felddienstfähige Alter überschritten hatten. Das
Amt war ein lebenslängliches und unverantwortliches.‘)
Die Gerusia beriet über alle wichtigen Staatsangelegenheiten und
"asste Vorbeschlüsse über diejenigen, welche die Könige der Gemeinde-
versammlung zu unterbreiten hatten.’) Sie scheint das Recht beansprucht
zu haben, im Verein mit den Königen von einem „schiefen“ Beschlusse
der Gemeinde abzugehen.®)
Mit dieser wichtigen Stellung eines beratenden und beschliessenden
Staatsrates, welche die Gerusia bis in das dritte Jahrhundert hinein be-
aauptete,*) verband sie die Funktionen eines Kriminalgerichtshofes, von
ı) Hat. VI 56; Xen. a. a. O.; vgl. Hdt.
X 81; Phylarch. b. Polyb. II 62.
2) Haft. VI 57; Xen. St. d. Laked. XV 4.
Eine Choinix (nach dem in Sparta gebräuch-
ichen aeginaeischen Masse gleich 1'/2, nach
ıttischem gleich 1!ı0 Liter) enthielt nach
zriechischer Anschauung das Mass, welches
in Mann zur täglichen Ernährung mindestens
brauchte. Hat. VII 187. Die in Sphakteria
singeschlossenen Spartiaten erhielten täglich
zwei attische Choinikes Mehl und zwei Kotylen
'attisch: 0,27 Liter; aeginaeisch: 0,38 Liter)
Wein, die Diener die Hälfte davon. Thuk.
.V 16.
3) Hat. VI 57; Thuk. I 20; Plut. Lyk. 5
Zlat. Nom. IM 691.
4) Aristot. Pol. VIII (V) 5 (6) 8; vgl.
II 7 (10) 3; 6 (9) 15; Polyb. VI 10.
5) Aristot. IL 6 (9) 18; Plut. Lyk. 26.
6) Aristot. u. Plut. a. a. O.; Polyb. VI
45, 2.
7) Angebliche Rhetra bei Plut. Lyk. 6;
vgl. Tyrtaios Frgm. 4 BERGE, P. L. Gr. II*
S. 10.
8) Angebliche Rhetra bei Plut. Lyk. 6.
Vgl. Tyrtaios Frgm. 4.
9) Plut. Agis. 11: 7oUs y&EQOVTAS ofs t6
codtos Hr Ev TO nooßovlEELV, Isokt. Panath.
54: tüv 10V yegdvTWV AlOECW TOV EMLOTE-
:oUrtwWV Ünacl TOls NOCyLAOL; Demosth. 8.
‚ept. 107; Polyb. VI 45, 5; vgl. Aesch. g.
\“march. 180: Plut. Ages. 4; Dion. Hal. 1114,