64
mit der freien Hand noch immer abwärts bis endlich die
Mittellinie der Tafel, jene Linie, welche die schwarze und weiße
Farbe unserer Tafel trennt, in die Horizontale fällt, bis also
die oberen Ränder der Querbalken beider Krücken und jene
Mittellinie der Tafel sich vollständig decken. Nun erfolgt das
Kommando: „Halt!" Der Tafelträger befestigt mit festem Griff
seine Tafel an dem Absteckstab auf Station II, nimmt sein
Messer und macht dort, wo die Mittellinie der Rückseite der
Tafel an den Absteckstab vorbeilüuft, einen Schnitt, den er eben
falls durch eine Kerbe sichtbar macht. Jetzt haben wir drei
Punkte, die horizontal liegen. Der Tafelträger begiebt sich nun
auf Station III; Gehilfe L auf Station II und wir selbst
gehen dahin, wo oben Gehilfe L gestanden hat. Es beginnt
alsdann zwischen diesen drei Standorten dieselbe Manipulation.
Die Krücken haben Festpunkte — eben jene Einschnitte — und
werden genau an diese angehalten; die Tafel aber wird durch
den Beobachter eingerichtet.
Ist auf diese Weise die rechte Wegkante „ausgetäfelt", so
nimmt man die linke in derselben Weise vor. Zn vielen Fällen
wird es auch genügen, nur die Mittellinie des Weges „auszu
täfeln".
Der aufmerksame Beobachter wird nun bereits gemerkt
haben, daß die „ausgetäfelte" Horizontale in Bezug auf die
Brücke um 1 in etwa, jedenfalls um die Höhe der Krücken, zu
hoch liegt. Da aber kann man sich leicht helfen. Man nimmt
einen Maßstab und schneidet in jeden Absteckstab abermals eine
Kerbe, die eben um soviel niedriger liegt, als die zuerst herge
stellte Horizontallinie über dem Normalpunkte, also in unserm
Falle über der Brückenebene liegt.
Nun könnte es vorkommen, daß jene Landstraße, in welche
unser Weg mündet um — sagen wir — 30 cm niedriger
liegt als jene Brücke, von welcher unser Nivellement ausging,
was sich ja durch das „Austäfeln" ohne Zweifel ergeben muß.
Was ist da anzufangen? Jedenfalls muß der Weg, den
wir anlegen wollen, vielleicht auf die Entfernung von 300 m,
durch langsames Abfallen diesen Unterschied ausgleichen, d. h.
wir geben dem Wege auf der letzten Strecke von 300 m ein
Gefäll von 30 cm. Wenn nun der Weg 300 m vor seinem