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1521 Dachþappe — Daege
Dahl — Dahn 1522
11/, Stunde weſtl. von Kasx Dachel. Neben dieſem etwa 6000 E.
zählenden Hauptort der Daſe, giebt es noch 14 kleinereOrtſchaſten. —
Vgl. G. Rohlfs, „Drei Monate in der Libyſchen Wüſte“ (Kaſſel 1875);
Zittel, „Briefe aus der Libyſchen Wüſte“ (München 1875) u. Jordan,
„Phyſiſche Geographie der Libyſchen Wüſte“ (Kaſſel 1876). Seit der
Ausbreitung des Jslams über das nördl. Afrika ſcheint D. zum erſten
Male von Europäern 1818 u. 1820 durch Fr. Cailliaud beſucht
worden zu ſein. Ende 1818 folgte ihm Drovetti, 1819A.Edmon-=-
ſtone, ſowie nach den auf erwähnter Tempelruine gemachten Namen-
inſchriſten, J. Hyde, H. Houghton, Roſingana u. Kyriako Rebhoh eben-
falls im JF. 1819 u. einFr. Müller 1824. Diegründlichſte Erforſchung
erfuhraberD.1873/74dur<G.R o hlfs' Libyſche Wüſten-Expedition.
Dachpappe, ein Material zum Dachde>en, das fabrikmäßig dadurch
erzeugt wird, daß man ordinäre Pappe ohne Ende aus langfaſerigem
Zeug (Wollfäden, Sacklumpen) mit heißemSteinkohlentheer(Theer-
pappe) tränkt, wovon dieſelbe etwa das 1/,fahe auſnimmt. Die
Tränkung erfolgt am zwe>mäßigſten in einem Apparat, beſtehend aus
einem eiſernen heizbaren Trog zur Aufnahme des Theers u. aus einem
über dem Trog liegenden Walzenpaar zum Auspreſſen des überflüſſigen
Theerd. Indem man die endlofe Bappe unter einer in dem Trog an-
gebrachten Walze durch den erwärmten Theer, dann durch die Preß-
walzen laufen läßt, wird das Fabrifat zugleich verdichtet. Durch Auf-
ſtreuen von feinem Kies (Steinpappe) verhindert man das Zuſam-
menkleben der zu Rollen aufgewi>elten D.
Daerydium Sol. (Harzeibe), zu den Podocarpeae, einer Fa-
milie der Nadelhölzer, gehörende Pflanzengattung. D. cupressi-
num Sol., die Rimuharz=Eibe, ein ftattlicher, in Neuſeeland wach-
fender Baum mit lang herabhängenden Aeften, liefert ein ſehr hartes
u. daher hochgeſhäßtes Nubßholz, desgleichen D. elatum Wall., die
auf den Bergen Sumatra’3 2c.vorfommende®ambinurharz-Eibe,
die neuſeeländiſche Eolenfo’8 Harzeibe (D. Colensoi Hook.),
deren Holz in ſehr hohem Preiſe ſteht, u. D. Franklini Hook., die
in Vandiemensland, an den Ufern des Hudſon-Fluſſes 2c. wachſende
Franklin's Harzeibe, deren Holz. beſ. zum Schiſſsbau geſucht iſt.
Dactylis L. (Knaulgras), Grasgattung aus der Gruppe der
Festucaceae, deren Arten wichtige Futtergräſer ſind. D. glome-
rata L., das gemeine Knaulgras (rauhes Hundsgras, Stogras), ein
in der gemäßigten Zone von Europa, Nordafrika, Nordaſien u. Nord-
amerifa einheimifches, häufig auf trodenen Wiejen, in Wäldern,
Gebüſchen, an A>errändern wild vorkommendes u. auf Weidelän-
dereien häufig au8geſäetes, ausdauerndes Gras, eignet ſih zur Be-
weidung u. zum Abmähen, giebt 3—4 Schnitte eines blattreichen
Futters, ſaugt den Boden weniger als viele andere Gräſer aus u. ge-
deiht auf allen Bodenarten gut. Günſtigſte Ausſaatzeit im Herbſt;
Mähen hat vor Beginn der Blüte zu erfolgen; Heuertrag 42°/, der
frifchen Pflanzen. Durchfehnittsertrag pro Hektar etwa 34000 kg
Gras, 15300 ke Heu u. 12—15 kg Samen. Das ſpan. Knaul-
gras, eine von Noth unter dem Namen D. hispaniea als ſelbſtändige
Art auſgeſtellte Varietät des vorigen, iſt bis jeht in Deutſchland nur
ſehr ſelten kultivirt anzutreffen. — D. caespitosa Forst., das
Tuſſo>gras, welches von den Falklandsinſeln ſtammt, hat die
großen darauf geſeßten Hoffnungen nicht erfüllt; in England u. Jrland
angeſtellte Verſuche ergaben, daß es nur dicht an der Küſte im Bereiche
des Salzwaſſers mit Erfolg zu bauen iſt. Wegen ſeines hohen Zu>ker-
gehaltes wird es vom Vieh gern geſreſſen.
