Full text: Sprachorgane bis Venedig (Band 14)

80 Staufen Staupenſchlag 
<riſtl. Moral ſeit dem Wiederaufleben der Wiſſenſchaften » (Hannov. 1808); « Allgemeine 
Kirchengeſchichte von Großbritannien» (Gött. 1819); « Geſchichte der Moralphiloſophie » 
(Hannov. 1822); «Geſchichte der theol. Wiſſenſchaften» (2 Bde. , Gött. 1810—11); «Ge=- 
ſchichte und Literatur der Kirchengeſchichte» (herausg. von Hemſen, Hannov. 1827). Mehrere 
kritiſche Journale gab er ſelbſt heraus, wie die «Göttingiſche Bibliothek der neueſten theol. Li- 
teratur» (5 Bde., 1794— 1800); «Beiträge zur Philoſophie und Geſchichte der Religion» 
(5 Bde., Lüb. 1797—99); «Magazin für Religions-, Moral- und Kirchengefchichter (4 Bde,, 
Hannov. 1801—6); mit Tzſchiruer das «Archiv für alte und neue Kirchengeſchichte» (5 Bde., 
Lpz. 1813—20) und mit Tzſchirner und Vater das «Kirchenhiſtor. Archiv» (Halle 1823—26). 
Staufen, |. Hohenſtaufen. 
Staunton (Sir George Leonard), befannt durd) feine Keife nad) China, geb. 19. April 
1737 zu Galway in Irland, ftudirte zu Montpellier Arzneiwiſſenſhaften und beſchäftigte ſich 
dann in London mit fchriftftellerifchen Arbeiten. 1762 ging er als Arzt nad) Weftindien, wo er 
ſich die Freundſchaft Lord Macartney's, Gouverneurs der Inſel Grenada, erwarb, deſſen Secretär 
er wurde, und den er auh nach Oſtindien begleitete, als derſelbe die Statthalterſchaſt von Madras 
übernahm. Hier zeichnete er ſih namentlih bei den Friedensverhaudlungen mit Tippo-Saib 
aus. Aus Oſtindien 1784 nah England zurückgekehrt, ſah er fich für ſeine geleiſteten Dienſte 
von der Oſtindiſchen Geſellſchaft mit einem Jahrgehalt von 500 Pfd. St., von den Könige 
aber 31. Oct. 1785 mit dem Titel eines Baronets von Irland belohnt, Auf der bekannten 
Geſandtſchaſtsreiſe Macartney's nah China 1792—94 begleitete dieſen S. wiederum als Le- 
gationsfecretär und erhielt zugleich, um nöthigenfalls die Stelle des Lords vertreten zu können, 
den Titel eines außerord. Geſandten und bevollmächtigten Miniſters. Nach ſeiner Nückkehr 
lieferte ©. aus den Papieren Macartney's, ſeinen eigenen Bemerkungen und den Tagebüchern 
und Beobachtungen des Schiffsbefehlshabers, Sir E. Gower, eine Beſchreibung dieſer Neiſe 
unter dem Titel «An authentic account of an embassy from the king of Great-Britain to 
the emperor of China» (2 BVde., Lond. 1797, mit Karten und Kupfern; deutſch, 2 Bde., Zür. 
1798). Großen Antheil an dieſem Werke hatte John Barrow (1. d.). ©. ftarb zu Loudon 
14. Jan. 1801. Decandolle nannte ihm zu Ehren eine Pflanze Stauntonia. 
Stauntou (Sir George Thomas), berühmter Reiſender und Kenner der chineſ. Sprache, 
des vorigen Sohn, geb. in Salisbury 26. Mai 1781, erhielt eine ſorgfältige Erziehung unter 
der Aufficht feines Vaters, den ev 1792 nad) China begleitete. Zurücdgefehrt, ftudixte er in 
Cambridge, doch wurde er ſchon 1799 bei der Factorei der Oſtindiſchen Geſellſchaft in Canton 
angeſtellt. Zuerſt war er Secretär, dann Präſident des Ausſchuſſes der Factorei. Als 1816 
Lord Amherſt als Geſandter uah Peking geſchi>t wurde, war S. als königl. Commiſſar ſein 
Begleiter. Seine Kenutuiß der chineſ. Sprache und des chineſ. Charakters befähigte ihn, bei 
Unterhandlungen mit der chineſ. Negierung wichtige Dienſte zu leiſten, namentlich ſhlihtete er 
1814 einen bedeuklichen Streit zwiſchen den Engländern und Chinefen. 1817 verließ ev China 
auf immer. Für die Verbreitung der Kenntwiß der chinef. Literatur hat er Dankenswerthes ges 
leiftet. Er iberfegte den Criminalcoder des dinef. Reichs ins Engliſche (Lond. 1810; franz. 
mit Anmerkungen von F. Renouard de Ste.-Croix, 2 Bde., Par. 1812) und die «Narrative 
of the Chinese embassy to the Khan of the Tourgouth Tartars in the years 1712, 13, 
14 and 15» (Lond. 1821). Außerdem fchrieb ev «Miscellaneous notices relating to China 
and the British commercial intercourse with that country, including a few translations 
from the Chinese language» (Lond. 1822). Sein Tagebuch über Lord Amherſt's Geſandt- 
ſchaft ließ er für Freunde dru>den. Seine Kenntniß des Chineſiſchen bewies er dadurch, daß er 
eine Schrift über die Schußzpo>tenimpfung in chineſ. Sprache ſ{rieb, welche die Einführung 
der Impfung in China zur Folge hatte. Auch beſchrieb er das Leben feines Vaters (Lond. 1823). 
Für die Hakluyt-Society gab er Mendoza's 1588 von Parke überſegte «History of the great 
and mighty kingdom of China» (Pond. 1853) heraus. Seit 1818 war er mit wenigeu Unter- 
brejungen Mirglied des Parlaments, 30g fic) aber 1852 von dem polit. Leben zuritd und ſtarb 
10. Aug. 1859 zu Pondon. 
Staupeuſchlag (fustigatio) hieß die fonft gewöhnlich mit Landesverweifung verbundene 
Auspeitfchung, bei welcher der Verbrecher vom Henker durch die Straßen geführt und mit Ar 
then auf den entblößten Aitden gepeitſht wurde. Erſt hierdurch wınde die Yandesverweilung 
zur entehrenden Strafe. Die gegenwärtigen Staatöverhältniffe geftatten nicht mehr, einander 
Verbrecher zuzufchicen, und fo iſt mit der Laudesverweiſuug auch das eigeutliche «zur Staupe 
ſchlagen» außer Gebrauch gekommen, 
    
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
	        
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