Full text: Die Tapeten- und Buntpapier-Industrie ([Hauptband])

   
  
      
   
Fasern auf dem Papier wird geruchloses Gummi verwendet. Statt 
des Holzes zu Fasern in der Tapetenfabrikation kann man auch 
den Holzschwamm und andere Saugschwämme verwenden, die noch 
wohlfeiler zu stehen kommen als die Holzwolle. Der Erfinder die- 
ses Materials ist Guichard, Maler und Zeichner für Industriege- 
genstände in Paris, rue du sentier*). 
Der Vorschlag Guichard’s ist wohl nie ernstlich über das 
Stadium des Versuches hinaus gekommen. Wir glaubten denselben 
nur der Vollständigkeit halber reprodueiren zu müssen. Unseres 
Wissens verwenden sämmtliche Tapetenfabriken nur Wolle und kein 
Surrogat derselben. 
Sechstes Kapitel. 
Klebstoffe. 
a) Leim. 
Die sogenannten leimgebenden Gewebe des thierischen Körpers 
bestehen aus einer stickstoffhaltigen Substanz, welche, obwohl in 
ihrem natürlichen Zustande in kaltem und heissem Wasser unauf- 
löslich, dennoch durch anhaltendes Kochen mit Wasser eine che- 
mische Veränderung erleidet und sich im Wasser auflöst, in wel- 
chem veränderten Zustande man sie mit dem Namen Leim oder 
Gallerte (Gelatine) belegt, und welche sich unter Anderem durch 
die Eigenschaft charakterisirt, beim Erkalten der Lösung zu einer 
mehr oder weniger konsistenten zitternden Gallerte zu 'erstarren 
und im heissen koncentrirten Zustande eine fadenziehende, höchst 
klebende Masse zu bilden. Zu diesen leimgebenden Geweben gehö- 
ren das Zellgewebe, also die Häute, die Sehnen, der Knorpel u. a. 
Man benutzt zur Leimbereitung insbesondere die beim Ausstrei- 
chen der Häute auf der Fleischseite sich ergebenden Abfälle, ab- 
fallende Endstücke, Ohren, Kopf-, Schwanz- und Fusshäute, die in 
der Sämischgerberei abfallende Narbenhaut, die ziemlich häufigen 
Abfälle in der Weissgerberei, Häute, die zum Gerben untauglich 
sind, z. B. die Suronen aus Amerika; ferner Abschnitzel von Hand- 
schuhleder, altes weissgares Leder, wenn es nicht mit Kalk zube- 
reitet war, abgeschorne Felle von Hasen und Kaninchen, ‚ desglei- 
chen Sehnen von Kühen, Ochsen, Schafen, Kälbern; wo sich Gele- 
genheit bietet, auch knorpelige und häutige Abfälle von Fischen, 
ferner Knorpeln und Knochen. Die Leimmaterialien (mit Ausnahme 
der Knochen) gehen leicht in Fäulniss über. Um sie dagegen zu 
schützen, giebt man sie in einen schwachen Kalkäscher, in ‚welchem 
man die Kalkmilch von Zeit zu Zeit erneuert. Vor dem Gebrauche 
werden sie herausgenommen und gut mit Wasser abgespült. 
*) Böttger’s polytechnisches Notizblatt. 1856. Nr. 13. 
  
     
   
    
    
   
  
   
      
  
  
  
  
  
    
   
   
   
    
  
  
   
  
  
   
 
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.