Sporenbehälter. 299
vorgekommenen) Ausnahmen — rechts (im Sinne A. Braun’s, d.h. die Windungen
steigen auf der dem Beobachter zugekehrten Seite von rechts nach links in die
Höhe). Die Zahl der Spiralleisten wechselt je nach den Arten zwischen 2 (z. B.
Tr. varia) und 3—5 (z. B. Tr. fallax, chrysosperma). Schwankungen der Zahl
an derselben Röhre kommen theils durch Gabelung der Leisten , theils. dadurch
zu Stande, dass einzelne dieser das Ende der Röhre nicht erreichen. Bei manchen
Arten (z. B. Tr. rubiformis) ist der Rücken der Leiste mit stachelförmigen Fort-
sätzen besetzt. _ Trichia chrysosperma hat zwischen den Spiralleisten zahlreiche
feine, der Längsachse der Röhre parallele Leistchen, welche je zwei Spiralleisten
leiterartig verbinden (Fig. 401, ec). Bei einer verwandten Form fand Wigand
Leistchen, die sich mit den Spiralen rechtwinkelig kreuzen, bei den übrigen
Arten sind die Interstitien zwischen letzteren glatt.
In dem Sporangium liegen die Röhren des Capillitiums in grosser Zahl und
in vielen Krümmungen durcheinander gewirrt. Beim Austrocknen (oder Wasser-
entziehung durch Alkohol) strecken sie sich mehr, jedoch nie völlig gerade, um
bei erneuerter Befeuchtung wieder stärkere Krümmungen anzunehmen, und die
gleichen Erscheinungen wiederholen sich bei jedem Wechsel der Befeuchtung.
Sowohl die hygroskopische Beweglichkeit als die Spiralleisten erinnern an die Ela—
teren der Lebermoosfrüchte, obgleich diese allerdings bei genauerer Betrachtung
von den Trichiaröhren sehr verschieden sind. Letztere sind daher gleichfalls
Klateren genannt worden.
Die Sporangien der Stemoniteen (Stemonitis, Enerthenema) sind, abge-
sehen von ihrer Entwickelung, auch im reifen Zustande durch einige Eigen-
thümlichkeiten von den übrigen ausgezeichnet. Sie werden bei sämmtlichen
unzweifelhaften Arten von einem haar- bis borstendicken, nach oben allmählich
verschmälerten Stiele getragen, welcher in die Basis des Sporangiums eintritt
und, als Mittelsäule (Golumella), durch die Längsachse desselben verläuft; ent-
weder bis in den Scheitel, wo er sich bei Enerthenema und Stemonitis pumila
zu einer häutigen, der Wand fest anliegenden Scheibe ausbreitet; oder
unterhalb des Scheitels aufhört, sich gleichsam in Gapillitiumfasern spaltet.
Stiel und Columella sind röhrighohl, die Höhlung enthält Luft und Klumpen orga-
nischer Substanz. Die Wand ist dick, längsrunzelig und dunkel schwarzbraun,
letzteres entweder in ihrer ganzen Dicke oder so, dass die Aussenseite von einer
farblosen Schicht überzogen wird. Die Basis des Stiels breitet sich in eine un-
regelmässige häutige, dem Substrat aufsitzende Scheibe aus. Von der ganzen
Aussenseite der Golumella, oder, bei Enerthenema, nur von ihrer scheibenför-
migen Endausbreitung entspringen mit breiter Basis die Hauptäste des schwarz-
braunen CGapillitiums. Diese sind nach allen Richtungen wiederholt verzweigt,
die Zweige zu einem überaus reichmaschigen Netze verbunden. Nur von den
peripherischen Maschen des letzteren gehen zahlreiche feine Aeste ab, welche
sich mit freien Enden der Sporangiumwand ansetzen. Der Bau der stärkeren
Capillitiumzweige gleicht dem der Golumella, ihr Lumen steht aber mit dem
dieser nicht in Communication; die feineren sind denen von Didymium und
Diachea ähnlich. Die Sporangiumwand ist eine einfache, meist sehr zarte Mem-
bran, und gleich allen übrigen Theilen frei von Kalkablagerungen.
Bei einigen Myxomycetengattungen sind die reifen Sporenbehälter von com-
plieirterer Struetur als die beschriebenen Sporangien. Ich unterscheide die-