Theorie der nichtbevorzugten Systeme 349
Dies ist also das Problem der Bevorzugung eines stofflichen
Systems beim Wechselstrom vom Standpunkte der Theorie
der nichtbevorzugten Systeme.
Jetzt kann man zum Problem der Verschiebung des arith-
metischen Mittelwertes der Polarisationsspannung oder zum
Problem des Gleichrichter-Effektes der Wechselstromelektro-
lyse übergehen.
Man berücksichtige nun, daß, wie oben entwickelt wurde,
bei der Elektrolyse es sich nicht um die Konzentration im Sinne
der aktiven Masse, sondern um die potentialbestimmte Kon-
zentration handelt und gemäß dem Theorem der Kompen-
sationsvorgänge in erster Näherung statt ß, und a, ihre Pro-
dukte mit den entsprechenden Verteilungskoeffizienten /, und
1, gesetzt werden können, und für die Frage des Mittelwertes
der Schwingung der Polarisationsspannung die Beziehung
maßgebend ist
Aıb=zaıh.
Wir haben oben gesehen, daß, wenn bei der Pt/H,SO,-
Elektrode die kathodische Wasserstoffpolarisation bei Gleich-
strom ceteris paribus viel kleiner als die anodische Sauerstoff-
polarisation ist, so bedeutet es noch nicht, daß der Kompen-
sationsvorgang der Wasserstoffentwicklung schneller als der-
jenige der Sauerstoffentwicklung verläuft; die Erscheinung
kann genau so befriedigend dadurch erklärt werden, daß der
Verteilungskoeffizient feste Elektrode/Gasraum bei Wasser-
stoff größer als bei Sauerstoff ist.
Demgegenüber wird sich bei Wechselstrom der Mittelwert
der Polarisationsspannung dann zugunsten der anodischen
Polarisationswerte verschieben, wenn entweder die Kompen-
sationsgeschwindigkeit des kathodischen Vorganges größer als
diejenige des anodischen Vorganges ist, oder wenn der Ver-
teilungskoeffizient Elektrode/Gasraum bei Wasserstoff größer
als bei Sauerstoff ist.
Faßt man schließlich dieses Resultat mit dem Theorem
der Kompensationsvorgänge zusammen, so ergibt »sich fol-
gendes:
Bei Gleichstrom werden Systeme mit hohen Kom-
pensationsgeschwindigkeitenundhohen Verteilungs-
koeffizienten bevorzugt, bei Wechselstrom werden