‚099 BANDE — BANDHAKE
1) cohors, caterva, turba, fruppe; gesellschaft von soldaten,
:chauspielern, musikanien, rdubern u. s. w.: etliche fendlin
andsknecht, auch etliche bände und geschwader reuter. LAnz
Karl 5 s. 530 (a. 1554); allein fertigt. er etliche ab, die seine
ordenliche hände und regiment, so auf den festungen ... in
besatzung und bestallung lagen, zusamen forderten. Garg.
263°; etliche der auszgefallenen bände, die dem geschütz ent-
zangen waren, setzten dapfer in unser volk. 265°; damit der
chor, welcher diese lieder sang, manchmal ruhen und athem
schöpfen könnte, fiel Thespis darauf eine interessante bege-
benheit dazwischen von einem aus der bande erzählen oder
vorstellen zu lassen. -LEessinc 6, 343; nicht genug, dasz sich
lie freimäurer einer den andern unterstützen, denn das wäre
nur die nothwendige eigenschaft einer jeden bande. was thun
sie nicht für das gesammte publicum jeden staats, dessen
glieder sie sind! 10, 258;
selbst die wülhenden
Burgundier, die mordgewohnten banden. SCHILLER 455°;
sie habe sich während der plünderung und niederlage um
lie gunst des anführers der hande bemüht. GörtHE 19, 49; dic
‚äuberische bande. 19,65; Napoleon stürzte sich mit der gan-
zen masse dieser von leidenschaftlichem rachedurst glühen-
den banden auf die Preuszen. BECcrkERS wellg. 14, 385; eine
bande diebe, landstreicher, zigeuner, eine spielbande. ebenso
nnl. eene bende ruiters, eene hende toneelspelers, struikro-
‚ers. die belege zeigen, dasz die benennung von geselizlichen,
ınständigen vereinen ausgegangen, allmälich den schein des
ınrüchigen und gemeinen auf sie fallen läszt, der auch schon
mit haufe verbunden ist, sich aber in trupp oder truppe noch
verslärkt., ScHiLLER wechselt mit beiden: räubertrupp 119°
einer von der bande. 120°.
2) margo, fascia, streife und rand im gewebe, vgl. banden-
laden, bandentritt. bande, teppich oder tapele. bande, rand
am billard, franz. rehords du billard: die bande halten, bei
gewissert slöszen den leib mit dem rande gleich halten. bande
des schiffes, schmaler gang am rande, auf der seite.
Da sich kein ahd. panta, mhd. bande f. darbielet, so ist
der ausdruck vom it. banda, franz. hande herzuleiten, elwas
anders aber, dasz diese selbst auf unser binden und band zu-
rück gehen. vgl. bandum vexillum (fallernde binde) bei Pavu-
LUs DIACONUS, vgl. litt. handa, viehherde.
BANDEISEN, n. vinculum ferreum, gleichviel mit eisen-
hand: (dein weib ist) deinen henden und füszen (ein) herte
panteisen. Aısr. von EysE 2".
BÄNDEL, m. fasciola, s. bendel.
BANDELIER, m, balleus, franz. bandelier, il. bandoliera.
‚u jenem handa, bande gehörig.
BANDELN, s. bangeln.
BANDENER, s. bender.
BANDENFADEN, m. bei den webern der faden zu den streifen.
BANDENSCHAFT, m. der schafl zu den bandenfaden.
BANDENSTOSZ, m. beim billard.
BANDENTRITT, m. der trilt des webers zu den bandenschäften.
BÄNDEREICH, multos libros continens.
BÄNDERLEHRE, f. syndesmologia, lehre von den bänderr
:m menschlichen oder thierischen leib.
BÄNDERN, Ilaeniis, fasciüs insiruere: das zeug händern,
vänder einweben, eindrucken. auf der wachsbleiche das wachs
„ändern, das geschmolzene über cine walze in dünne bändeı
'aufen lassen. s. hebändern.
BÄNDERSCHUH, m.. schuh zum binden, gegensatz schnal-
enschuh.
BANDEWEIS, adv. calervalim : alle bandeweis und in fän-
ın gemustert. Garg. 263°; sich handeweis oder in bande stel-
len == zusammenslellen.
BÄNDEZAHL, f. librorum numerus.
BANDFASZ, nf. ein fasz mil weitem spundloch, zum. schwe-
feln der ba-dweiden. in der Schweiz auch: ein groszes wein-
ma83..
BANDFEST, vinculo. firmus, nagelfest: band- und nagel-
fest. 3. Pau aesth. 2, 45.
BANDFISCH, m. ‚cepola laenia, ein fisch mit streifen, banden.
BANDFRAU, f. frau, die mit band handelt.
BANDGESCHÄFT, n. handel mit band im groszen.
BANDGESIMSE, n. gesimse über dem ersten sliockwerk,
BANDGRAS, n. sireifiges gras, was auch allein. durch band
vezeichnet wird.