Dactyloténium aegyptiacum W. (Fingerkammgras,
Muſchelgras), ein in Aegypten, Sizilien, Oſt- u. Weſtindien vor-
fommendes Gras, hat eßbare Früchte, die medizin. in Gebrauch ſind.
Daedalea (Eihenfhwamm), Pilzgattung aus der Familie der
Polyporei; D. quereina, der gemeine Eihenfhwamm od. La=
byrinthſ<hwamm, färbt das Eichenholz grau. Hier u. da wird er
als blutſtillendes Mittel u. als Zunder gebraucht.
Daege, Eduard, Maler, geb. 10. April 1805 zu Berlin, bezog
Oſtern 1820 die dort. Akademie, 1822 traterunter beſonderer Leitung
des Prof. Niedlich u. bald nachher in das Atelier Wach's. Sein erſtes
Bild war eine Figur des Apoſtels Paulus. Durch kleinere künſtleriſche
Arbeiten, ſowie durch Unterricht im Zeichnen erwarb er ſich die Mittel
zu einer Studienreiſe nah Jtalien, wohin er 1832 mitC.E. Biermann
Lexikon der Gegenwart. I.
u. zwei anderen Genoſſen ging. 1838 zurückgekehrt, ließ er ſih in
Berlin ſelbſtändig nieder u. wurde 1835 zum ord. Mitglied der Aka-
demie gewählt. Seit 1838 Lehrer an der Anſtalt u. ſeit 1840 Prof.,
ward er na dem Tode Herbig's 1861 mit der Führung der Direkto-
rialgeſchäfte beauftragt u. verwaltetein dieſer Eigenſchaft die Wagener-
ſhe Sammlung u. die kgl. Nationalgalerie, bis er 1875 unter Fort-
führung ſeines Amtes als Mitglied des Senats in den Nuheſtand trat.
D.S fünftlerifche Neigung wurde durd) Wach's Einfluß beſtimmt u.
war von vornherein aufdas Ernſthiſtoriſche gerichtet. SeineLieblings-
gebiete ſind die der bibl. u. mytholog. Welt, auf welcher er mit An-
ſtrengung u. Liebe thätig war, bis die überhandunehmenden amtlichen
Obliegenheiten die künſtler. Arbeit unterbrachen. Zwei den Runit-
charakter D.'s bei. feharf u. erichöpfend ausprägende Bilder befißt von
ihm die Berliner Nationalgalerie, einen „Meßner“ (mit dem Chor-
fnaben im Begriff, ein Gewäſſer zu überſchreiten) u. eine mytholog.
Kompoſition: „Die Erfindung der Malerei“ (geſtochen von Mandel
für die Bilderſammlung des Vereins preuß. Kunſtfreunde).
Dahl, Johannes Siegwald, Thiermaler, geb. 16. Aug. 1827
zu Dresden, wo er von ſeinem Vater, dem Landſchaftsmaler Joh.
Chriſt. Clauſen D. (geb. 1788 zu Bergen in Norwegen, geſt. 1857
zu Dresden), den erſten Unterrichtempfing. DieRichtung auf ſein gegen-
wärtige3 Fach empfing er von dem Thiermaler W. Wegener. Nachdem
D.1843— 45 Schüler der Dresdener Afademiegemejen,ginger1851
nach London, um ſih dort unter Landſeer, dem berühmteſten engl.
