Full text: A - Biermolke (Band 1)

1215 BECHTEN — BECKELMANNSHAUBE 
vor weihenachten thün, daz ist von heiden hie, wir haben vil 
von heiden, etliche ding hat die cristenheit abgthon. darauf 
»rzählt er, wıe. man den Janus geehrt habe: etlich mit tanzen 
und springen, änder mit stechen und mit danreis in die stu- 
ben legen, ander mit bechten, ander das sie einander ga- 
ven schicken lebküchen, wein &c. omeisz 47°; die ander schel 
lan der narrenkappe) ist putzenantlitter (larven) tragen, das 
sein ursprung hat von den heiden..:..da must man bech: 
ten (umgehn und) wurst samlen, von Bacho kumpt das her 
pred. über das narrensch. 1520 bl. 153, nach Brants auslequng. 
in den sialuten der Straszburger schiffer (OBERLIN 103) heiszt 
es: als dann die handwerksknecht oder knaben nach alter 
gewonlieit in den winachtfirtagen gebechtet, und von einer 
stuben zu der andern, auch frummen lüten in ir hüsere ge- 
loufen sind gutzen und noisen, das sol ouch nit me sin. 
zuch Dasvropius 17° hat hächten, 302° bechten für bacchari, 
wälen, hin und wider laufen und der Bächte tag bacchanalia, 
merkwürdig ist die erwähnung des bechtens bei einem schrifl- 
steller aus Hessen, wo man sonst nichts von frau Bechte, nur 
von Holle weisz: 
summa, jeder machts auf sein best 
und feirt also des Bachus fest, 
sie rennen, stechen, ringen, fechten, 
mit aller thorheit weidlich bechten. 
B. WaLDts pdäbstl. reich 4, 10; 
und was meint AGRICOLA spr. 238° in den worlen: fahe vil an 
bächt lützel? fahr nicht wild und müszig umher? 
BECHTERMÜNZE, /f. name eines buchdruckers zu Eltvil, aus 
Jessen presse 1469 und wiederholt 1477 der unter dem lilcl ex 
Juo bekannte vocabularius lalino teutonicus hervorgieng. PAN 
ZER S. 57. 104. bedeutet hbechtermünze bachmünze, mentha aqua 
lHica oder ackermünze, mentha arvensis? 
BECK, m. gen. beckes, rostrum, schnabel, kein hd. wort, 
zondern nd., nnl. hek, franz. bec, doch mit bicken, picken. 
"ostro tundere genau verwandt: dann disz ist, wie die Sach- 
;en sprechen, rechter speck für iren beck. FıscnArT bie- 
nenk. 1%. 
BECK, m. gen. hecken, pislor, ahd, peccho d. £. pecchic 
on pachan pinsere (GraFr 3, 24), mhd, becke (BEN. 1, 76°). 
lie flezion tritt deutlich vor in der novelle von Cisli fornajo in 
Bocc. 2, 3-6, nom. beck, gen. dat. acc becken; den bhecken 
Jahin bringen. Wıckram rolle. 87°; liesz er den becken beru- 
fen. LAURENBERG acerra 231; heffen von bier. wie die becker 
zehrauchen. SEUTER 80; 
ıch mutter liebe mutter mein, 
Kein andrer soll mein eigen sein, 
sein becken mag ich nehmen, 
und heit er gleich ein tonne gold: 
jeh kauf mein‘ brot beim becken. Fıscnart groszm. 32; die 
bische becken und müller. 88; gärtner, ackersleut, graber, 
fischer, köch,' becken, bierbrauer. ScHuppPrus 715, oberdeulsche 
schriftsteller, z. b. HonsErc verwenden das wort noch späler. 
namenllich ın den zusammensetzungen brotbeck, semmelheck 
zuckerbeck u. a. m., in der schrifisprache ist es allmälich er- 
loschen und durch becker verdrängt worden, schon LUTHER 
schreibt nur becker, in dem häufigen eigennamen Beck, Böck. 
Böckh haftet aber noch die hochdeutschere form. 
BECK, nm. pelvis, gekürzt aus becken, was man sche: 
peck, pürsten, kamp, schwamm und pruch, 
H. Sacas I, 440‘; 
auch so hat er weder sib noch die seck, 
gieszvasz, angster, seichter, irachter noch kein beck. 
UHLAND 719; 
Honserc 1, 219° und ofl.‘ SCHMELLER 1, 149. MAALER 52° schresbi 
das becke, auch Kırcanor dise. mil. ein becke mit wasser, 
und schon mhd. becke. Jw. 587. 593. 
BECKE, f. pisirixz, ahd. pecchä, könnte sıch vorfinden, ob- 
ichon kein beleg zur hand ist. s. beckin. 
BECKELHAUBE, /. galea mililum, bei STIELER 206. 792 b&- 
kelhaube, pickelhaube: es wird das leben kosten denselbi 
zen die da sterben und alsdann werden sie kein beckelhaut 
uehr bedörfen. Fıscnart groszm. 141; braunschweigische glatt- 
wollige gebichte beckelhauben, darmit man die hüner auf dem 
zarten tod wirft. Garg. 119°; ja diese federfranken können den 
zanzen leib mit der heckelhauben im sturm decken. 127°. 
BECKELMANNSHAUBE, f. dasselbe: 
ich hab eın gut beckelmannshauben, 
und auch gut blodermanns handschuch, 
hab auch an ein banzere bruch, 
zum hader bin gerüstet ich. Hl. Sacaus IV. 3, 51”. 
