$ 3. Eintheilung der Philosophie und ihrer Geschichte. 15
SS: Auch. die Dies ist denn auch der Massstab, nach dem allein entschieden werden kann, welche
"orm ‚der ge- unter den oft sehr verschiedenartige Dinge betreffenden Lehren der Philosophen als die eigent-
»er nicht den lich philosophischen anzusehen sind, und welche andrerseits aus der Geschichte der Philo-
- . sophie auszuscheiden sind. Die Quellenforschung freilich hat die Pflicht, alle Lehren der
hilosophisch- Philosophen sorgfältig und vollständig zu sammeln, und damit der Erklärung das ganze Ma-
hichte, so ist terlal für die pragmatische, culturhistorische und psychologische Genesis derselben zu geben:
chten und zu aber der Zweck dieser mühsamen Arbeit ist doch nur der, dass schliesslich das philosophisch
ı sie erkannt Gleichgiltige als solches erkannt und dieser Ballast über Bord geworfen werde.
schichte ohne Insbesondere ist dieser Gesichtspunkt der wesentlich bestimmende für Auswahl und
riker ist, dass Darstellung in einem Lehrbuch, welches nicht die Forschung selbst geben, sondern ihre
ıicht der Fall Ergebnisse zusammenfassen soll.
les Einzelnen
EBEN $ 3. Eintheilung der Philosophie und ihrer Geschichte.
ng nicht eine | E ; . . 5 .
esselben sein Es kann hier nicht die Absicht sein, eine systematische Eintheilung der
k' den Werth Philosophie vorzutragen, denn dieselbe würde doch in keinem Falle historische
leinige philo- Ha : . R S . . .
Hesenschaften Allgemeingiltigkeit besitzen können. Die Verschiedenheiten, welche in der Be-
Versuche, die stimmung des Begriffs, der Aufgabe und der Gegenstände der Philosophie im
een Laufe der geschichtlichen Entwicklung obwalten, ziehen einen Wechsel auch der
| respektvolle Kintheilungen so nothwendig und selbstverständlich nach sich, dass dies keiner
Veisheit eines besonderen Erläuterungen bedarf. Die älteste Philosophie kannte überhaupt
te der Philo- noch keine Gliederung. Dem späteren Alterthum war eine Eintheilung der Phi-
n Principien losophie in Logik, Physik und Ethik geläufig. Im Mittelalter und noch mehr in
htbarkeit. der neueren Zeit werden vielfach die beiden ersten als theoretische Philosophie
nden, in den : N era : .
hwendigkeit: zusammengefasst und der praktischen gegenübergestellt. Seit KANT beginnt sich
ist, die ver- eine neue Dreitheilung in logische, ethische und ästhetische Philosophie durch-
STE HCE zusetzen. Doch hangen diese verschiedenen Eintheilungen viel zu sehr von dem
Behauptungen sachlichen Gange der Philosophie selbst ab, als dass es sich verlohnte, dieselben
EEE hier im Einzelnen aufzuzählen.
ze1ten 18 16€ . . . . .
| diese Kritik Dagegen empfiehlt es sich, der historischen Darstellung wenigstens eine
ren Probleme Uebersicht über den gesammten Umfang derjenigen Probleme voranzuschicken,
. welche überhaupt, wenn auch in noch so verschiedenem Masse und verschiedener
le Ansichten, . . . . S
Kriterlum der Werthung, Gegenstand der Philosophie gewesen sind, — eine Uebersicht also,
besteht: denn für welche keine systematische Geltung in Anspruch genommen wird, sondern
Sean al nur der Zweck vorläufiger Orientirung massgebend ist.
Betrachtung 1. Theoretische Probleme nennen wir alle diejenigen, welche sich
te der Philo- theils auf die Erkenntniss der Wirklichkeit, theils auf die Untersuchung des Er-
T Ausbildung kennens selbst beziehen. In der Erkenntniss der Wirklichkeit aber werden die
; oo . . . . .
ildungen sind allgemeinen Fragen, welche die Gesammtheit des Wirklichen betreffen, von den-
und Urtheils- Jenigen unterschieden, die nur einzelne Gebiete der Wirklichkeit angehen. Mit
nere Struetur n We n .
den ersteren, den höchsten Principien der Welterklärung und der auf ihnen be-
SODIIE EurO- ruhenden allgemeinen Weltansicht beschäftigt sich die Metap hysik, von
ie der Politik Aristoteles erste, d. h. grundlegende Wissenschaft genannt, und mit dem. jetzt
co darauf hin- üblichen Namen nur wegen der Stellung bezeichnet, welche sie in der antiken
te der Prinei- « . “„
hie“ (8. Aufl. Sammlung der aristotelischen Werke „nach der Physik“ einnahm. Vermöge
ehnliches gilt seiner monotheistischen Weltanschauung nannte Aristoteles diesen Wissenszweig
EEE auch Theologie. Spätere haben die rationale oder natürliche Theologie
von den „Br- auch als Zweig der Metaphysik behandelt.
Kr EA Die besonderen Gebiete der Wirklichkeit sind die Natur und die Ge-
en derienicen schichte. In der ersteren sind äussere und innere Natur zu unterscheiden: die
; Probleme, welche die äussere Natur der Erkenntniss darbietet. bezeichnet man