Harnstoff.
355
23 *
7
saurer Kalk niederschlägt, und der Harnstoff mit dem
oxalsauren Alkali in der Lösung bleibt. Diese Verbindung
wird vom Alkohol weder gelöst noch zersetzt, und wenn
man sic in Wasser auflöst und verdunstet, gibt sie einen
dicken Syrup, welcher allmählig zu einer farblosen Salz
masse erhärtet.
Auch mit Basen verbindet sich der Harnstoff. Die
stärkeren zersetzen ihn beim Erwärmen und verbinden
sich, unter Entwickelung von Ammoniak, mit Kohlensäure;
die schwächeren aber, besonders solche Metalloxyde, die
überhaupt mit thierischen Stoffen gern Verbindungen ein-
gehen, vereinigen sich damit zu unlöslichen Verbindungen.
Man erhält sie am besten, wenn man die Auflösung eines
Metallsalzes mit überschüssiger Harnstoff-Auflösung ver
mischt, und darauf, zur Sättigung der Säure des Metall
salzes, Alkali zusetzt. Das Oxyd schlägt sich dann mit
dem Harnstoffe nieder. Pr out, welcher dieses Verhalten
entdeckte, gibt an, dafs die Verbindung des Silberoxyds
mit Harnstoff grau ist und beim Erhitzen, mit Hinterlas
sung von Silber, verpufft. Auch mit Bleioxyd verbindet
sich der Harnstoff, schon beim Digeriren seiner concen-
trirten Auflösung mit dem Oxyd. Man schreibt es dem
Harnstoff zu, dafs Kochsalz und Salmiak in den oben an
geführten, für diese Salze weniger gewöhnlichen Formen
anschiefsen. Er verbindet sich mit vielen Salzen, deren
Löslichkeit und Krystallformen dadurch verändert werden,
ohne dafs er sich durch Alkohol aus diesen Verbindungen
ausziehen läfst. Kein Metallsalz wird von der Harnstoff-
Auflösung gefällt; eben so wenig Galläpfelinfusion.
Der Harnstoff ist von Fourcroy und Vauquelin,
Prout, Berard, Prevost und Dumas analysirt wor
den. Von ihnen scheint jedoch nur Prout allein die
richtige Zusammensetzung getroffen zu haben, da seine
Analyse mit den Producten von der Zersetzung des Harn
stoffs und mit seiner Sättigungscapacität für Säuren über
einstimmt. Prout trocknete den Harnstoff bei -j-90° im
luftleeren Raum über Schwefelsäure, und verbrannte ihn
mit Kupferoxyd. Seine Analyse gab: