Object: Gott bis Quietiv (2. Band)

Griechisches Philosophieren. — (Aristoteles) 7 
en; Kant, der in der zweiten Vorrede zur Kritik der reinen Ver- 
cer- nunft sagt (was sehr oft und niemals richtig zitiert wird), daß 
oll- die Logik seit Aristoteles keinen Schritt rückwärts hat tun 
hen dürfen, daß sie auch bis jetzt keinen Schritt vorwärts hat 
hte tun können. Der große Jongleur mit abstrakten Begriffen, 
ınd Hegel, hat sich in dieselbe Kerbe verhauen. Ich möchte nicht 
en- mit J. H. von Kirchmann glauben, daß Kant und Hegel nicht 
\Ti- einmal die ‚„Analytiken‘“‘ sorgfältig gelesen haben können, da 
es sie sonst den Fehler einer solchen Überschätzung nicht began- 
lie- gen hätten. Gewiß ist, daß die formale Logik von den Nach- 
ihn folgern besser und logischer dargestellt wurde, als von ihrem 
€es- Begründer, daß das letzte Jahrhundert (von Mill bis Sigwart 
er und Schuppe) beträchtlich über die bloß formale Logik hin- 
zei, ausgegangen ist. 
der 
er Noch zu schreiben, für einen Mann zu schreiben, der un- 
ten mögliches Wissen mit übermenschlicher, entarteter Einsicht 
Jeu vereinigte, wäre eine wirkliche Geschichte der Logik, eine Ge- 
In schichte des menschlichen Denkens, die Entwicklung also des 
Ne. menschlichen Gehirns, wobei sich dann zeigen würde, welch 
38T ein Mißverstand in der Theorie und welch ein Schwindel in 
24- der Praxis die Hegelsche Selbstbewegung der Begriffe war. 
ine Die Geschichte des Denkens wäre etwa der langsamen Bewegung 
ler einer Schafherde zu vergleichen, deren viele Schafe, ungleich 
ast und dennoch analogisch, von jedem Grashälmchen verlockt 
el- ihres Weges ziehen; die Geschichte der wissenschaftlichen 
ert Logik aber wäre zu vergleichen den Sprüngen des einen Schäfer- 
nd hundes, der auf und nieder läuft, die Herde umkreist, auch 
he wohl bellt und beißt, aber im ganzen der Bewegung der Herde 
ri- folgen muß. Nur daß die Richtung einer Schafherde am Ende 
doch vom Hirten gelenkt wird; die Richtung des Denkens 
;M; jedoch nur von den armen Grashälmchen und deren zufälligem 
nd Wachstum. Wenn man nämlich nicht einsehen will, daß auch 
L0- die Absicht des Schäfers immer gelenkt wird von dem Wachstum 
Zt, unzähliger Grashälmchen, welche zusammen gute Weide heißen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.