Vorrede,
Ohngeachtet ih ſchon ſeit mehreren Jahren zur Be-
arbeitung und Herausgabe des vorliegenden Merk:
chens aufgefordert wurde, fo bin ich doch mit eint:
ger Schüchternheit daran gegangen, einen Verſuch
zu wagen. :
Außer der Kögel’ſhen Anleitung zum Seifen:
ſteden — die ih nebſt einigen andern Schriften be-
nußt habe — und einigen Verſuchen vom Dr. Hermb-
ſtädt iſt mir nichts wiſſenſchaftlich Begründetes über -
dieſen Gegenſtand bekannt, Ein dichter Schlejer be-
det noch die meiſten derjenigen Gewerbe, welche
mit der Fackel der Wiſſenſchaften beleuchtet werden
müſſen, wenn man niht im Finſtern irren will; und
am meiſten trifft dieſer Vorwurf das Geſchäft des
Seifenſieders. Denn bei ihm ift ein blindmechant:
ſches Verfahren meiſt an der Tagesordnung,
Zu Ende des vorigen Jahrhunderts ‘machten die
franzöſiſchen Chemiker d’Arcet, Lelièvre und Pelle-
tier auf Veranlaſſung der Regierung mehrere Ver-
ſuche über das Geſchäft des Seifenſiedens. Da aber
in Frankreich allgemein mit Hülfe der Soda die
Seife gefertigt wird, fo verlieren ihre gemachten Be:
obachtungen für uns viel: in ihrer Anwendbarkeit
und haben oft gar wenigen Einfluß auf das Ge-
ſchäft bei uns, wo es mit Pflanzenalkali betrieben