fullscreen: Joh. Müller's Lehrbuch der kosmischen Physik (Ergänzungsband)

  
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32 Erstes Buch. Erstes Capitel. 
Es sei z. B. auf Tab. IV. & Leonis aufzusuchen. Seine Rectascen- 
sion ist 10% 3m (die Secunden müssen bei der Kleinheit der Karte unbe- 
rücksichtigt bleiben) oder 150° 45’; man geht also vom Frühlingspunkte 
aus auf dem Aequator nach der Linken bis zu dem Punkte, welcher 
150°/, Grad entspricht, errichtet in demselben ein Perpendikel, auf 
welchem man dann mit dem Zirkel die Declination von 12!/, Grad nach 
Norden abzumessen hat, um den Ort des Regulus zu finden. 
Mittagsrohr und Mittagskreis. Wir müssen nun sehen, auf 
welche Weise Rectascension und Declination der Gestirne mit Genauig- 
keit ermittelt werden kann. 
Wenn ein Fernrohr so aufgestellt ist, dass es nur in einer verticalen 
Ebene bewegt werden kann, welche genau in die Ebene des Meridians 
fällt, so kann man an diesem Instrumente mit Hülfe einer guten Uhr 
genau den Zeitpunkt beobachten, an welchem irgend ein bestimmter 
Fixstern den Meridian passirt. 
Man kann eine solche Beobachtung selbst bei Tage machen; denn 
obgleich man, während die Sonne am Himmel ist, die Sterne mit blossem 
Auge nicht sieht, so sind doch durch ein Fernrohr bei Anwendung hin- 
reichend starker Vergrösserungen am Tage Sterne erster, zweiter, ja selbst 
dritter Grösse sichtbar. 
Hat man nun an einem Tage die Culmination zweier Sterne beob- 
achtet, so ist die Zeit (nach Sternzeit gemessen), welche zwischen der 
Culmination des ersten und der des zweiten verstreicht, die in Zeit aus- 
gedrückte Differenz der Rectascensionen beider Sterne. 
Hätte man z. B. an einem bestimmten Tage die Culmination von 
0% Arietis an einer nach mittlerer Sonnenzeit gehenden Uhr um 4% 30m 18° 
Nachmittags beobachtet, die Culmination von & Tauri aber um 6% 58m 398, 
so ist der fragliche Zeitunterschied 2% 28= 148 mittlerer Sonnenzeit oder 
2b 28” 38° Sternzeit. Die Rectascension von « Tauri wäre demnach um 
2b 28m 38° oder als Winkel ausgedrückt um 37° 9’ 30” grösser als die 
Rectascension von & Arietis, d. h. mit anderen Worten, der Stundenkreis 
von & Arietis macht mit dem Stundenkreise von & Tauri einen Winkel 
von 379 9’ 30". 
Ist also nur für einen einzigen Stern die Rectascension, d. h. der 
Abstand seines Stundenkreises vom Frühlingspunkte, bekannt, so kann 
man, von diesem Sterne ausgehend, nach der eben angegebenen Weise 
leicht die Rectascensionen aller übrigen Sterne ermitteln. Auf welche 
Weise aber der Abstand irgend eines Stundenkreises vom Frühlings- 
punkte bestimmt wird, das kann erstim dritten Capitel besprochen werden. 
Um die Declination eines Sternes zu bestimmen, hat man nur das 
Fernrohr so zu richten, dass der Stern zur Zeit seiner Culmination ge- 
rade hinter dem horizontalen Faden des Fernrohrs steht, und dann die 
Höhe des Sternes an dem Verticalkreise abzulesen; zieht man von dieser 
Höle den Winkel ab, welchen der Aequator mit dem Horizont macht, 
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