BANDHAKE, m. 1) haspe, um cine !Ihür mil den bäandern
BANDHANDEL -— BÄNDIGEN 1100
nzuhenken. 2) werkzeug der bötlicher, um die reife aufs
'asz zu zwängen. 3) gerälh zum umwinden starker bäume.
BANDHANDEL, m. was bandgeschäft.
BANDHÄNDLER, m.
BANDHOLZ, n. holz zu reifen.
BAÄNDIG, gui vinculo parel, qui domalur, mhd. bendec (Ben,
, 134°), von Ihieren, welchen ein band angelegt ist, und wird
lann auf andere dinge bezogen:
alt hund sind bös bendig zu machen.
1, Sacas-I, 368%, AYRER 58°;
alt hund hös pendig sind zu machen. Ill. 3, 52°. 69°;
wann alter hund zu aller frist
nit pändig recht ze machen ist. ScHwaRzEns. 127, 1. 153, 2;
leszt niemand ab von alter art,
ein alter hund schwer bendig wart. Kırcunor wendunm, 68:
denn alte hunde lassen sich
nicht bendig machen liederlich. Iayneccıus Hansoframea 2,1;
alt bund sind nicht gut hbendig zu machen. LuTRER 3, 302;
28 ist schwer alte hunde hendig und alte schelke from zu
machen. 5, 184°; ich bestätige mit meinem exempel, dasz
ılte hund schwer händig zu machen. Simpl. 2,118, ScHuppius
188; : alt hunde wöllen nicht bendig werden. PARAcEeLsus 1,
1°; dann sie hat alter füchs art, welche ubel bändig zu
nachen sein. FıscHArT bienenk. 50°; den hund sol man ben-
lig machen. weisth. 1, 658; ein alter wolf ist bös bendig zu
machen. LEnMANN 149; die pferd lassen sich bendig machen
mit sporn. ebenda; durch solchen fund macht er das och-
jenköpfig pferd nach seim willen händig, laitig und zaumge-
‚echt, also das es auf die knie fül, wann er aufsitzen wolt.
5arg. 139°; hat man doch mit ochsen und pferden gedult,
he sie hendig werden. WeEısE keuscher Jos, 94;
seid nicht so unverständig,
wie gäul und mäöuler sein, die eh nicht werden bändig,
als wenn ihr wildes maul ein scharfer zügel zwingt,
dasz ihnen blut und schaum durch beide lefzen dringt.
FLEMING 19;
so euch solche grosze strafe noch nicht bendig oder versten-
lig machen kann. Lutner 2, 278°; mit schlahen wirstu nichts
ausrichten, das du ein weib from und hendig machst. 2,355’;
welche die kriegszeit etwas im zaum hielt und bändig macht.
FRANK 21;
und wann ir nun meint sie sind bendig,
werden im augenblick sie wendig,
Sesız 20, diese reime sind FISCHARTS ;
bring in (den wilden mann) bändig mit sich her. Artrgn 276°;
und unser fleisch fein bendig halt. RıncwaLD evang. R2*;
ein weiser frommer mann macht ihm die sternen bändig.
Opıtz 4, 372;
was herr, was meister soll mit geiseln bendig machen.
Garpaıus 1, 276;
das wort beständig
macht alles bändig
was elend heiszt. GÜNTHER 298.
heule fast auszer gebrauch, desto häufiger unbändig.
BÄNDIGEN, domare, edomare, kommt erst auf, nachdem
las bändig machen unüblich geworden war und LutHER kennt
» noch gar nicht: ein wildes thier bändigen, ihm band und
saum anlegen und dann in andern anwendungen zwingen, über-
välligen :
sein herz bändigen. GRLLERT;
ron der arbeit in porphyr habe ich meldung gethan und an-
jezeiget, auf welche weise und mit was für arten von eisen
dieser stein gehändiget wird. WINKELMANN 5, 113 ;
pin der hilfe, hab erbarmen,
ändige die Aut! GortrTER 3, 451;
den zufall bändige zum glück,
ergetz am augentrug den blick. GörtHs 3, 117;
doch wenn ich dich (den bogen) einst bändige. 10,9;
und hinter ihm, im wesenlosen scheine .
Jag, was uns alle bändigt, das gemeine. 13, 170;
die frauen gewohnt sich jederzeit zu bändigen, behalten in den
auszerordentlichsten fällen immer noch eine art von fassung.
‘7, 119; der kunstreiche mann, der die ungeheuere orgel dic-
ser kirche allein zu bändigen wuste. 28, 193;. der sand ist
dort, wo ein geringes wasser flieszt, durch gärten und sonst
ınmuthige umgebung gebändigt. 31, 211; das. R nicht bändi-
zen (aussprechen) können. KumncEr 2, 262; Stolberg verstand
jamals noch nicht, sprache und vers unter sich zu bändi-
zen. Bürcer; vernunft wird durch vernunft gebändigt und in
schranken gehalten. Kant 2,562. bändigen und zähmen fal-
'en nicht immer zusammen, das zahme, gezähmle thier hat
seine wildheit ganz verloren, das gebändiglc nur solange ihm
das band aufliegtl; seine leidenschaft bändigen heiszt sie für