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Die Organe und ihre Verrichtungen.
§. 11. Wenn von der Lage der Theile des Körpers die Rede ist, so hat dies kei
nen anderen Zweck, als die Masse desselben in räumlicher Beziehung sowohl im
Aeußeren als Inneren in mehrere Gebiete abzutheilen und entsprechend zu be
zeichnen.
Die größere äußere Leibesmasse wird Rumpf genannt, von welchem gleich
dlmneren Aesten vier Glieder ausgehen. Ebenso vom Rumpfe abgesondert
erscheint der Kopf, der beim Menschen die höchste, bei den Thieren die vorderste
Stelle einnimmt. Außerordentlich wechselnd sind in dieser Beziehung die Ver
hältnisse im ganzen Thierreich, wo wir häufig die Anzahl der Glieder ungemein
sich vermehren und ebenso häufig dieselben ganz verschwinden sehen.
Am Rumpf unterscheiden wir als oberen Theil die Brust, als unteren
Theil den Bauch. Beim Aufschneiden des Rumpfes zeigt es sich, daß derselbe
im Inneren eine Aushöhlung darbietet, die jedoch von gewissen Organen, welche
im Allgemeinen als die Eingeweide bezeichnet werden, so vollständig ausge
füllt ist, daß nirgends ein eigentlich hohler Raum sich befindet.
Die Leibeshöhle wird durch ein starkes Hautgebilde, das Zwerchfell
(Diaphragma), in die Brusthöhle und in die Bauchhöhle abgetheilt. In
der Brusthöhle finden wir die Lunge mit der Luftröhre und das Herz mit
den Hauptaderstämmen; die Eingeweide der umfangreicheren Bauchhöhle sind
der Magen mit den Gedärmen, die Leber, die Milz, die Nieren und
die Blase.
§. 12. Wir theilen nun die Organe durchaus weder nach Form und Stoff ein,
noch nehmen wir auf ihre Lage Rücksicht, sondern einzig und allein auf ihren
Zweck. Wir unterscheiden dieselben hiernach in Bewegungsorgane, Le
bensorgane und Sinnorgane.
Insofern mehrere Organe derselben oder verschiedener Art zu einem gemein
samen Zwecke zusammenwirken und daher in gegenseitiger nothwendiger Bezie
hung gedacht werden, bilden sie ein System. Man spricht in diesem Sinne vom
Knvchensysteme, von den Systemen der Verdauung, des Blutumlaufs u. a. m.
1) Bewegungsorgane.
§. 13. Die Bestimmung dieser Organe ist die Bewegung der einzelnen Theile des
Körpers, und es gehören hierher: 1. Die Knochen. 2. Die Muskel. 3. Die
Nerven. Dieselben treten niemals einzeln für sich, sondern stets in gegen
seitiger Verbindung und Wechselwirkung auf und bilden somit das System der
Bewegung (animales System), welches den Pflanzen gänzlich fehlt.