Full text: Entwicklungsgeschichte der mineralogischen Wissenschaften

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250 Biographische Notizen. 
  
  
stande infolge des baldigen Todes von MITCHELL und Kırwan. Indessen er- 
hielt MonHs 1802 durch Vermittlung des ersten dieser beiden eine Einladung 
des Wiener Bankiers voX DER NULL, eine „räsonnierende“ Beschreibung seiner 
bedeutenden Mineraliensammlung zu verfassen, und begab sich zu diesem 
Zwecke nach Wien, wo er 1804 außer diesem dreibändigen Werke eine 
Schrift „Über die oryktognostische Klassifikation, nebst Versuch eines auf 
bloße äußere Kennzeichen gegründenten Mineralsystems‘ herausgab. In den 
Jahren 1804—ı1810 machte er von Wien aus geognostische und bergmän- 
nische Forschungsreisen in den österreichisch-ungarischen Ländern und traf 
während des letzten Jahres in Karlsbad wieder mit WERNER zusammen, 
den er von der Unzulänglichkeit seines Mineralsystems zu überzeugen ver- 
suchte; da dies nicht gelang, entschloß er sich (wie er in seiner Selbstbio- 
graphie sagt), die Mineralogie nach seinen eigenen Ansichten „ganz neu zu 
begründen“. 1811 ging MoHs nach Graz, um im Auftrage des mit der 
Gründung des Joanneums daselbst beschäftigten ERZHERZOGS JOHANN die 
Aufsammlung der Mineralien und Gesteine Steiermarks, sowie deren Ord- 
nung und Aufstellung, zusammen mit der vom Erzherzog geschenkten 
Mineraliensammlung, vorzunehmen; zu diesem Zweck zog er 1812 als Mit- 
arbeiter den jungen HAIDINGER aus Wien heran, der bis 1822 bei ihm ver- 
blieb. In demselben Jahre (1812) wurde Mons als Professor am Joanneum 
angestellt und veröffentlichte den ersten Teil seines Werkes „Versuch einer 
Elementarmethode zur naturhistorischen Erkennung und Bestimmung der 
Fossilien‘, in welcher die bekannte Härteskala aufgestellt wurde. Nach 
sechsjähriger Tätigkeit in Graz machte Mons eine Reise durch England und 
Schottland, auf der er bei den dortigen Mineralogen für seine Lehre wirkte, 
und siedelte im Herbst 1818 als Nachfolger WERNERs nach Freiberg über. 
Hier gab er seinen „Grundriß der Mineralogie‘ (Dresden 1822—1824) her- 
aus, dessen erster allgemeiner Teil seine bereits S. 84f. besprochene Darstel- 
lung der Krystallographie enthält, während im zweiten Teile die einzelnen 
Mineralien nach seinem System beschrieben werden. In seiner Tätigkeit 
an der Bergakademie fand Monus mancherlei persönliche Schwierigkeiten und 
folgte daher 1826 einem Rufe nach Wien, wo er zuerst das Hofmineralien- 
kabinett reorganisierte und dessen Vermehrung durch die von DER NuLrsche 
Sammlung veranlaßte, sowie nach diesen u. a. vorbereitenden Arbeiten seine 
Vorlesungen im Jahre 1828 begann und bis 1835 fortsetzte. Während dieser 
Zeit gab er den allgemeinen Teil einer Neubearbeitung seines ‚„‚Grundrisses‘ 
unter dem Titel „Leichtfaßliche Anfangsgründe der Naturgeschichte des 
Mineralreichs‘“, Wien 1832 heraus, deren spezieller Teil, von Zırpe bear- 
beitet, erst 1838 erschien. 1835 wurde Mons mit den Vorbereitungen zur 
Gründung eines ‚„montanistischen Instituts“ beauftragt, welches eigene 
Sammlungen und Einrichtungen zum Unterricht in den Bergwissenschaften 
enthalten sollte. Zu diesem Zwecke unternahm er in den folgenden Jahren 
längere, mehrfach durch Krankheit unterbrochene Reisen in allen Teilen 
der Österreichisch-ungarischen Monarchie und starb auf einer solchen in 
Tirol. 
Die Hauptquelle für vorstehendes, welche auch seine Selbstbiographie 
bis 1830 enthält, ist die Schrift ‚,FRIEDRICH Moss und sein Wirken in wissen- 
schaftlicher Hinsicht. Ein biographischer Versuch“ von W. Fuchs, G. HaLr- 
MEYER und F. LEyDoLT, Wien 1843. 
25) ZuS.153: Wilhelm Haidinger, geb. 5. Februar 1795 in Wien, gest. 
19. März 1871 zu Dornbach bei Wien, wurde nach Absolvierung des Gymna- 
siums in seiner Vaterstadt Schüler von Mons, dem er 1812 nach Graz und 
auch 1818 nach Freiberg folgte (s. vorige Nummer). Im Jahre 1822 trat er
	        
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