heim von England« und als leßtes Werk den » Per:
ceval oder Conte del Graal«, der zu Wolframs »Par-
zival« im einer nicht völlig aufgehellten Beziehung
ſteht. Das lette Werk, das im Auftrag des Grafen
Philipp unternommen wurde und unvollendet blieb,
wurde nach Chriſtians Tode von mehreren Dichtern
fortgefeßt. In feiner Gefamtausgabe von Chriſtians
Werfen hat W. Förſter den »Erec«, »Cligé8« und
»Yvain« erſcheinen laſſen (Halle 1884 — 90). Der
»Sancelot« ijt von Jondbloet (Haag 1850), der »Wil-
helm« von Michel (in Band 8 der »Chroniques anglo-
normandes«), der »Perceval« von Potvin (Mons
1867—72, 6 Bde.) herausgegeben. Vgl. Holland,
Creſtien von Troies, eine litterargeſchichtliche Unter-
ſu<hung (Tübing. 1854); Potvin, Bibliographie de
Chrestien de Troyes (Brüſſel 1863).
Chriftiand’or, dän. Goldmünze, ſeit 1775 zu
65/79 fein mit 6,032 g Gold = 16,829 Mk.; ſeit 1827
(Stederifd’or) zu */as fein mit 5,95 g — 16,601
SME., auch in Doppelitücen; 1874 eingezogen.
Chriſtiania (Kriſtiania), norweg. Stift (früher
Akershus genannt) im ſüdöſtlichen Teil des Reiches,
grenzt im N. an das Stift Hamar, im W. an die
Stifter Bergen und Chrijtianfand, im ©. an legteres
und an das Skagerrak, im O. an Shweden und um-
faßt die vier Amter: Akershus, Smaalenene, Busfe-
rud, Jarlsberg mit Laurvik, ferner die Stadt C. Der
Größe nach iſt es jeßt das kleinſte unter den jech®
Stiftern Norwegens: 26,798 gkm (486,7 QM.); aber
es umfaßt die ſruchtbarſten und angebauteſten Teile
des Landes und iſt daher von allen am beſten be-
völfert (1891: 572,452 Einw.). Die Bevölkerung |
treibt Viehzucht, Ackerbau, Waldkultur, Fiſchfang,
Schiffahrt und Handel (f. unten). Es wird geteilt in
14 PVropſteien mit 106 Paſtoraten.
Chriſtiania (Kriſtiania; hierzu der Stadtplan), |
Chriſtiand'or — Chriſtiania.
heben. Außer der Kathedrale, »Vor Frelſers Kirke«
genannt, beſit die Stadt noh 12 lutheriſche, eine
anglifaniſche und 2 kath. Kirchen. Unter den öffent-
lichen Gebäuden ſind die Börſe, das Sizungshaus
des Storthings, das Rechtslokal, die neue Freimaurer-
loge, die Univerſität und das Skulpturenmufeum zu
nennen. Am alten Marftplay ſteht eine hübſche
Markthalle, ein Ziegelbau in halbbyzantiniſchem Stil.
Das alte Schloß, Akershus, der Sit der norwegiſch-
däniſchen Könige bis 1719, wird als Arſenal benusßt;
das neue, von Karl Johann erbaute iſt ein großes,
aber einfahes Gebäude. Die Bevölkerung Chriſtia-
nia3 it in vafhen Wachstum begriffen; jte betrug
1801 nur 8931, 1835: 24,045, 1855: 39,958, 1865:
65,514, 1876: 76,866 (ohne die Vorſtädte), 1885
mit diefen 128,301, 1893: 161,121 Einw. Die in-
dujtrielle Thätigkeit in der Stadt und Umgegend iſt
nicht unbedeutend ; in blühenden Betrieb ſtehen Baum-
wollſpinnereien, Webereien, mechaniſche Werkſtätten,
Papier- und Ölmühlen, Seifenſiedereien, Branntwein-
brennereien, Bierbrauereien, zahlreiche Sägemühlen,
Ziegelbrennereien 2c. In Rückſicht des Handels iſt
C. die wichtigſte Stadt des Landes und hat Bergen
ſchon überflügelt. Jn den ſichern und geräumigen
Hafen, der im Winter durch Eisbrecher offen gehalten
| wird, liefen vom Auslande 1891: 2300 Schiffe mit
einer Tragfähigkeit von 936,829 Ton. ein ſowie 1452
Schiffe mit 628,412 T. aus. Der Wert der Einfuhr
betrug 1892: 107,825,700 Kronen, der der Ausfuhr
31,449,000 Kronen. Die Zolleinnahmen betrugen
1892: 11,276,909 Kronen. Die Stadt ſelbſt beſaß
1891:297 Segelichiffe von 166,302 T. und 104 Dampf-
ſchiffe von 37,341T. Danıpfboote vermitteln die Ber-
bindung mit der nächſten Umgebung und mit allen
| norwegiſchen Städten längs dex ganzen Küſte bis
Vadſbd ſowie mit Gotenburg, Frederikshavn, Kopen-
Hauptſtadt des gleichnamigen norweg. Stiftes (\. oben) hagen, Stettin, Lübe>, London, den Niederlanden,
und zugleich des Königreichs, ganz umgeben von dem Frankreih und Nordamerika. Eiſenbahnen vermitteln
Amt Atershus, mit einem Ge- |den Verkehr mit Schweden (über Kongsvinger und
biet von 17 qkm, liegt im Hin- |Frederikshald) und mit dem Binnenland: nach Skien,
tergrund des maleriſchen, 110 | Kongsberg, Kröderen, Speriken und Randsfjord und
km langen Chriſtianiafjords | über Hamax und Röros nah Drontheim.
