Von A. Salmojraghi. 95
Nehmen wir an, eine Ablesung mit dem Mikroskop am Vertikal-
kreis gemacht zu haben, und dass der Mittelpunkt der Theilung mit
dem Mittelpunkt der Rotation nicht übereinstimmt. Es sei L die Ab-
lesung, e der grósste Fehler der Excentricität, A der Winkel, welchen
die Gerade, durch die beiden Mittelpunkte gehend, einschliesst, mit
der Direction von der Geraden, welche durch den mit 0 bezeichneten
Punkt des Kreises geht, und ¢ sei der Winkel, welcher bei vollstán-
diger Centrirung gelesen würde.
Aus diesen Functionen besteht die Formel:
L= 9 — e sin (q — A).
Ist also « der Fehler der Excentricität, so ist er durch die allge-
meine Formel darstellbar:
€ — 6 (Sin q — A).
Dieser Fehler kann variren zwischen 0 und e
o. A cT
für € = À ud p= i + A.
Diese Variation ist es, welche Fehler erzeugt, denn würde & con-
stant sein, dann brauchte man bloss immer wieder diese Grösse zur
Ablesung in die Rechnung zu bringen.
Wenn wir nun aber die Grösse sin (p — A) näher betrachten
und bedenken, dass bei Verticalwinkeln nur wenige Grade zur Ablesung
kommen, so wird ein Excentricitäts - Fehler für diesen kleinen Theil
des Kreises ein verschwindend kleiner sein, d. h. der Fehler, von
welchem die Rede ist, kann eine verschwindend kleine Abweichung
von der parallelen Lage des Niveaus darstellen.
3. Die optischen. Einrichtungen. zur. Lesung der Kreise.
An das Vorangehende will ich noch einige Bemerkungen anknüpfen
über die Construction einiger Stücke, damit im Falle einer kleinen
Verletzung der Ingenieur sein Instrument auch repariren kann. Für
diesen Fall ist die Construction in den neuen Cleps sehr einfach, da-
her auch leicht begreiflich. Wie schon gesagt wurde, sind die Kreise
von sehr hartem Metall gefertigt und polirt wie die Teleskopspiegel.
Die Theilung ist auf einer kugelförmigen Fläche gemacht und zwar
fast am Rande des Kreises selbst, und ist beim grossen Instrumente
die Flàche convex, beim kleinen concav. Der Zweck der gekrümmten