Schöllkrautöl. ‚29
U Eigenschaften. Das oben erwähnte, von Keimazu unter-
MW suchte Ol hatte folgende Konstanten: d,,. 0,9279, &p-+17°6’ bis
. -+17°19’. Ganz verschieden davon waren die Eigenschaften von
\ 8 Mustern Schiuöl, die in den letzten Jahren von Japan aus nach
.. Europa gekommen sind. d,..0,870 bis 0,8952; «p,—0°51’ bis
—15°30’; S. Z. bis 0,6; E. Z. 0,5 bis 28; Gehalt an Coll, 0 65,5
bis 90°; durch Actlg. des mit 4 Vol. Xylol verdünnten Öls be-
stimmt; löslich in 1,8 bis 10 Vol. 70% igen Alkohols.
n Es bestehen zwei Möglichkeiten, durch die diese stark von
at einander abweichenden Zahlen zu erklären sind. Entweder ist
das Ol, das Keimazu in Händen hatte, von den Eingeborenen
stark mit Campheröl verfälscht gewesen und ein Teil der ge-
fundenen Bestandteile wie Campher, Eugenol, Safrol und Cineol
entstammen dem Verfälschungsmittel, oder die später untersuchten
da Proben waren keine normalen Öle, sondern Fraktionen, ‚in denen
das Linalool stark angereichert war‘).
Zusammensetzung. Keimazu hat in seinem Öl folgende Bestand-
| teile nachgewiesen: 1. Formaldehyd (Rimini-Vitalische Reak-
N dr tion). 2. d-«-Pinen (Nitrolpiperidin, Smp. 118 bis 119°). 3. Cineol
Ersatz (Bromwasserstoffverbindung, Smp. 53 bis 54°; Cineoljodol, Smp.
Ind.von 120°). 4.Dipenten (Tetrabromid, Smp. 124 bis 125°). 5. Apopinol.
nschein- Keimazu hat aus dem Öl einen Anteil herausfraktioniert, der bei der
re 190 Oxydation Citral (Elementaranalyse; Naphthocinchoninsäure, Smp.
n Autor 200 bis 202°) gab. Da das Acetat des Alkohols einen von dem des
zu den Lynalilacetats abweichenden Geruch besaß, glaubte:er einen neuen
in Ein- Alkohol vor sich zu haben, den er Apopinol nannte. Es unterliegt
rmischt aber wohl keinem Zweifel, daß er ein unreines Linalool in Händen
hendes hatte. 6. d-Campher (Smp. 176°; Oxim, Smp. 117 bis 1189.
nete es 7. Eugenol (Benzoat, Smp. 69°). 8. Safrol (Sdp. 230 bis 232°;
‚Oleum Smp. +8 bis +10°; Oxydation zu Homopiperonylsäure, Smp.
127 bis 128°; Isosafrol, Oxydation zu Piperonal, Smp. 37°).
ne mit
n jap Familie: PAPAVERACEAE.
A 310. Schöllkrautöl.
Aus trockenem Schöllkraut, Chelidonium majus L. (Familie
der Papaveraceae), erhielt H. Haensel?) bei der Destillation
') Vgl. auch Perfum. and Essent. Oil Record 3 (1912), 111, 124, 239.
®) Apotheker Ztg. 23 (1908), 279. — Chem. Zentralbl. 1908, IL. 1837,
Gildemeister, Die ätherischen Öle. Il 34
ES
sr.