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Köhlins Bleu de france.
Die mit Zinnfalz präparirte Waare wird nad) dem
Klogen durch ein Sauerbad von 11/0 B, genommen,
direct in den Fluß gebracht, ſehr gut gewaſchen und ge-
trodnet.
Bleu de France.
6372 Lubifcentimeter Wajfer,
2240 Gramm Stärke, kochen,
3360: =, gelbblauſaures Kali,
20400. |, Weinſteinſäure.
1120 Zinnjalz,
2832 Cubikcentimeter Waſſer.
2832 Ä Waſſer,
158 Gramm <lorſaures Kali,
960, Kalilauge à 10° B.
Dunkelbraun.
560 Gramm Stärke,
560. =, Surrogat,
4248 Cubikfcentimeter Bimas à 209 B.,
840 Gramm eſſigſaure Thonerde 12° B,
560 7, <romſaures Kali, rothes,
900 Holzeflig 2° B,,
060. Eſſigſäure 79 B,
Nach dem Dru wird die Waare gehangen und ge-
dämpft, überhaupt behandelt wie die Waare für Dampf-
blau. —
Verbeſſerung in der Herſtellung von Ultramarin-Farben.
Bon Hoffmann in Marienberg.
Die Erfindung beſteht in der Umwandlung von
blauem, grünem oder ſogenanntem „weißen Ultramarin“
bei erhöhter Temperatur und der Einwirkung gewiſſer
Säuren erſt in violette und ſodann in rothe Pigmente,
Die angewandten Säuren ſind Chlor-, Brom- oder Jod-
Waſſerſtofſſäuren oder Salze, welche unter den betreffen-
den Bedingungen jene Säuren entwideln. Blaues oder
weißes Ultramarin oder eine Miſchung beider wird auf
eine Temperatur zwiſchen 120 und 200° C. erhißt und
dann der Einwirkung von Dämpfen einer oder mehrerer
der oben erwähnten Säuren unterworfen, bis die ge-
wünſchte Schattirung von violett erreicht ift. Durch Luſt-
zutritt wird die Reaction beſchleunigt. Ein Verfahren iſt
3. DB. intenſiv gefärbtes blaues Ultramarin mit 2—5
Proc. ſeines Gewichtes Salmiak zu miſchen und dieſes
in einem Ofen unter Umrühren ſo lange bis auf etwa
200° ©, zu erhiben, bi3 der gewünſchte Farbenton erreicht
iſt, worauf man die Miſchung abkühlen läßt. Je nah
der Zeitdauer der Operation nähert ſih der Farbenton
mehr oder weniger dem Roth. Durch langſames Ab-
fühlen wird der Glanz der Farbe erhöht. Das Product
wird nun zur Entfernung der löslichen Salze mit Waſſer
ausgewaſchen, getro>net und gepulvert, Um rothes Ul-
tramarin darzuſtellen, erhißt man ſo erhaltenes violettes
Ultramarin in einem Ofen auf etwa 150% und leitet
während deſſen Dämpfe von Chlorwaſſerſtoffſäure darüber
hin, ſo lange, bis der gewünſchte Farbenton erreicht iſt.
Man kann auh auf dieſelbe Weiſe rothes Ultramarin
direct aus blauem herſtellen. Die Reactionen ſind ähnlich,
wenn e3 fih um die Umwandlung von grünem in blaues
Ultramarin oder von „weißem“ in grünes handelt. Bei
jedem dieſer Umwandlungen wird dem Ultramarin Natrium
entzogen und gleichzeitig die hemiſche Affinität des Shwe=-
fel3 verändert.
‚ Sm Bureau der Mufter- Zeitung für Färberei in
Leipzig ſind ſtets Adreſſen zu verkaufender oder zu ver-
pachtender Färbereien uud dergl. zu haben. Ebenſo wolle
man „Offene Stellen“ freundlichſt dort anmelden, da ſtets
eine Anzahl Bewerber aller Branchen notirt ſind. Auf
Perſonalgejuche im Jnſeratentheile der Zeitung melden fich
ſtets einige Neflectenten. Auch Bezugsquellen für Ma-
Ichinen, Chemifalien u. |, w. werden gern und gewiſſenhaft
nachgewieſen. Allen Briefen ſind Marken für Antwort
einzulegen.
(Dinitrophenol), und einem braunen humusartigen Stoffe,
welcher wegen seiner amorphen Beschaffenheit noch nicht
genügend untersucht werden konnte. Das Verhältniss
der beiden Bestandtheile varüirt je nach der Art der Zu-
bereitung, und dem entsprechend erhält man auch eine
andere Farbennüance auf der Faser. Diese Unterschiede
treten noch in stärkerem Grade hervor bei dem Phenyl-
braun, welches nach der Methode von Caro-Gries durch
Einwirkung von salpetriger Säure auf Phenylendiamin er-
zeugt wird. Hier schwanken die Nüancen zwischen gelb
und tiefbraun.
Neben der Eigenschaft, eine grosse Anzahl von Nüancen
zu liefern, zeichnet sich das Phenolbraun durch seine be-
deutende Echtheit und Widerstandsfähigkeit gegen Ein-
wirkung des Sonnenlichtes und sogar des Chlorkalkes
aus. Auf Wolle und Seide erzeugt es ohne Beizen ein
reines und glänzendes Havannahbraun, welches beim Pas-
siren durch ein Bad von rothem chromsaurem Kali in
Granatroth übergeht. Man hat einerseits durch die Stärke
des Bades, andererseits durch die Wahl des Oxydations-
mittels in der Hand, alle Nüancen zwischen hellem Roth-
gelb und dunklem Granatroth zu erzeugen.
Auf Baumwolle, die vorher mit Tannin und zinnsaurem
Natron gebeizt ist, haftet Phenylbraun zwar gut und
wird durch ein Oxydationsbad gedunkelt; doch ist die
Farbe wenig widerstandsfähig gegen Seifen.
Die Versuche, welche mit Phenylbraun als Druckfarbe
gemacht wurden, haben keine guten Resultate geliefert,
hauptsächlich weil die Farbe beim Dämpfen ihre Leb-
haftigkeit einbüsst.
Das Phenylbraun kommt im Handel manchmal mit Me-
talloxyden und gefärbten Holzresten, (Braunkohlenpulver),
verfälscht vor. Oxalsäure ist eine stetige Beimengung;
oft enthält es noch bedeutende Mengen von Schwefel-
säure. Näheres über diese Verfälschungen und Nachweis
derselben siehe: Springmühl, Prüfung der künstlichen or-
ganischen Farbstoffe. (Leipzig, Gustav Weigel. 2 Mark.)
Ueber den Nachweis von. Phenylbraun auf Geweben,
siehe: Stein, Prüfung der Zeugfarben.
Phenylchlorür, C,H; Cl; durch Einwirkung von Salz-
säure und doppelt chromsaurem Kali auf Benzol erhalten,
giebt mit Kalilauge zersetzt Phenol.
(Fortsetzung folgt.)