Full text: [K. bis Z.] (2. Band)

10 Kali purum s. eausticum. Sal alkali causticus. 
Kalihydrats in Berührung mit der atmosphärischen Luft und beim Verbren 
nen des KaliumsuborydS in überschüssigem Sauerstoffgas. Es ist pomeran 
zengelb, schmilzt beim Glühen und erhält in der Abkühlung eine schuppige, 
krystallinische Textur. In der Weißglühhitze zersetzt es sich in Kali und Sauer 
stoffgas. Mit Wasser in Berührung gebracht, braust es auf, lästt Sauer- 
ftoffgas fahren und löst sich als Kali im W. auf. Wird es geschmolzen mit 
brennbaren Körpern in Berührung gesetzt, so brennen sie mit großer Lebhaf 
tigkeit und selbst Platin wird durch dasselbe oxydirt. Erhitzt man es in koh 
lensaurem Gas, so wird Sauerstoffgas ausgetrieben; es selbst wird in nicht 
völlig mit Kohlensäure gesättigtes Kali verwandelt. Es besteht aus 1 At. 
Kalium und 3 At. Sauerstoff. 
Kalium soll sich, in reinem Wasserstoffgas nicht ganz bis zum Glühen 
erhitzt, in ein graues Pulver, Wasserstoffkalium, verwandeln, dessen Existenz 
jedoch noch sehr problematisch erscheint. 
Wird das bei der Bereitung des Kaliums nach Brunner's Methode 
durch Glühen des verbrannten Weinsteins mit Kohle miterzeugte Kohlenstoff 
kalium (s. oben) in Wasser aufgelöst, so erzeugt sich Krokonsäure, Sauerklee 
säure, Kohlensäure, eine braune Substanz und Kali. Die Flüssigkeit hat eine 
pomeranzengclbe Farbe angenommen, welche an der Luft allmählig blasser 
wird, indem sich krokonsaures Kali in gelben Nadeln absetzt, während das 
sauerkleesaure Kali, welches erst später krystallisirt, das kohlensaure Kali und 
die braune Materie aufgelöst bleiben. Die Krokonsäure scheiüt bloß aus 
Kohlenstoff und Sauerstoff zu bestehen, sie kann in Krystallen dargestellt wer 
den und läßt bei der Zersetzung Kohle zurück. Die krokonsauren Salze sind 
gewöhnlich gelb gefärbt. 
Liebig (Pogg. Ann. XXXIll) fand, daß sich diese Kohlenstoffverbin 
dung auch darstellen läßt, wenn man reines und trocknes Kohlenoxydgas 
über schmelzendes Kalium leitet. Die Vereinigung beider findet unter Feuer 
erscheinung statt, und die gebildete Substanz kann leicht vom Glase des Appa 
rats, worin der Versuch geschah, abgelöst werden. Noch warm in die Luft 
gebracht, eutzüudet sie sich mit Explosion; ohne Luftzutritt unter Wasser ge 
bracht, löst sie sich mit Hinterlassung von schwarzen Flocken und eines, wie es 
scheint, stark kohlenhaltigen Wasserstoffgases auf, das mit leuchtender Flamme 
brennt. Die Lösung ist zuerst rothgelb, wird aber beim Abdampfen gelb und 
setzt krokonsaures und sauerkleesaures Kali ab, gerade so, wie es mit der bei 
der Kaliumbereitung gebildeten Masse der Fall ist. Davy erhielt durch Glü 
hen einer Mengung von calcinirtem Weinstein mit — Kohle in einer 
eisernen Flasche eine dunkelgraue, schneidbare, aber dem Eisen sehr zäh an 
hängende Masse von einer gewissen Neigung zur körnigen Textur. In Was 
ser gebracht, zersetzte sich diese Substanz schnell, kohlige Materie abscheidend 
und reichlich Gas entwickelnd, wobei zuweilen oberflächliche Entflammungen 
statt fanden. Das Gas bestand aus Wasserstoffgas und dem oben (f. Hy- 
drogenium) erwähnten neuen Kohlenwasserstoff zu fast gleichen Naumtheilen. 
Diese Substanz scheint demnach ein Gemenge von Kalium rmd Kohlenstoff-
	        
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