eingeführt, der Vektor 93 der magnetischen Induktion wird durch
die induktive Wirkung auf eine Probespule definiert. So wird sein
Name und seine quellenfreie Verteilung ohne weiteres verständlich.
Vor der historisch überlieferten Anlehnung der Theorie des mag
netischen Feldes an die Wirkungen auf permanente Magnete be
sitzt diese Einführung der magnetischen Vektoren den Vorzug,
daß sie die Theorie auf gut verstandene Vorgänge gründet. Die
an permanenten Magneten beobachteten Wirkungen sind weit
weniger aufgeklärt, sie werden erst im vierten Abschnitte behandelt.
Ich habe mich bemüht, die allgemeinen Gleichungen durch
Anwendung auf konkrete, möglichst einfach gewählte Fälle zu er
läutern. So habe ich im dritten Abschnitte die Theorie der elek
trischen Resonanz und die Schwingungen gekoppelter Systeme be
handelt; diese Dinge sind für die drahtlose Telegraphie von
Interesse und bereiten die weitergehenden Entwickelungen des
zweiten Bandes vor. Ferner findet man in diesem Abschnitte die
Theorie der Versuche von E. Hagen und H. Rubens über die
Reflexion langwelliger Wärmestrahlen durch Metalle, die eine so
willkommene Bestätigung der Maxwellschen Feldgleichungen er
gehen haben. Auch den elektrischen Drahtwellen werden einige
Paragraphen gewidmet.
Wo die Elektronentheorie zu einer Modifikation der Maxwell-
Hertzschen Vorstellungen geführt hat, wird dieses angedeutet und
so die Brücke zu den ausführlicheren Darlegungen des zweiten
Bandes geschlagen.
Von Quellenangaben mußte natürlich auch in der neuen Auf
lage im allgemeinen abgesehen werden. Man wird dieses um so
eher entschuldigen, als in den betreffenden Artikeln der Enzy
klopädie der mathematischen Wissenschaften eine vollkommene Litera
turubersicht zur Verfügung steht. Ich habe mich nach Möglichkeit
an die Schreibweise der Enzyklopädie angeschlossen; so habe ich
z. B. die eckige Klammer als Zeichen des Vektorproduktes gewählt.
Ich hoffe, daß diese Neuauflage dem Buche neue Freunde er
werben wird. Anderseits glaube ich doch, trotz der vorge
nommenen Umarbeitung, dem Werke die Eigenart gewahrt und so
die alten Freunde erhalten zu haben.
M. Abraham.