Full text: Lehrbuch der Thier-Chemie (4. Band, 1. Abtheilung)

Harnstoff. 
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saurer Kalk niederschlägt, und der Harnstoff mit dem 
oxalsauren Alkali in der Lösung bleibt. Diese Verbindung 
wird vom Alkohol weder gelöst noch zersetzt, und wenn 
man sic in Wasser auflöst und verdunstet, gibt sie einen 
dicken Syrup, welcher allmählig zu einer farblosen Salz 
masse erhärtet. 
Auch mit Basen verbindet sich der Harnstoff. Die 
stärkeren zersetzen ihn beim Erwärmen und verbinden 
sich, unter Entwickelung von Ammoniak, mit Kohlensäure; 
die schwächeren aber, besonders solche Metalloxyde, die 
überhaupt mit thierischen Stoffen gern Verbindungen ein- 
gehen, vereinigen sich damit zu unlöslichen Verbindungen. 
Man erhält sie am besten, wenn man die Auflösung eines 
Metallsalzes mit überschüssiger Harnstoff-Auflösung ver 
mischt, und darauf, zur Sättigung der Säure des Metall 
salzes, Alkali zusetzt. Das Oxyd schlägt sich dann mit 
dem Harnstoffe nieder. Pr out, welcher dieses Verhalten 
entdeckte, gibt an, dafs die Verbindung des Silberoxyds 
mit Harnstoff grau ist und beim Erhitzen, mit Hinterlas 
sung von Silber, verpufft. Auch mit Bleioxyd verbindet 
sich der Harnstoff, schon beim Digeriren seiner concen- 
trirten Auflösung mit dem Oxyd. Man schreibt es dem 
Harnstoff zu, dafs Kochsalz und Salmiak in den oben an 
geführten, für diese Salze weniger gewöhnlichen Formen 
anschiefsen. Er verbindet sich mit vielen Salzen, deren 
Löslichkeit und Krystallformen dadurch verändert werden, 
ohne dafs er sich durch Alkohol aus diesen Verbindungen 
ausziehen läfst. Kein Metallsalz wird von der Harnstoff- 
Auflösung gefällt; eben so wenig Galläpfelinfusion. 
Der Harnstoff ist von Fourcroy und Vauquelin, 
Prout, Berard, Prevost und Dumas analysirt wor 
den. Von ihnen scheint jedoch nur Prout allein die 
richtige Zusammensetzung getroffen zu haben, da seine 
Analyse mit den Producten von der Zersetzung des Harn 
stoffs und mit seiner Sättigungscapacität für Säuren über 
einstimmt. Prout trocknete den Harnstoff bei -j-90° im 
luftleeren Raum über Schwefelsäure, und verbrannte ihn 
mit Kupferoxyd. Seine Analyse gab:
	        
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