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verwendet und die durch die Verbrennung frei gemachte Wärme
zur Erwärmung der Luft vollkommen benützt werden kann;
k) wenn man übrigens dieser Vorrichtung solche Dimensio
nen gibt und eine solche Einrichtung trifft, daß man leicht an
jeden Ort der Darre und in deren Abtheilungen gelangen und
die da nöthigen Arbeiten vornehmen kann.
Paupie gebührt das Verdienst, bei uns zuerst eine zweck
mäßigere Construction der Malzdarren angegeben und auch aus
geführt zu haben (dessen „Kunst des Bierbrauens", 1. Band,
S. 60), welche sich nicht nur in Böhmen, sondern auch bald in
andern Ländern verbreitete. Er wendet heißen Rauch (wie bei
den alten Darren) als Erwärmungsmittel des Malzes an. Von
ähnlicher Art sind die sogenannten Niederländer Malzdarren,
bei welchen ebenfalls heißer Rauch als Erwärmungs- und Trock
nungsmittel des Malzes angewendet wird und bei beiden deß
halb nur Holz als Brennmateriale gebraucht werden kann. Ver
schieden hiervon sind die sogenannten englischen Malzdarren, bei
welchen man sich der erwärmten, das zu trocknende Malz durch
ziehenden Luft als Erwärmungs - und Trocknungsmittel des
Malzes bedient. Endlich muß noch der neuerer Zeit hier und
da eingeführten oder nur in Vorschlag gekommenen Dampf-
Malzdarren Erwähnung geschehen, wobei man den Dampf ent
weder unmittelbar unter die nicht durchlöcherten Darrplatten
streichen läßt, auf welchen das Malz liegt, oder wobei man sich
des Dampfes bloß bedient zur äußern Erwärmung der Luft,
welche nun zur Trocknung und Darrung des Malzes auf gleiche
Art wie bei den englischen Malzdarren gebraucht wird.
Alle bis jetzt gebrauchte Malzdarren lassen sich im Wesent
lichen auf zweierlei Arten zurückführen, nämlich auf
l) Rauchdarren und
2) Luftdarren. Die Dampfdarren müssen den letztern un
tergeordnet werden. Die erwähnte Ventilator-Darre von La
Chambre und Persac ist ebenfalls eine Luftdarre.
Ad 1) Die Rauchdarren werden von verschiedener Con
struction angetroffen. Die gewöhnlichste Einrichtung derselben
ist die der Satteldarren, von Paupie zuerst in Böhmen
eingeführt und später von Rietsch auch zur Darrung mit heißer
Luft eingerichtet. Das Trocknen und Darren des Malzes ge
schieht bei diesen Malzdarren auf Drahthürden oder auf
Metallplatteu, Plattenhürden (Kupfer- und Eisenblech oder