>»s Altertums. Typus der Tragödie. 83
ten. Aber nichts als Übertreibungen alter Motive, wie Iliona, Dulorestes, Chryses;
ch: „ich las auf all das verzichten wir ohne Schmerz. Was in der Kaiserzeit etwa
hornung er versucht ward, war vollends nichts als literarische Imitation der Klassiker,
rung. Mich denn die Schauspielergilden waren ja zugrunde gegangen und nach ihrer
ist G. Her- späten Erneuerung ohne Tradition. Senecas Tragödien sind aber auch
licher Vor- dadurch wichtig, daß sie uns den Typus sehr gut zeigen, den die Theorie
le Nationen für die Tragödie festgestellt hatte; über denselben belehrt Horaz. Und
m die Pan- aus ihm und aus Seneca, keineswegs aus den attischen Originalen, hat die
überhaupt. romanische und englische Tragödie die Regeln entnommen, die ihnen für
nkurrenten diese Dichtgattung prästabiliert schienen.
m aber mit Dieser Typus ist aus der Praxis entwickelt, die Sophokles und Euri- Typus
. . . . . . ws der Tragödie.
t; er dürfte pides, beide ganz ähnlich, in ihren älteren erhaltenen Dramen befolgen:
als Drama Oedipus und Medea sind die Musterstücke, sind es schon für die Peri-
haios nicht patetiker gewesen. Die vorsophokleische Weise existiert dafür nicht mehr:
“ipides und die Wagnisse des Aischylos, Flugmaschinen, Versenkungen u. dgl. sind
inter denen aufgegeben; Menschenmengen, wie sie seine Hiketiden in lebhafter Aktion
n stellten. auf die Bühne bringen, gibt es nicht mehr; selbst der Chor wird aus der
zles bringt Handlung beinahe ausgeschaltet. Da wir über die Jahre zwischen der
ı Ansehen; Orestie und der Antigone und Alkestis, also gerade die Jugendzeit aller nun
Reihe von führender Dichter, schlechterdings nichts wissen, müssen wir diesen Wan-
Nenistische del hinnehmen, ohne ihn zu begreifen. Gegen Ende des Jahrhunderts
Ahnen zu werden die Dramen wieder bunter und bewegter, vornehmlich, weil die
wie viele Schauspieler umfangreiche Arien zu singen bekommen, was auch den
Cheodektes Chor wieder mehr heranzieht: der erste Akt des Oedipus auf Kolonos
‚ wird denn übertrifft in der Richtung alles, was wir von Söphokles haben. Das ist
he Parodie später rückgängig gemacht: der neue Dithyrambus schied sich streng von
gebannt in. der Tragödie, die unter dem Einflusse der Rhetorik immer mehr bloße
ch falsche Rezitation ward. Was von Dekoration, von Statisten und Requisiten
erfreuliche auf der Bühne war, Auftreten und Abtreten der Personen, besondere Ge-
sucht auch berden und das ganze stumme Spiel entnehmen wir für die großen Tragiker
in Athen ausschließlich ihren Texten; die reichen auch hin, da Bühnenanweisungen
;piele An- in den Buchausgaben zwar nicht fehlten, aber doch selten mehr gaben, als
je erfreute sorgfältige Lektüre auch erkennen läßt. Aus eigener Machtvollkommen-
ten Schau- heit allerhand schöne Dinge zu erfinden, wenn die Worte nicht gefallen,
ater baute etwa die Deianeira der Trachinierinnen ihren Prolog am Webstuhl sprechen
;; sie wer- zu lassen, ist ein Privatvergnügen, das für einen modernen Regisseur an-
aus Rück- regend sein mag; die Wissenschaft ist sehr rücksichtsvoll, wenn sie schwei-
sitzen die gend zur Tagesordnung übergeht, Besonnene Erklärung der Dramen wird
des Euri- mit immer neuer Bewunderung feststellen, daß sie lebensvoll und mit un-
xte haben behinderter Wiedergabe der Wirklichkeit gespielt wurden, durch den Stil
uktion des nicht stärker gebunden, als Ernst und Würde auch in den heroischen Dar-
den. Wir stellungen der bildenden Kunst erheischt. Wer eins der Dramen jetzt ge-
Tragiker spielt sieht oder gar auf die Bühne bringen hilft, macht immer wieder die
finden wir Erfahrung, daß man nichts Gescheiteres tun kann, als den alten Herren zu