Full text: Chirurgische Instrumente (Heft 31)

  
   
Inftrumente für Laryngofkopie und Rhinofkopie. 
aus. Denn dort, wo z. B. Bruns zu einem Hefte zehnerlei Anfatzenden für Aetzun- 
gen an verfchiedenen Stellen des Kehlkopfs bedarf, genügt das Eine Schrötter’fche 
Inftrument, welches, weil es biegfam und der eigentliche Aetzftab drehbar itt, 
Aetzungen an allen möglichen Localitäten geftattet. So fchön die Deckungsröhre 
bei dem Inftrumente von Bruns auch gearbeitet ift, fo ift fie doch um ein Bedeu: 
tendes complicirter, daher fchwerer rein zu halten und theurer. 
Nun folgt die grofse und am weiteften ausgebildete Reihe von Inftrumenten 
zur Unterfuchung Entfernung von Ne »ubildunge n und fremden Körpern aus 
dem Schlunde und dem Kehlkopfe. Es würde zu weit führen, wollte man diefe 
alle aufzählen; es foll hier nur auf folgende Punkte aufmerkfam gemacht werden: 
Am zweckmäfsigften müffen offenbar jene Inftrumente erfcheinen, die bei gleicher 
Sicherheit in der Handhabung die gröfste Anwendung in Bezug auf Verfchieden- 
heit des Sitzes der Gefchwulft und auf Gröfsenverhältniffe des betreffenden Indi- 
vic Iuums geftatten, und bei alledem einfacher und billiger find als andere. — 
Allen diefen Anforderungen genügen die Inftrumente der Wiener Schule, wie fie 
zuerft von Türck angegeben und gegenwärtig von H. Reiner in ausgezeichneter 
Weife, mit we lichen Modificationen von Schrötter ausgeführt werden. Diefe 
Inftrumente haben nämlich alle einen nicht zu kleinen und fich darum bequem in 
die Hand legenden Griff, eine mit doppelter Krümmung verfehene Röhre, in 
welcher der zu deckende eigentliche Operationstheil mittelft einfachen, Knopfes 
verfchoben wird. Die eine der erwähnten Krümmungen, die in horizontaler Ebene 
angebracht ift und fich nach rückwärts befindet, hat den grofsen Vortheil, dafs 
dadurch die Hand des Operateurs von der Mundöffnung des Kranken wegkommt, 
und das Licht gut einfallen kann. Die zweite am vorderen Ende des Inftrumentes 
in verticaler Ebene angebrachte Krümmung hat den Zweck, da diefer Theil 
biegfam ift, das Inftrument dem Baue verfchiedener Individuen nach Gröfse etc 
accommodiren zu können. Der Vortheil kann nicht einfacher gefchildert 
werden, als wenn ich fage, dafs dort, wo Schrötter ein einziges solches 
Inftrument nothwendig hat, Mackenzie in London deren achtzehn, Fauvel in Paris 
deren nicht viel weniger brauchen, die aber alle von Stahl und fomit vollkommen 
unbiegfam find. Die doppelte Krümmung der Wiener Inftrumente ift allerdings 
für das Unterbringen in Etuis unbequem, das Auseinandernehmen derfelben 
und Einbringen anderer Blätter durch Einfchrauben nach Türck mühfam und zeit- 
raubend; durch die Verbefferungen von Schrötter jedoch find alle diefe Nach- 
theile vollkommen überwunden. Denn es wird das Auseinandernehmen der Inftru- 
mente und Einpaffen neuer Blätter durch eine einfache fägeförmige Zähnung 
beider Endtheile in ebenfo ficherer als fchneller Weife before Eine andere, ganz 
wefentliche Verbefferung ift die von H. Reiner angegebene finnreiche Methode, 
mittelft welcher die Drehung des Endtheiles der Inftrumente bewirkt werden kann. 
Schon Mackenzie hat eine Pincette angegeben, bei welcher bei einfacher Krüm- 
mung (Endkrümmung in verticaler Ebens, Inftrument von Stahl) die Drehung der 
Pincettenbranchen durch eine von Mayer & Meltzerungemein fchön gearbeitete 
in der Deckungsröhre befindliche Kette bewirkt wird. Bei Reiner aber wird bei 
doppelter Krümmung des Inftrumentes dasfelbe in viel einfacherer Weife 
dadurch erreicht, dafs der drehbare Stab, an welchem die Pincettenbranchen ange- 
bracht find, fich nach vorne verjüngt und von der Verjüngungsftelle bis zur eigent- 
lichen Pincette hin, ein an den genannten Stellen angelötheter feiner Draht fpiralig 
herumgewunden ift. Es verfte Me fich von felbft, dafs en fe finnreiche Idee für alle 
ähnlichen Inftrumente verwerthet werden kann. 
Es mufs befonders betont werden, dafs es gar keinem Zweifel unterliegt, 
dafs fich diefelbe Operation in gleich gelungener Weife mit ganz verfehiedenen 
Inftrumenten ausführen läfst, dafs jeder Erfinder Lieblingsinftrumente haben 
wird, und zwar e: ınz berechtigt, indem er eben mit denfelben Operationen aus- 
geführt hat, die von anderen Aerzten mit von ihnen angegebenen „allein felig 
machenden*“ ift 
  
le wurden, Es daher eine principielle Beurtheilung der 
    
      
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
    
   
  
   
   
   
   
   
  
   
   
   
   
    
    
   
  
    
    
   
   
  
    
   
  
   
  
   
   
   
  
  
   
   
   
  
     
   
   
   
    
      
	        
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