Choluteca —
ähnliche Gebäude errichtet; jeßt jteht in der Mitte der-
ſelben eine von Cypreſſen umgebene Kirche.
Choluteca (pr. tſ<o-), Hauptſtadt des gleihnami-
gen Departements (4691 gkm mit [1887] 43,588 Einw.,
darunter 4565 Eingeborne) im zentralamerifan. Staat
Honduras, am ſchiffbaren Fluß C., 60 km oberhalb
deſſen Mündung in die Fonſecabai des Stillen Ozean,
mit 4000 Einw. Der Handel geht über die in der Bat
liegende Jnſel Tigre mit dem Freihafen Amalapa.
Chômage- Verſicherung (franz. chômage, jpr.
ſ<homaſ<’, das Feiern, Stilleſtehen, Unbeſchäſtigtſein)
nennt man die Verſicherung gegen die Verluſte, welche
neben dem direkten, die Verſicherungs8geſellſchaſten
zum Erſaß verpflichtenden Schaden durch die aus
lehterm entſtandene Störung im Gef c<äftsbetrieb dem
Verſicherten erwachſen. Sie hat fi von Frankreich
nach Italien, Belgien 2c. verbreitet, in Deutſchland
aber noch wenig Plab gegriffen und wird bis jest
nicht ſelbſtändig, ſondern nur als Erweiterung andrer
Verſicherungen, insbeſ. der Feuerverſicherung, doh
auch der Unfallverſicherung, eingegangen.
Chomer (hebr., »Haufe«), Hohlmaß der alten He-
bräer für tro>ne und flüſſige Dinge, 10 Epha enthal-
tend. Luther überſeßt bald Malter, bald Scheffel,
bald behält ex den Namen C. bei.
Chomjaków, Alexéj Stepánowitſch, ruſſ.
Dichter, geb. 13. (1.) Mai 1804 in Moskfau, geſt. da-
ſelbſt (an der Cholera) 5. Oft. (283. Sept.) 1860, er-
hielt eine ſorgfältige Erziehung, diente 1822—25 in
einem Gardekavallerieregiment, ging dann ins Aus-
fand und hielt fich längere Zeit in Paris, wo er ſeinen
erſten dramatiſchen Verſuch »Jermak« (gedrut Most.
1832) verfaßte, und dann in den weſtſlawiſchen Län-
dern auf. 1828—29 machte ex im weißruſſiſhen Hu-
farenregiment den türfifchen Feldzug mit und lebte
dann in Moskau und auf feinen Gütern einzig der
Litteratur. Aus dieſer Periode ſtammen feine Tra-
gödie »Der Pſeudo -Demetrius8« (»Dmitrij Samo-
zvanec«, Mosf. 1833) und ſeine lyriſhen »Gedichte«
(daſ. 1844, 4. Ausg. 1888). Seine Dichtungen und
ebenſo ſeine ſpätern zahlreichen hiſtoriſchen, philoſo-
phiſchen und theologiſchen Abhandlungen, die er viel-
fach deutſch, engliſch oder franzöſiſch ſchrieb, dokumen-
tieren fi al3 Ergüffe eines, wenn auch wahrhaften,
ſo doch oft zu weit gehenden Batriotismus, der, alles
Fremde verſ<hmähend, das Gute nur im Baterlande
auffuchte und in der Machtentfaltung des Slawen-
tum, gegenüber dem Germanen- und Nomanentum,
den Beginn einer neuen Weltordnung erkennen wollte.
Dieſe Anſicht findet man am fhärfjten ausgejprochen
in ſeinem »Sendſchreiben an die Serben aus Mosfkau«
(ruſſiſch und ſerbiſch, Leipz. 1860). 1846—47 machte
er von neuem Reifen durch ganz Europa und legte
nach ſeiner Rückkehr die Reſultate ſeiner Beobahtun-
gen in der ſlawophilen »Russkaja Besêda« nieder,
an deren Herausgabe er ſeit 1856 den thätigſten An-
teil nahm. Von 1858 bis zu ſeinem Tode war er
Präſident der »Moskauer Geſellſchaft ruſſiſcher Litte-
raturfreunde«. Eine Sammlung ſeiner Werke, her-
ausgegeben von J. Samarin, erſchien in Moskau
1861 ff. in 4 Bänden (Bd. 2, Prag 1867; Bd. 1 u. 3
in 2. Aufl., Miosf. 1880).
Chon, eine ägypt. Gottheit, dem griechiſchen He-
rafles entſprechend; ihm ſoll die Nilmündung bei Ka-
nobos geweiht geweſen ſein.
Chonä, Stadt, |. Koloſſä.
