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Die Beurtheilung des Wetters auf mehrere Tage voraus.
schaft, welcher durch die Wetterkarte vom 4. Februar 1896
(Fig. 110) veranschaulicht wird*).
Ein aussergewöhnlich hohes barometrisches Maximum,
780 mm übersteigend, welches am 29. Januar über Irland lag,
überdeckt unsere Gegenden, charakterisirt durch stille, theils
heitere, theils neblige, sonst trockene, im Westen kalte, im
Osten milde Witterung, während in grösserer Entfernung flache
Depressionen lagern. Die deutschen Küsten liegen im Bereich
Fig. in.
Wetterkarte vom 20. Juli 1896, 8. h. a. m., Nebenk. vom 19. Juli.
der westlichen und nordwestlichen Luftströmungen, welche
vermöge ihres Ursprunges, welcher auf dem Ocean mittlerer
Breite liegt, feuchte und verhältnissmässig warme Witterung
herbeiführen; dagegen im Binnenlande (ausser in den östlichen
Gebietstheilen) wehen leichte Landwinde bei Frostwetter,
welches hauptsächlich wegen der mangelnden Schneedecke
allenthalben nur gelinde auftritt. Niederschläge fanden nur
vereinzelt an Küstenstationen statt.
Das Nebenkärtchen zu Figur 110 zeigt die Wetterlage am
*) Vgl. van Bebber: „Das Wetter in den barometrischen Maxima“ in
„Ans dem Archiv der Seewarte“ Jahrg. 1892, Nr. 4.