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12. Kapitel 
Abluft saugt man durch eine Schicht von A-Kohle, wo die Lösungsmittel adsorbiert 
werden, bis die Kohle damit gesättigt ist. Durch Erhitzen und Abpumpen oder 
durch Behandeln mit Dampf wird dann der Kohle das „Adsorbat‘‘ entzogen, und 
beide können von neuem verwandt werden. 
Die Adsorption ist anderen Verfahren zur Anreicherung eines Stoffes dann 
überlegen, wenn besonders kleine Konzentrationen erfaßt werden sollen. Will 
man einen Stoff aus einer Lösung oder einem Gasgemisch durch Abkühlung 
oder durch ein chemisches Fällungsmittel abscheiden, so ist dies niemals voll- 
ständig möglich, denn die Abscheidung findet nur so lange statt, wie die Lösung 
oder das Gas mit dem betreffenden Stoff übersättigt ist. Die Grenze der Ab- 
scheidungsmöglichkeit ist erreicht, wenn die Mutterlauge oder das abgekühlte 
Gas mit dem abzuscheidenden Stoff gesättigt ist. Da, im Gegensatz hierzu, 
Anreicherung durch Adsorption auch aus ungesättigten Lösungen und Dämpfen 
erfolgt, besteht für die Adsorption eine derartige Grenze nicht. Eine gewisse 
Einschränkung gilt allerdings insofern, als bei Gasen die Adsorption im all- 
gemeinen um so leichter erfolgt, je höher der Siedepunkt des Adsorbats liegt. 
Helium, Wasserstoff und Kohlenoxyd werden deshalb bei Zimmertemperatur 
praktisch nicht adsorbiert. 
Gasmasken zum Schutz gegen giftige Gase beruhen ebenfalis auf der Adsorp- 
tion des Gifts durch A-Kohle. Zum Schutz gegen staubförmige Giftstoffe — sog. 
Schwebestoffe —, die durch Adsorptionsmittel nicht gebunden werden, dient eine 
Schicht von Zellstoff. Gegen Kohlenoxyd schützen nur Masken, in denen das 
Gas katalytisch durch ein Gemisch von Braunstein und Kupferoxyd zu Kohlen- 
dioxyd verbrannt und letzteres chemisch gebunden wird. 
Kohle ist gegen Luft und Wasser weit widerstandsfähiger als Holz. Pfähle, welche 
in die Erde oder ins Wasser eingesenkt werden, verkohlt man daher häufig ober- 
flächlich. um sie haltbar zu machen. 
Diamant, Graphit und Ruß als verschiedene Formen des Elements Kohlenstoff. 
Es erscheint befremdend, daß der weiche schwarze Ruß und der mattgraue, 
weiche Graphit ebenso reiner Kohlenstoff sind. wie der harte, farblose, glänzende 
Diamant. Und doch ist dies zweifellos der Fall, denn mar. erhält aus gleichen 
Gewichten Diamant, Graphit und Ruß beim Verbrennen die gleiche Menge 
Kohlendioxyd und zwar genau so viel, als sich aus dem Gewichte der verbrannten 
Substanz unter der Annahme berechnet, daß diese nur aus Kohlenstoff be- 
stand. Hieraus folgt, daß die genannten drei Körper alle aus freiem, elementarem 
Kohlenstoff bestehen, und. daß dieser in drei recht verschiedenen, sog. allotropen 
Formen auftreten kann. 
Physikalische Eigenschaften des Kohlenstoffs. Das spezifische Gewicht des 
Kohlenstoffs ist bei den verschiedenen Formen sehr verschieden. Der Diamant 
als dichteste Form zeigt ein solches von 3,5, während jenes des Graphits zwischen 
2,1 und 2,3 und das der anderen Formen des Kohlenstoffs meist zwischen 1,6 
und 2,0 liegt. 
Graphit und amorpher Kohlenstoff leiten den elektrischen Strom gut, Diamant 
aber ist ein Nichtleiter. 
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