Full text: Führer in die Feldmeß- und Nivellierkunst

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mit der freien Hand noch immer abwärts bis endlich die 
Mittellinie der Tafel, jene Linie, welche die schwarze und weiße 
Farbe unserer Tafel trennt, in die Horizontale fällt, bis also 
die oberen Ränder der Querbalken beider Krücken und jene 
Mittellinie der Tafel sich vollständig decken. Nun erfolgt das 
Kommando: „Halt!" Der Tafelträger befestigt mit festem Griff 
seine Tafel an dem Absteckstab auf Station II, nimmt sein 
Messer und macht dort, wo die Mittellinie der Rückseite der 
Tafel an den Absteckstab vorbeilüuft, einen Schnitt, den er eben 
falls durch eine Kerbe sichtbar macht. Jetzt haben wir drei 
Punkte, die horizontal liegen. Der Tafelträger begiebt sich nun 
auf Station III; Gehilfe L auf Station II und wir selbst 
gehen dahin, wo oben Gehilfe L gestanden hat. Es beginnt 
alsdann zwischen diesen drei Standorten dieselbe Manipulation. 
Die Krücken haben Festpunkte — eben jene Einschnitte — und 
werden genau an diese angehalten; die Tafel aber wird durch 
den Beobachter eingerichtet. 
Ist auf diese Weise die rechte Wegkante „ausgetäfelt", so 
nimmt man die linke in derselben Weise vor. Zn vielen Fällen 
wird es auch genügen, nur die Mittellinie des Weges „auszu 
täfeln". 
Der aufmerksame Beobachter wird nun bereits gemerkt 
haben, daß die „ausgetäfelte" Horizontale in Bezug auf die 
Brücke um 1 in etwa, jedenfalls um die Höhe der Krücken, zu 
hoch liegt. Da aber kann man sich leicht helfen. Man nimmt 
einen Maßstab und schneidet in jeden Absteckstab abermals eine 
Kerbe, die eben um soviel niedriger liegt, als die zuerst herge 
stellte Horizontallinie über dem Normalpunkte, also in unserm 
Falle über der Brückenebene liegt. 
Nun könnte es vorkommen, daß jene Landstraße, in welche 
unser Weg mündet um — sagen wir — 30 cm niedriger 
liegt als jene Brücke, von welcher unser Nivellement ausging, 
was sich ja durch das „Austäfeln" ohne Zweifel ergeben muß. 
Was ist da anzufangen? Jedenfalls muß der Weg, den 
wir anlegen wollen, vielleicht auf die Entfernung von 300 m, 
durch langsames Abfallen diesen Unterschied ausgleichen, d. h. 
wir geben dem Wege auf der letzten Strecke von 300 m ein 
Gefäll von 30 cm. Wenn nun der Weg 300 m vor seinem
	        
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