(ſ. d.) in einer Schönen Gegend | Unter den Bildungsanitalten, welche C. zum wiſ=
am Fuße des Ekebergs. Die ſenſchaftlichen Mittelpunkt des Landes machen, ſteht
Stadt wird von dem Flüßchen | die Univerſität Fridericiana (1811 durch freiwillige
Akerselv durchfloſſen u. umfaßt | Beiträge gegründet) obenan. Die Zahl der ordent-
außer der eigentlihen Stadt | lichen Profeſſoren beträgt 54, wozu noch eine Anzahl
mehrere Stadtteile u. ehemalige | ſogen. Stipendiaten (d. h. Dozenten) kommt; die der
Vorſtädte, wieOslo oderGamle- | Studierenden ca. 1400. Mit der Univerſität verbun=
W Chri- DEE i ; 2 en : : ee et
e Ei Byen (»Altſtadt«), Piperviken, den ſind naturhiſtoriſhe Muſeen, ein Münzkabinett,
e Nufelöffen, Hammersborg, ein Muſeum ſkandinaviſcher Altertümer, ein ethno-
Grünerlöffen, Sagene, Rodelökken, Grönland und |graphiſhes Muſeum, eine Bibliothek von 830,000
Vaterland, welche ſih fortwährend vergrößern. Die |
Straßen der eigentlichen Stadt ſind meiſt breit und ge- |
rade. Nur in den alten Vorſtädten trifft man noh |
Bänden, ein botaniſcher Garten und ein aſtronomi=-
hes und magnetiſches Obſervatorium. Außerdem
beſitzt C. eine höhere Militär- und eine Kriegsſchule,
unregelmäßige Straßen und Hütten, die aber mehr und mehrere Gymnaſien und Bürgerſchulen, Erziehungs=
mehr zeitgemäßen Bauten weichen müſſen. Überall ſind
die Straßen mit Kloaken verſchen und werden mit Gas
oder elektriſchem Licht exleuchtet; gutes und reichliches
Trinkwaſſer erhält die Stadt durch zwei Waſſerleitun-
inſtitute, eine techniſhe Schule und eine Kunſt- und
Zeichenſchule, eine Nationalgalerie; von ſonſtigen ge-
meinnügigen Anſtalten mehrere Spitäler, Kleinkin-
derſchulen, ein Bußgefängnis, Zuchthaus, Armen-
gen. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 5,3° C., | häuſer u. dgl. Auch gibt es daſelbſt mehrere Bank-
doch iſt der Unterſchied zwiſchen Wintertemperatur (Ja- | inſtitute ſowie gelehrte und künſtleriſche Geſellſchaften.
nuar-—5°)u. Sommertemperatur(Juli 16!/2°C.) groß. | C. iſt Sit des Storthings, der Regierung von Nor-
Die breite Karl Johanns-Gade, die unmittelbar nah | wegen, des höchſten Gerichts, des Stiftsamtmannes
der impoſanten weißen Fronte des königlichen Schloſ- | und eines Biſchofs ſowie eines deutſhen Berufskon-
ſes (Slottet, auf einer Anhöhe hinter der Stadt) führt, ſuls. Die Umgebungen Chriſtianias ſind überaus
iſt jeder europäiſchen Hauptſtadt würdig. Unter den | schön. Aus dem ruhigen Becken des Fjords, welcher
übrigen Straßen iſt die Viktoria- Terraſſe hervorzu- | zwiſchen blauen Jnſeln nach S. hin verſchwindet, er=
Artikel, die unter C vermißt werden, ſind unter K oder Z nachzuſchlagen.
-VINVILSIMLO
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LE LUK BIRIA
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