Dr. Gast glaubt diese auffällige Erscheinung im wesentlichen auf Re-
fraktionsanormalien zurückführen zu können. In seinen, den Beobachtungen
beigegebenen Erläuterungen äußert er sich in dieser Beziehung wie folgt:
„ Wenigstens zeigt sich in den meisten Reihen, wenn man sıe
„abendweise zusammenstellt, ein unverkennbarer zeitlicher Gang,
„Stets in gleichem Sinne die Polhöhe beeinflussend.
Datum
August 25
Sept.
Sept. 11
el
|! Stand
a EEE
Co
225/29
45
4}
22 /2
45
6 {a
o‘
Gruppen-
Mittel
44.17 |
44.76)
Fi
44.56
44.68
44.55 |
45.04
44.961
'
Datum
Sept. 16
Sept. 18
Sept: 19
| Stand
671,
99
112!/
/2
135
90
1121/
135
1471
1471,
Gruppen-
Mittel
43:56]
45.25
45.47)
47:02)
44.50
44.55)
44.02]
44.59
44.38)
„In vorstehender Tabelle sind die Gruppenmittel jedes Abends
„nach der Zeit geordnet. Bemerkenswerterweise ist die Polhöhe der
„Zuerst beobachteten Gruppe, zumal an den 4 letzten Abenden, be-
„trächtlich kleiner als die Polhöhen der späteren Gruppen. Ich glaube,
„dass diese Erscheinung auf Refraktionsstörungen zurückzuführen ist,
„Welche erst längere Zeit nach der Öffnung der Bude ihren Ausgleich
„finden. Man hätte also bei späteren Beobachtungen stets mehrere
„Stunden vor: Beginn den Spalt zu öffnen.
„Inwieweit neben dieser „Budenrefraktion“ noch atmosphärische
„Störungen mitwirkten, läßt sich natürlich nicht sagen; man darf sie
„aber vermuten, weil die nach dem Ausgleich der Budentemperatur
„beobachteten Polhöhen namentlich am ı1., 16. und 19. Sept. doch
„noch wesentlich von dem Gesamtmittel abweichen.
Noch deutlicher als in obiger Tabelle tritt die Wirkung der vermuteten
Budenrefraktion vor Augen, wenn man die reduzierten Kinzelpolhöhen
(Spalte 6 der Haupttabelle S. 12 ff.) abendweise nach der Zeit geordnet graphisch
aufzeichnet, wie dies auf Tafel I u. II für alle längeren Beobachtungsreihen von
I905 geschehen ist. In fast allen diesen Linienzügen ist das: abendliche
Wachsen der Polhöhe mit der Zeit, zuerst rasch, dann langsamer, deutlich
zu erkennen. Die Frage nach dem Grund dieser Erscheinung hier noch
weiter zu erörtern, scheint mir vorerst ziemlich aussichtslos; man wird sich
einstweilen mit der Erklärung durch „Budenrefraktion“ begnügen können und
entsprechende Maßregeln zu ihrer Beseitigung treffen; doch wird unter Um-
ständen das hier zusammengetragene Material bei einer späteren Diskussion
sich nützlich erweisen.