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V. Bewegliche Drücken. 485
fällige Constructionsabsicht von Lüders genügend zur Anschauung ;
wir können nämlich bemerken, wie der nur in untergeordneter Weise
mit den Brückenträgern verbundene Drehzapfen wesentlich nur
zur Führung und die Drehung durch konische Laufräder vermittelt
wird; der Rollkranz ist gezahnt und ruht auf einem Röhrenpfeiler.
B. Drehbrücken mit festen Zapfen und ohne Rollkranz.
Die schon früher geschilderten Uebelstände der Umständ-
lichkeit der Bewegung von Drehbrücken auf Rollkränzen und der
vermehrten Reibung bei Senkungen des Kranzes und bei Abschliff
den Rollen, sowie die unter Umständen auftretenden erheblichen
Kosten haben, wie wir bereits erwähnten, schon in älterer Zeit
zu dem Wunsche geführt, Drehbrücken zu construiren, deren Last
ausschliesslich oder doch erheblieh vorwiegend auf dem Drehzapfen
ruht, und bei denen die Stützung dureh Rollen ganz untergeordnet
erscheint.
Dieses Streben ist durchaus nieht mit einem Male verwirk-
lichet worden. Anfänglich stellte man, wie dies Teiehmann schon
1812 bei der Antwerpener Brücke gethan, den Zapfen vom Hause
aus etwas hoch, später hob man ihn, wie dies schon 1853 bei der
&eestebrücke und 1861 bei der Geestemündener Haupteanalbrücke
der Fall war, durch Keile, wobei dem Rollkranze aber immer noch
ein bedeutender Theil der ganzen Brückenlast aufgelegt wurde.
Erst in der neueren Zeit und wie es scheint, erst in den Sech-
ziger Jahren, construirten die niederländischen Ingenieure,
welehe das Gebiet der Drehbrücken von jeher ganz
wesentlich eultivirt haben, ihre Drehbrücken derart, dass
die ganze Last der Brücke auf den Zapfen traf und die etwa vor-
handenen Rollen nur ein seitliches Kippen der Brücke zu ver-
hindern hatten. Die von den Holländern hierbei angebahnte Con-
struetion ist durch die zwischen 1866 und 1872 erbaute Oude-
Maas-Brücke bei Dortrecht, welehe wir als Ausstellungsobjeet noch
zu schildern haben werden, genügend gekennzeichnet.
Eine andere unter den hauptsächliehen Lösungen der Aufgabe,
bloss den Drehzapfen tragen zu lassen, hat Lüders in seinem
ebenfalls zur Ausstellung gebrachten und weiter unten noch zu be-
sprechenden Projeete einer Ueberbrückung des Lümfjord zwischen
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