Full text: Der mittlere und niedere Fachunterricht im Deutschen Reich (4. Band, 3. Teil)

74 Mittleres und niederes gewerbliches und kaufmännisches Unterrichtswesen. 
Zur Beaufsichtigung des Zeichenunterrichts an den Fortbildungs- 
schulen sind in den Provinzen Hannover, Westfalen und Schleswig- 
Holstein Direktoren und Lehrer größerer Anstalten nebenamtlich als 
Revisoren angestellt worden, die die Schulen in den ihnen zuge- 
wiesenen Bezirken regelmäßig zu besichtigen und darüber an die 
ihnen als Inspektoren vorgesetzten Regierungs- und Gewerbeschulräte 
zu berichten haben. Auch ist den Inspektoren selbst eine Anzahl 
größerer Schulen unmittelbar zur Revision überwiesen worden. 
Einzelnen Regierungen sind besondere Regierungs- und Gewerbe- 
schulräte als technische Referenten beigegeben worden, die 
neben der Beratung der Regierungspräsidenten in allen gewerblichen 
Schulangelegenheiten die Aufgabe haben, den Unterricht in den 
Fortbildungsschulen ihrer Bezirke regelmäßig zu beaufsichtigen. 
Die Zahl der gewerblichen Fortbildungsschulen belief sich in 
dem alten Gebiet des preußischen Staates im Jahre 1853 nur auf 220 
mit 11011 Schülern. Durch den Anschluß von Hannover und Nassau, 
wo für diese Schulen bereits staatliche Mittel aufgewendet wurden, 
kam 1866 eine größere Anzahl hinzu und die Gewerbeordnung von 
1869 gab den Anstoß zu einer weiteren Entwicklung. Seit 1874 
wurden staatliche Unterstützungen reichlicher gewährt, die Schülerzahl 
aber zeigte besonders rasche Fortschritte in den letzten Jahren infolge 
der von der Regierung beförderten ausgedehnteren Einführung des 
Schulzwanges. So wurden gezählt: 
A . . ! . s 
mit obligatorischem | mit fakultativem 
im Tahre | 
1882 
‚899 | 
1903 
Schulen 
Schüler 
623 57 084 
1000 | 125202 
1169 * 176738 
Schulbesuch 
Schulen | Schüler 
|” 
Schulen ' Schüler 
335 ‚32558 
688 ° 76411 
997 137678 
288 
312 
172 
24 326 
48 791 
39 060 
Die Innungs- und Vereinsschulen, die kaufmännischen und die 
dem Landwirtschaftsminister unterstellten ländlichen Fortbildungsschulen 
und die Fortbildungsschulen für die weibliche Jugend sind in diesen 
Zahlen nicht mit einbegriffen. Die Zahl der Innungsschulen betrug 
am 1. Januar 1902 291 mit 14895 Schülern, die der Vereinsschulen 
(d. h. Schulen von Arbeitervereinen, Arbeiterbildungsvereinen, Hand- 
werker-Lehrlings-, Gesellen-Vereine usw.) 56 mit 6083 Schülern. 
Im Jahre 1903 kamen auf beide Kategorien 362 Schulen mit 22853
	        
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