Full text: Wilhelm Olbers (2. Band, 2. Abtheilung)

Gauss an Olbers. Göttingen, 1830 November 10. 
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kommen ruhig gefeiert worden. Wird Göttingen bei Gelegenheit des 
Cordons, den dem Vernehmen nach die hannoverschen Truppen an der 
hessischen Grenze 1 ) beziehen werden, auch besetzt werden? 
Ich bitte Sie recht sehr, lieber Gauss, mir die Kleinigkeit von 
3^ Rthlr. Gold für die vertheilten Trinkgelder nicht zu schicken, son 
dern dies bis dahin anstelien zu lassen, wenn wir uns einmal persön 
lich Wiedersehen. 
No. 65i. Gauss an Olbers. [B07 
Göttingen, 1830 November 10. 
Indem ich meinen herzlichen Dank für alles, was Sie für mich und 
meinen Sohn gethan haben, nochmals wiederhole, konformire ich mich 
Ihrem Befehle, Ihnen die weit unter meiner Voraussetzung kleine 
Schuld nicht durch die Post zu erstatten, um so leichter, da ich wirk 
lich einige Hoffnung nähre, Sie vielleicht selbst noch im Laufe des 
Winters einige Tage in Bremen sehen zu können. Sollte ich nämlich, 
um mich von dem Stande der Aufnahmen genauer zu unterrichten, eine 
Reise nach Hannover machen, so würde ich gern, wenn es möglich zu 
machen ist, die von der Schnelligkeit, womit man jetzt die schöne 
Strasse nach Bremen fährt, gemachte Erfahrung benutzen, um mich 
ein paar Tage bei Ihnen zu erheitern. 
Von Benzenberg habe ich unlängst wieder einen Brief gehabt, 
nach welchem er die Reise nach Hamburg nur wegen der unruhigen 
Zeiten aufgegeben hat. Es scheint also, dass wir uns wegen seines 
Befindens beruhigen können. Wenigstens glaube ich nicht, dass ich 
etwas verschuldet habe, da ich ohnehin erst vor Kurzem ihm nur im 
Allgemeinen geschrieben hatte, dass ich ein Versehen in seinen Rech 
nungen bemerkt habe, wodurch die Resultate sich ganz entgegengesetzt 
gestalten, und dass ich mir wegen gegenwärtigen Zeitmangels die aus 
führliche Auseinandersetzung, falls er sie überhaupt wünsche, auf eine 
spätere Zeit Vorbehalten müsse. Soweit ich Hrn. Benzenberg kenne, 
wird ihn das wenig beunruhigen, und er, wenn ein anderer mit ihm 
verschiedener Meinung ist, wenigstens so lange es ihm nicht ad oculos 
demonstrirt ist, ohne weiteres voraussetzen, dass, wer von beiden Un 
recht habe, der andere sei. 
Die Art, wie ich seinen Irrthum entdeckt habe, ist sehr einfach. 
Ein blosser Blick auf die letzte oder 4. Kolumne der Tafel pag. 8 
x ) Zur Abwehr der im Kurfürstenthum Hessen-Cassel ausgebrochenen Un 
ruhen. Krm.
	        
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