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deutlichen Worten ausgesprochen zu lesen, was man auf der ru
higen Studirstube leicht selbst ergänzt, und wiederholtes Erinnern
an practisch wichtige Umstände wird da zum Bedürfnisse.
Freilich hätte wohl das Buch an Inhalt und Vortrag gewin
nen können, wenn ich noch einige weitere Jahre auf seine Ausfei-
lung verwendet hätte. Dies glaubte ich aber aus zweien Gründen
nicht thun zu dürfen.
Erstlich nämlich scheint es mir da, wo eine neue Disciplin
ins practische Leben einzuführen ist, gar nicht so sehr darauf an
zukommen, dafs das Lehrbuch schon in möglichster Vollendung
ausgearbeitet auftrete, sondern vielmehr darauf, dafs nur erst
einmal die Grundlage vorhanden sey, auf welche sich weiter fort
bauen und der Faden, an welchen sich weitere Untersuchungen
und Ausführungen anknüpfen lassen. — Sehr zu wünschen wäre
es in dieser Hinsicht namentlich, dafs die practische Geometrie
schon eine für sie besonders bestimmte Zeitschrift besäfse, wo
zu freilich, nach einigen von mir gemachten Erfahrungen, für jetzt
noch wenig Hoffnung zu seyn scheint.
Sodann aber ist der Mensch nicht Herr seiner Zeit und sei
nes Lebens. Sollte ich nun aber, nach dem oft wiederholten
Wunsch ehemaliger Zuhörer, und nicht ohne Aufmunterung sach
kundiger Freunde, meine Vorlesungen über practische Geometrie
im Drucke herausgeben, so mufste damit einmal ein Anfang ge
macht werden und somit fing ich mit dem letzten Theile an. (Der
Titel, der das gegenwärtige Buch als solchen bezeichnet, wird
seiner Zeit nachgeliefert werden.)
Mit dem letzten Theile aber machte ich den Anfang
deshalb, weil ich meine ehemaligen Zuhörer und diejenigen Prac-
tiker, die sich meines Rathes bedienen wollen, doch vorerst in
den Stand setzen mufs, überall da durchzukommen, wo ich selbst
bisher in der Praxis durchgekommen bin.