Full text: Die astronomische Strahlenbrechung in ihrer historischen Entwickelung

Cassini’s Arbeiten. 
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auch durch Rechnung hierfür bei einer festen Scale die Correction finden.) 
Gewöhnlich sind die Barometer auch mit einem Thermometer versehen, indem 
es zur strengen Reduction noting ist, die Temperatur des Quecksilbers zu 
kennen, und die Ablesung an der Scale geschieht mittelst eines Nonius oder 
Mikroscopes. Ein weiteres Eingehen auf die Construction und die Correctio- 
nen dieser Instrumente kann nicht Zweck dieser Arbeit sein, es ist hier 
genügend zu wissen, dass, als man noting fand, bei der Refraction die Baro 
meter- und Thermometer-Correctionen zu berücksichtigen, die Instrumente 
erfunden waren. In jedem Lehrbuch der Physik findet man ausserdem nähere 
Erörterungen. 
§• 9 . 
Die Theorie der Refraction von Cassini. Seine Tafeln. 
Picard’s Arbeiten. 
Cassini, geh. am 8. Juni 1625 zu Perinaldo (Nizza, Oberitalien), 
gest. 1712, lebte anfangs in Bologna, wurde aber später von Ludwig XIV. 
nach Paris berufen und zeichnete sich als erster Director der 1670 vollendeten 
Sternwarte durch genauere Theorien der Sonnenbewegung, der Finsternisse, 
der Bewegung der Jupitertrabanten und durch zahlreiche andere Entdeckungen 
rühmlichst aus. Zu Bologna schon, wohin er durch den Marquis Malvasia be 
rufen war, beschäftigte er sich mit der Construction von Sonnentafeln aus 
seinen Beobachtungen und fand, dass es unumgänglich noting sei, genaue 
Refractionstafeln zu haben. Er kannte die Tyehonischen Tafeln, er wusste, 
dass die Refraction bis zum Zenith gehen müsse und nahm sich vor, den von 
Keppler betretenen theoretischen Weg zu verfolgen. 
Er studirte die Brechung der Lichtstrahlen zwischen Luft und Glas, 
zwischen Luft und Wasser und andern Flüssigkeiten, er fand das schon 
30 Jahr früher von Snellius entdeckte Gesetz des constanten Verhältnisses 
zwischen dem Sinus des Einfalls- und Brechungswinkels, er nahm richtig an, 
dass dies Gesetz auch für den leeren Raum und die Luft gelte, er setzte vor 
aus, dass die Atmosphäre in allen Höhen gleich dicht sei, und durch die 
llorizontalrefraction von 32' 20" und die Refraction in 10 Grad Höhe gleich 
5' 28" bestimmte er den Brechungscoefficienten und die Höhe der Atmosphäre 
und nachdem er diese Grössen bestimmt hatte, entwarf er seine Tafeln. 
Es sei (Fig. 11) C der Mittelpunct der Erde O A Q, N E E' M sei die Oberfläche 
der Atmosphäre, SE, S' E' zwei Strahlen, die von den ¡Sternen ¡S, ¡8' kommen, 
in E und E' der Oberfläche der Atmosphäre werden sie gebrochen und das in 
A befindliche Auge sieht sie in der Richtung A ES 0 , A E'S'°. Die Winkel 
SES°, S'E'S'° repräsentiren den Betrag der Refractionen, ich nenne sie r, 
r', die Winkel S°EF, W. S'°E'F' sind die Brechungswinkel, die ich respec 
tive E, E' nenne, die Winkel SEE, S'E,' F' sind die Einfallswinkel = E -f- r, 
E' -f- r'. Der Radius CA sei = 1, die Höhe der Atmosphäre Aa = x, so 
Buuiins, Refraction. 3
	        
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