Thiermaler, weiter zu bilden. Bon da aus befuchteermehrmals Bari,
bei. aber Norwegen, deffenNatur er auch malerifch wiederzugeben ſuchte.
Als Hauptbilder D.’3 gelten: „Hunde mit Papagei u. Kannichen“ (zu
Osfarhallbei Chriſtiania), der „Fehlſ<uß“ (einReh mit Kalb), „Nor-
wegiſche Ueberfahrtsſcene “ (beide in der Dresdener Galerie) , der
„Leierkaſtenmann mit ſeinem Hund “ (in Edinburg), „Ein Fuchs
ichleicht an wilde Enten heran“, „Die vertriebenen Schooshündchen“,
„Schlittenfahrt über einen Fjord“, die „Afffengeſellſchaft 2c.“
Dahlerup, Jens Wilhelm, tücht. dän. Architekt, geb. 4. Aug.
1836, iſt Mitglied der Kopenhag. Kunſtakademie u. Titularprofeſſor.
Sein Hauptwerk iſt das 1872—74 gemeinſam mit Dve Peterſen er-
baute neue Theater in Kopenhagen.
Dahn, Friedrich, Schauſpieler, geb. 18. April 1811 in Berlin,
betrat daſelbſt 1829 am Königſtädtiſchen Theater die Bühne u. war in
der Folge 1830 in Breslau, 1831— 34 in Hamburg (hier wie dort
am Stadttheater) engagirt u. ging 1834 nah München, wo eramHof-
theater, nachdem ex früher jugendliche Liebhaber u. Helden gegeben,
noch heute in Heldenväter- u. Charakterrollen thätig iſt. Wie früher
Don Carlos, Mortimer 2c., gehörten ſpäter Lear, Wallenſtein, Dber-
förſter2c. zu ſeinen beſten Rollen. Nach der Trennung von ſeiner erſten
Gattin Konſtanze geb. Le Gaye, die, geb. 12. Juni 1814 zu Kaſſel,
ſeit 1829 in Hamburg, ſeit 1843—65 als angeſehene Schauſpielerin
inMünchen wirkte, heiratheteer 1853 Marie Hausmann, jeßtunter
dem Namen Dahn-Hausmann bekanrit, die, 17. Juni 1830 zuWien
geb., 1845 in Mannheimdebütirte, 1847—49 in Frankfurtam Stadt-
theater engagirt war u. ſeit 1849 am Münchener Hoſtheater thätig iſt.
Nachdem ſie früher als erſte Liebhaberin im Trauer-, Schau- u. Luſt-
ſpiel (Gretchen, Jane Eyre 2c.) geſpielt, glänzt ſie jezt in Charakter-
rollen (Claudia, alte Felden 2c.). — Ludwig D., Sohn von Friedrich
u. Ronftanze D., geb. 12. März 1843 zu München, ging nach Aufgabe
einer urſprünglich eingeſchlagenen Kaufmannskarriere 1859 ebenfalls
zur Bühne u. gehörte 1860 dem Münchener, dann dem Weimariſchen
u. Berliner u. ſeit 1873 dem Petersburger deutſchen Hoftheater an, bis
er 1878 nad) München zurücfehrte. Helden u. Liebhaber finden in
ihm einen gediegenen Vertreter. — Zu größerem Ruf als er hat es ſein
älterer Bruder Felix D. gebracht, der, 9. Febr. 1834 in Hamburg
geb., heute zu den namhaftejten belletriftifchen u. re<htswiſſenſchaftl.
wie gefchichtl. Schriftſtellern gehört. Nach dem Beſuch der Lateinſchule
u. des Gymnaſiums ſtudirte D. 1850—52 in München, 1852—58
inBerlin u. 1854 wieder in München die Rechte, wurde 1855 zum
Dr. jur. promovirt, machte dann am Münchener Land- u. Stadtgericht
eine 2jähr. Praxis durch, beſtand 1856 das Staatsexamen u. habili-
tirte ſih 1857 in München als Privatdozent für deutſches Recht u.
Rechtsphiloſophie. 1862 zum außerord., 1864 zum ord. ‘Prof. in
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