Full text: [K. bis Z.] (2. Band)

8 Kali purum s. causticum. Sal alkali causticus» 
Farbe zeigt, auch etwas Manganoxyd vorhanden. Enthält es Kalk, so wird 
dieser durch kohlensaures Kali als kohlensaurer, durch sauerkleesaures Ammo 
niak als sauerklees. Kalk gefällt. Eine zu große Beimengung von kohlens. 
Kali wird an dem Niederschlag erkannt, welchen Kalkwasser hervorbringt, 
und sollte es mit Schwefelkalr'um verunreinigt seyn, so entbindet sich beim 
Übergießen desselben mit einer Säure Schweselwasserstoffgas. Schwefelsau 
res Kali und Chlor-Kalium bleiben zurück, wenn das Ätzkali mit Essigsäure 
gesättigt, die Auflösung abgedampft und aus der trocknen Masse das essig 
saure Kali mit Alkohol ausgezogen wird. Selbst aber das in einem silber 
nen Tiegel lange im Fluß erhaltene Kali greift das Silber an und nimmt 
etwas Silberoryd auf. Das trockne Kali ist das Hydrat des Kaliumoryds 
nnd enthält selbst im geschmolzenen Zustande noch 17 bis 18 PC. Wasser, 
das sich nur beim Glühen des Kalis mit Borarsäure abscheiden läßt. Im 
reinen geschmolzenen Zustande besitzt es eine weißgraue Farbe, die aber bei 
dem gewöhnlichen Ätzkali grün oder braun ist, theils von extractiven Thei 
len, theils auch von Mangan- oder Eisenoxyd herrührend. Auch können die 
verschiedenen Farbennüancen davon herrühren, daß es, längere Zeit im Fluß 
erhalten, sich aus der Atmosphäre höher orydirt und etwas Wasser hat fah 
ren lassen. Vollkommen reines Kalihydrat ist eine chemische Seltenheit und 
zum medizinischen Gebrauch auch nicht nothwendig; doch darf es mit den vor 
genannten Substanzen auch nicht in zu großer Menge verunreinigt seyn. Das 
Kalihydrat kann aber noch einen Antheil Wasser als Krystallisationswasser auf 
nehmen; denn es wird krystallisirt erhalten, wenn die Auflösung desselben bis zu 
einem sp. G. von 1,60 verdunstet und dann der Kälte ausgesetzt wird. Man 
findet setzt das Kali in großen dünnen eisklaren Krystallen angeschossen, gewöhn 
lich mit kleinen Krystallen untermengt, die aus kohlensaurem Kali bestehen, da 
während des Abdampfens etwas Kohlensäure aus der Luft hinzugetreten ist. 
Walter (lourn. lle Pharm. Juin. 1836. S. 297) übergoß 3—4 Pfund 
geschmolzenes Ätzkali mit wenig Wasser, ließ die Erhitzung vorübergehen, 
setzte dann so viel heißes Wasser zu, als gerade nöthig war, um Alles zu lö 
sen, ließ 12 Stunden stehen und decantirte dann die Flüssigkeit; der Boden 
war mit vielen schönen und durchsichtigen Krystallen bedeckt. Um diese auf 
zubewahren, muß man sie in einem Glastrichter abtropfen lassen, in ein 
Glas mit eingeriebenem Stöpsel und ins Kühle bringen. Im Vacuo neben 
Schwefelsäure effloresciren die Krystalle und werden matt. In Wasser lö 
sen sich die Krystalle unter merklicher Kälteentwicklung, dagegen in concen- 
trirten Mineralsäuren unter Wärmeentwicklung, welche bei Schwefelsäure so 
heftig ist, daß die Masse umhergeschleudert wird. In Weinsteinsäure löst 
sich das krystallisirte Kalihydrat ohne Wärmeentwicklung. In Ätzammoniak 
lösen sich die Krystalle langsam. Dabei steigen von den Krystallen aus Bläs 
chen von Ammoniakgas in die Höhe, welche aber, ehe sie die Oberfläche der 
Flüssigkeit erreicht haben, wieder verschwinden. Das krystallisirte Kalihydrat 
enthält 48,9 PC. Wasser. Ein zum chemischen Gebranch möglichst reines 
Kali kann auch dadurch erhalten werden, daß man die concentrirte Ka
	        
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