Chondodendron Ruiz. et Pav., Gattung der
Menifpermaceen, fhlingende Sträucher mit großen
Artikel, die unter C vermißt werden,
Chonosinſeln. 109
pfeil- oder herzförmigen Blättern, achjel= oder end-
\tändigen Blütentrauben und geitielten Steinfrüchten.
Bon den ca. jech8 füdamerifanifchen Arten Liefert C.
tomentosum R. et P., in Peru und Braſilien, die
Pareirawurzel (Grieswurzel), welche als wirt-
ſamen Beſtandteil Peloſin enthält und arzneilich benußt
wird. Die falſche Pareirawurzel ſtammt von Cissam-
Chondren , |. Meteorſteine. [pelos Pareira.
Chondrin (Knorpelleim), ein dem Leim ähn-
lichex Stoff, der durch anhaltendes Kochen mit Waſſer
aus allen nicht vexknöchernden Knorpeln, aus Knochen
vor ihrer DOfiifiation, aus den Hautfnochen und der
Hornhaut des Auges, am beiten aber aus den Rippen-
fnorpeln erhalten wird, indem man dieſe reinigt und
anhaltend mit Waſſer kocht. Es gleicht in ſeinen Eigen-
ſchaften ungemein dem Leim (Glutin) und beſteht aus
einer lo>ern Verbindung von Glutin mit <hondroit-
\<wefelſauxen Alkalien. Beim Digerieren von echtem
Knorpel mit Magenſaft entſteht eine Verbindung
von Leimpepton mit Chondroitſhweſelſäure
C,H; NSO,,, welch leßtere nicht iſoliert werden kann
und beim Kochen mit Säureneine Amidoſäure, Ch on-
droſin C,„„H,„NO0,, abſpaltet. Mit verdünnter Salz-
ſäure gekocht gibt &. neben ftickitoffhaltigen Subitangen
einen Schwer vergärbaren Zuder, Chondroglykoſe.
Das C. entſteht überall aus dem Chondrogen;
dieſes liefert aber, wenn man es mit Kalihydrat be-
handelt und dann das Kali wieder fortſchafft, beim
Kochen mit Waſſer niht mehr C., ſondern Leim.
Chondrit, j. Meteoriteine.
Chondrites Sternb., foflile Seetanggattung mit
vielfach verzweigten Formen, findet fi vom Silur
bis Tertiär und gilt als Leitfoffil für Unterftlur, Unter-
devon, Jura und das untere Tertiär der Voralpen.
Chondrîtis, Knorpelentzündung.
Chondrogen, j. CHondrinund Leimgebende Materien.
Chondroglykoſe (gried).), |. Chondrin.
Chondroiten, ſoviel wie Schleimiteine.
Chondroitſchwefelſäure, |. Chondrin.
Chondrologie (grie<.), Lehre von den Knorpeln.
Chondrôma , |. Knorpelgeſ<hwulſt.
Chondropteryglü, \. Fiſche.
Chondroſe (griedh.), Verknorpelung.
Chondrojin, j. Chondrin.
Chondrus Lam. (£norpeltang), Ulgengattung
aus der Ordnung der Florideen, |. Carragaheen.
Chonötes, j. Armfüßer.
Chonia, in den ältern Zeiten ein Landſtrich an
der ſÜdöſtlichen Küſte Jtaliens, welchen vor den grie-
chiſchen Anſiedelungen die Chones (deren auch in
Epirus vorkommender Name auf illyriſchen Urſprung
weiſt) bewohnten. Derſelbe umfaßte die öſtlichen
Apenninenabhänge Lukaniens zwiſchen den ſpätern
Städten Siris und Kroton.
Choniátes, Niketas Akominatos, byzantin.
Geſchichtſchreiber, |. Nitetas 1).
Chonosinfeln (pr. t<h5-, Guaytecasinſeln),
Archipel der chilen. Provinz Chiloe, zwiſchen der Jn-
ſel Chiloe im N. und der großen Halbinſel Taytao
im S., beſteht aus 45 größern Jnſeln und unzüh-
ligen Inſelchen und Klippen, zuſammen 12,200 gkm
(221,5 QM.) groß und von 800 Chonosindianern be-
wohnt. Sie beſtehen im O. aus altvulkaniſchem Ge-
ſtein, im W. aus Glimmerſchiefer, ſind hoch mit ſhnee-
bede>ten Berggipfeln und reich an Wald und wilden
Kartoffeln; die Tierwelt iſt dagegen arm, das Klima
gleicht dem des Feuerlandes. Die größte Jnſel, Mag-
dalena, iſt im Motalat 1660 m hoh, 2225 qkm
find unter K oder Z nachzuſchlagen.