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Croup der Mund- und Rachenhöhle. 19
sie erscheint entweder in Form kleinerer, linsen- bis erbsengrosser, um-
schriebener Ablagerungen, oder als über grössere Strecken ausgebreitete
membranöse Gerinnung von einem zarten reifähnlichen Anfluge bis zu
nieht unbeträchtlicher Dicke. Das Exsudat ist entweder rahmarlig zer-
fliessend oder von etwas festerer Consistenz, im ersieren Falle leicht ab-
streifbar , im letzteren der Schleimhaut fester anklebend, die Farbe ist
graulich-gelblich-schmutzigweiss oder speckartig, eine dunklere Färbung
ist öfters Folge von beigemengtem Blute (hämorrhagisches Exsudal) bei
längerem Bestande ist sie dagegen öfters durch zufällige äussere Verun-
reinigungen und angewendete Mitiel bedingt. Die unterliegende Schleim-
haut ist dunkel geröthet, excoriirt, selbst seicht exulcerirt und bedeckt
sich nach Entfernung des Exsudats bald wieder mit einer neuen ähnlichen
Schichte. Die Schleimhaut in der Umgebung zeigt sich gewöhnlich auf
eine gewisse Entfernung im Zustande von Röthung und Schwellung. Nicht
selten pflanzt sich der croupöse Process auf den Pharynx, den Oesopha-
gus, die Nasenhöhle, doch selten auf den Larynx fort (während der La-
rynxcroup ziemlich häufig auf die Mundhöhle übergreift).
AETIOLOGIE.
S. 27. Der Rachencroup ist manchmal eine primitive und selbst-
ständige Krankheit und scheint in solchen Fällen durch atmosphärische
und andere unbekannte Einflüsse zu entstehen. Oelters ist die Krankheit
eine secundäre und entsteht durch Weiterverbreiten des croupösen Proces-
ses vom Larynx aus, insbesondere bei Kindern, was in manchen Epide-
mien des Larynxcroups häufiger, in anderen seltener der Fall ist, oder sie
ist die Localisalion eigenthümlicher Allgemeinkrankheiten, die das Enisie-
hen eroupöser Entzündungen auf Schleimhäuten im Allgemeinen begünsti-
gen, sie ist dann nicht selten zugleich mit ähnlichen Exsudationen auf an-
deren Schleimhaulpartien vergesellschaftel. Zu diesen Krankheiten gehören
besonders die Pyämie und jene Krankheiten, die zu ihr Veranlassung ge-
ben, dann der Typhus, das Puerperalüieber, die acuten Exantheme, die
Tuberculose, der Krebs, schwere Pneumonieen. Endlich finden sich erou-
pöse Exsudalionen häufig als Theilerscheinung bei anderen Formen der
Schleimhautentzündung, so z. B. bei der calarrhalischen, der mereuriellen
und syphilitischen.
Der Rachenceroup in seiner primitiven Form ist im Allgemeinen keine
sehr häufige Krankheit, die secundäre Form hingegen ist keineswegs sel-
ten, er kann bei Individuen jeden Alters in jedem Geschlecht vorkommen,
bei Säuglingen ist er sehr selien und dann meist Folge von pyämischen
Zuständen. Was in den meisten Lehrbüchern über die epidemische Ver-
breitung der Krankheit angegeben wird, bezieht sich mehr auf die diph-
theritische Form. Die Contagiosität der Krankheit ist durchaus unwahr-
scheinlich und unerwiesen.
SYMPTOME, VERLAUF, AUSGAENGE.
8. 28. Bei der Besichtigung der Mundhöhle bemerkt man an zer-
streuten Stellen oder in grösserer Ausdehnung, an der Zunge, am Zahn-
fleische, am häufigsten aber an den Tonsillen, den Gaumenbögen, der
Uvula, dem Rachen und der inneren Wangenfläche, die oben beschriebene
rahmartige oder, festere Gerinnung mit den dort angegebenen Veränder-
ungen der Schleimhaut. Bei bedeutenderer Exsudation sind nicht selten
auch die Submaxillardrüsen und die Parotiden consensuell angeschwollen.
Ist die Exsudation nur auf kleine Stellen beschränkt, so sind die lo-
calen Beschwerden meist sehr gering und beschränken sich auf ein leich-
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