BECKEN — BECKER 1216 
BECKEN, pungere, lundere, bicken, picken. ScHM. 1, 150° 
gleichwie die englisch sackpfeif sprecken 
und wie die reuszisch ruszpfeif hecken. 
‚  FıscHART groszm. 43; 
unser beider abconterfect 
in stein gehauen und gebeckt. AYTRER 325*. 
BECKEN, n. pelvis, labrum, mlal. bacinus, baccinus, haci- 
ıetum (Ducance 1, 526. 527), schon bei Gregor von Tours 9, 28 : 
Brunichildis quoque regina‘ jussit fabricari ex auro ac gem- 
mis mirae magnitudinis clypeum, ipsumque cum duabus pa- 
‚eris ligneis, quas vulgo bacchinon vocant, eisdemque si- 
militer ex gemmis fabricatis auro, in HMispaniam regi mittit. 
hier also hölzerne schalen, mit gold und edelsleinen verziert. 
ald. pecchin (Grarr 3, 30) und pecchi, mhd. hecke und becken 
(Ben. 1, 97°). man versieht darunter 
1) ein flaches gefäsz, um darauf wasser zu gieszen oder auch 
blut zu lassen, handbecken, fuszbecken, barhierhecken, bart- 
becken, kammerbecken, waschbecken: und nemet ein püschel 
isopen und tunket in das hiut in dem becken. 2 Mos. 12, 22; 
und Moses nam die. helfte des bluts und thets in ein becken 
24, 6; schalen, schüssel, hecken, leffel und pfannen von lau- 
term golde. 1 kön, 7, 50; das sie trinken und vol werden als 
das hecken. Zach. 9, 15; darnach gosz er wasser in ein be- 
cken, hub an den jüngern die füsze zu waschen. Joh, 13, 5 
‘welche stelle gothisch nicht einzusehn ist). dasz ein solches 
jecken auch von holz sein konnte, lehrt Gregor. 
2) flache metallscheiben zum aneinanderschlagen und erklin- 
jen, cymbalum: mit solchem klang, als wan man sonst den 
immen auf eim hecken schlägt (um sie zu locken). bienenk, 
240°; becken der spielleute; 
die hellen becken musz ich schlagen 
und ward von vielem weinen ind. CL, BRENTANO, 
3) flache vertiefung der erde oder felsen, worin wasser ent- 
halten ist, il. hacino, franz. bassin : thalbecken in einer land- 
schaft; 
Pe durch holer felsen becken weint ein bach, 
SCHILLER 8°, 
4) pelvis müliebris. die zusammenselzungen mengen- sich mil 
den alten von bhecke pistor, 
BECKENBAND, n.. verbindung der das becken bildenden 
lheile. 
BECKENBLUTADER, f. vena pelvis. 
BECKENBROT, n. beckerbrot, d. %. feil, nicht zu haus ge- 
jacken. unler den spielen führt Fıscnart 173 an: Memminger 
vokatzer heckenbrot. 
BECKENBUB, m. socius pisloris mercenarius, beckerknecht, 
eckerbursch: beckenbuhen zu Basel, fischerbuben, zu Strasz- 
5urg. Fıscnart groszm. 71; hurnauszenstürmig und hrämen- 
zchwirmig wie die beckenhiben auf der tanzlauben und dem 
'echtboden. Garg. 82". 
BECKENFÖRMIG, wie ein becken gestaltel, 
BECKENHÖLE, /. 
BECKENKNECHT, m. was beckenbub: Wiıckram rollw. 87: 
mein mann alsdann in der mül ist 
und auch mit ihm sein beckenknecht. AYRER fastn, 85°. 
BECKENMAGD, f. speirische beckenmägde. Garg. 273°. 
BECKENMOR, f. scrofa pisloris, £. e. pinguissima: und da 
nüssen sie erst fürs drittmal mit öl] geschmieret werden und 
damit sind sie ganz volkommen, wie ein andere beckenmor, 
und dörfen nit weiters, dan das sie der oberst uber das feg- 
‘eur’ auf fasznacht zu häu und für schunken in rauch auf- 
„enk. Fıscnart bienenk. 245°. vgl. beckermor. 
BECKENSAU, f. dasselbe: 
sich fullen als die beckensew. H. Sacus II. 2, 10°; 
ich hab mich bei im ausgemest 
eben gleich einer beckensaw. II. 2, 25°. 
BECKENSCHLAGADER, /. arlcria pelvis. 
BECKENSCHLÄGER, m. - 
BECKENSPREISZEL, n. ramenta ligni ad fornacem calefa- 
;endum: der knecht tregt etliche beckenspreuszel und brin- 
zende schleiszen. Avren fasin. 87°. 
BECKENWEIB, mn. pisiriz, beckerin: 
Charitas das jung becken weib. AYRER fastn, 85°. 
BECKENWERK., n. H. Sacas IV. 3, 96°. 
BECKER, m. pistor, aqgs. bäcere, nul. bakker, altn, bakarı, 
schw. bagare, dän. bagere; auch FıscnarT groszm. 49 Setzt 
nudlenbacher, coletichenhacher. und es begab sich, das sich 
der schenk des königes und der becker versündigten an irem 
herrn. 1 Mos. 40, 1; da der öberst becker sahe, das die deu- 
tung gut war. 40, 16; gleichwie ein backofen, den der becker
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.