Telephonie und Mikrophonie.
zwar deshalb nicht, weil zum Betriebe direkte Batterieströme ver-
wendet wurden.
Legt man an eine Telegraphenleitung in schnellem Wechsel
den positiven und negativen Pol einer Batterie an, so zeigen die
in die Leitung entsendeten Ströme allerdings einen wellenartigen
Verlauf.
In oberirdischen Leitungen, wo die Fortpflanzungsgeschwin-
digkeit der Elektrizität eine überaus grosse ist, lassen sich solche
Wellen direkt nicht nachweisen, wohl aber in einem Kabel, welches
in Folge der durch die Ladung bedingten Verzögerung in dem
Fortschreiten der elektrischen Wellen besser dazu geeignet ist.
Ebenso kann man mittels Aenderungen der Intensität eines Batterie-
stromes denselben direkt in wellenförmige Bewegung versetzen.
Diese letztere Art der Erregung von Stromwellen lässt sich auch,
wie später bei der Beschreibung des Telephons von Reis erwähnt
wird, mit Vortheil indirekt für telephonische Zwecke benutzen.
Wie aber die Erfahrung mit den Apparaten, welche unter
Zuhülfenahme derartig erzeugter Wellenströme zur Wiedergabe von
Tönen verwendet wurden, gezeigt hat, sind die wellenförmig
erregten direkten Batterieströme nicht geeignet, zu einer so ener-
gischen und genauen Wiedergabe der Schallwellen zu dienen, wie
dies zur vollen Brauchbarkeit eines Telephons verlangt werden muss.
Bringt man z. B. Aenderungen in der Stärke eines Batterie-
stromes durch geringe Schwingungen von Platten hervor, so haben
diese Aenderungen auch nur eine sehr geringe elektromotorische
Wirkung.
Kommt es, wie bei den Telephonen, aber daraufan, die geringen
Schwingungen der Platten zu benutzen, um die Aenderungen der
Stromstärke in genügend rascher und entschiedener Weise zu ver-
wenden, so wird man die Batterieströme nicht direkt verwenden,
sondern in Induktionsströme umsetzen oder durch die Schwingungen
Magnet-Induktionsströme erzeugen, da diese einen ausserordentlich
raschen wellenförmigen Verlauf bezw. veränderliche elektromotorische
Kraft besitzen.
Mit der Verwendung derartiger Ströme ist in der Telephonie
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