430 II. Teil: Lehrgänge, Lehrproben, Lehrpläne.
Indem die herkömmlichen Klassenzahlen der preußischen und öster-
reichischen Schulen unten folgen, drücken sie also nur ebenfalls einen
Wunsch aus: es möchten in gerade diese Lebensjahre jene Lehrstoffe
Eingang finden, soweit dies nicht ohnehin schon jetzt der Fall ist. Denn
immerhin sind die nachfolgenden Lehrpläne (wiewohl sie z. B. von
dem in Österreich seit 60 Jahren für Mathematik stabil gewesenen
stärker abweichen als die neuen Lehrpläne irgendeines anderen Schul-
iaches von den alten) doch so konservativ gehalten, als es die päd-
agogisch-didaktischen Überzeugungen ihres Verfassers zugelassen haben.
— Aber gerade indem sie sich nunmehr den Lehrplänen keines einzigen
Staates völlig anschließen, mögen sie einen pädagogischen Impuls für
künftige „Einheitslehrpläne“ auch noch in einem anderen Sinn darstellen:
in dem gewiß nicht allzu utopischen, daß auch die einzelnen Staaten
voneinander und von einer nicht verstaatlichten Didaktik soviel als je-
weils möglich sich bei künftigen Neugestaltungen anregen lassen.
Zur nebenstehenden Lehrplan-Tafel.
Den Lebensjahren nach entsprechen einander im. großen ganzen
lie „Jahrgänge“ des nebenstehenden Lehrplan-Entwurfes und {fol-
zende Klassenzahlen in Preußen und Österreich:
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Preußen
Gymn., Realgymn.
u. Oberrealschulen
neunklassig
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Österreich
Oberrealschule
siebenklassig
jymn., Realgymn.,
Reform-Realgymn,
achtklassir
Vorbereitungsklasse
(vgl. S. 50 und S. 56).
(Der Eintritt in die Real-|
schule erfolgt in der Regel
i Jahr später als ins Gym-)|
nasium.)