Εὐφημεῖν χρὴ κἀξίστασϑαι τοῖς ἡμετέροισι χοροῖσιν,
ὥστις ἄπειρος τοιῶνδε λόγων ἢ γνώμῃ μὴ καϑαρεύει,
ἢ γενναίων ὄργια [μύϑων μήτ᾽ εἶδεν μήτ᾽ ἐχόρευσεν.
V orrede.
Uber Zweck und Plan dieses Lexikons, welches bestimmt ist das treffliche
aber bereits in unzähligen Punkten veraltete und unvollständige Werk von Jacobi
(Koburg und Leipzig 1835) zu ersetzen, habe ich mich schon in den Mitteilungen der
B. G. Teubnerschen Verlagshandlung vom Jahre 1879, Heft Nr. 2, sowie im Prospektus
dieses Werkes zur Genüge ausgesprochen. Ich wiederhole, dafs es uns bei der Ab-
fassung der einzelnen Artikel in erster Linie auf eine möglichst objektive, knappe
und doch vollständige, stets auf die Quellen gegründete Darstellung der
litterarisch überlieferten Mythen unter gehöriger Benutzung der Monumente der
bildenden Kunst, sowie der betreffenden Kulte ankommt. Die Deutung steht für
uns erst in zweiter Linie: sie ist nur da ausführlich gegeben oder der Darstellung zu
Grunde gelegt worden, wo sie sicher oder doch sehr wahrscheinlich ist. Um auch
kunstmythologischen Ansprüchen einigermafsen genügen zu können, sind dem Texte
zahlreiche Abbildungen ausgewählter, besonders charakteristischer Monumente —-
darunter viele unedierte — einverleibt worden. Dafs auch die für Hellas und Rom
wichtigeren ausländischen, namentlich orientalischen und etruskischen Mythen und
Kulte mit zur Darstellung kommen mufsten, verstand sich bei dem auf möglichste
Vollständigkeit abzielenden Plane des Werkes von selbst. Die betreffenden Artikel der
Herren Ed. Meyer, Professor für alte Geschichte in Halle a./S., und Dir. Dr. Deecke
in Buchsweiler dürften in der That als eine höchst wertvolle Ergänzung des Lexikons
allseitig mit Freuden begrüfst werden. |
Dafs ein solches Werk heutzutage ein wahres Bedürfnis ist, wird wohl all-
gemein zugestanden werden und ist mir auch schon von vielen philologischen und
archäologischen Autoritäten bestätigt worden. Ist doch seit nunmehr 30 Jahren in
Deutschland kein grüfseres, das Gesamtgebiet der klassischen Mythologie umfassendes
Werk erschienen, so dafs eine neue, den grofsartigen Fortschritten der Altertumswissen-
schaft, namentlich der Kunstarch&ologie und Inschriftenkunde einigermaísen gerecht
werdende und das massenhafte Material müglichst zusammenfassende Darstellung ent-
schieden notwendig erscheint; andererseits dürfte bei der fast unendlichen Fülle der
Mythen und Kulte und bei dem beklagenswerten Mangel an tiefer eindringenden For-
schungen hinsichtlich ihrer Zusammengehürigkeit und ursprünglichen Bedeutung ein
Lexikon weit eher zu einer einigermafsen vollstándigen Zusammenfassung des Stoffes
geeignet sein als das zuerst von mir angekündigte systematische Handbuch, da ein
solches im günstigsten Falle nur die Hauptgótter und Hauptheroen behandeln kann,
den grófsten Teil der kleineren Mythen aber beiseite lassen muís. Die Kraft eines
einzigen Mannes, möge sie noch so groís sein, reicht eben nicht aus, um alle in