Full text: Das Buch berühmter Ingenieure

  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
  
    
  
  
  
  
  
  
  
  
     
  
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it 
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John Ericsson. 
kein Glück; der wahre Sachverhalt wurde bald bekannt, und Ericsson brachte 
ſeine Konstruktion des „Princeton“ wenigstens einen uneingeschränkten 
ideellen, wenn auch nicht den erhofften materiellen Erfolg ein. 
Die Propellerſchraube eroberte ſich raſch die Gunst der Schiffbau- 
techniker. 1843 waren schon 50 Schraubendampfer vorhanden, als Ericsſon 
seinen ersten Doppelſchraubendampfer entwarf. In der Folge bürgerte 
ſich die Erfindung nach und nach in allen Marinen ein. + Ericsſons er- 
finderiſcher Geiſt rastete jedoch auch jetzt nicht. So erfand er in den folgen- 
den Jahren einen Distanzmesſſer auf See, mehrere Flüſſigkeitsmesser, ein 
Alarmbarometer, einen Pyrometer, einen Lotapparat und andre In- 
strumente. 
Mit besonderer Vorliebe aber kehrte er immer wieder zu seiner Luft- 
maschine zurück. Noch war der gewaltige Gedanke Robert Mayers, daß 
keine Kraft aus dem Nichts gewonnen werden könne, das Gesetz von der Er- 
haltung der Kraft, erst in geringem Maße Eigentum der wissenſchastlichen 
und techniſchen Kreiſe geworden. Des jungen Hermann Helntholtz tiefgrün- 
diger Vortrag vom 23. Juli 1847 brach zwar der neuen Überzeugung in 
der europäiſchen Gelehrtenwelt Bahn, aber ehe die neuen Anschauungen 
ihren Weg über den Ozean hinüber und in die Maſchinenwerkstätten der 
schaffenden Arbeit fanden, verging noch lange Zeit. So hoffte denn auch 
Ericsson noch immer aus seiner theoretiſch unmöglichen Lieblingsidee 
etwas praktiſch Brauchbares herausholen zu können, und wandte ſich immer 
aufs neue einer Verwendung der Luftmaſchine in großem Maßſtabe zu. 
Seine Schiffsſchraube hatte ihn in weiten Kreiſen bekannt gemacht, 
und der Erfolg des „Princeton“ hatte das Vertrauen zu ſeiner Tüchtigkeit 
und Leistungsfähigkeit bedeutend gesteigert. So floſſen ihm auch jetzt, ſobald 
er ihrer bedurfte, reichliche Mittel zur Verwirklichung des Luftmaſchinen- 
gedankens zu. Zu acht verſchiedenen Malen baute er in der Zeit zwiſchen 
1840 und 1850 derartige Maschinen, ohne daß ihn das Reſultat voll be- 
friedigte. Ein neunter Verſuch im Jahre 1851 ſchien ihm einen vollen 
Erfolg zu verbürgen. Jetzt galt es die Probe aufs Exempel zu machen: 
er wollte einen großen Ozeandampfer bauen, der mit einer 1000pferdigen 
Luftmaſchine ausgerüstet war, und der allen anderen Dampfern in bezug 
auf geringen Kohlenverbrauch außerordentlich überlegen sein sollte. 1852 
wurde dieser 2000 Tonnen faſſende Dampfer in Auftrag gegeben, nach 
91/, Monaten konnte er bereits vom Stapel laufen, ſo daß ein Fachblatt 
1853 schreiben durfte: „Zurzeit ist in den Vereinigten Staaten noch kein 
beſſeres und vollkommeneres Schiff gebaut worden als der Ericsson’. Denn 
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