Full text: Das Radium und die Radioaktivität

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Fünftes Kapitel. 
Wirkungen viel lebhafter, wenn die Bestrahlungen in längeren 
Zeitabständen wiederholt werden. 
Wir kommen weiter unten auf die Bestrahlungen von 
langer Dauer mit schwach aktivem Radiumsalz zurück. 
Im übrigen spielt Idiosynkrasie bei diesen Wirkungen eine 
ganz unbedeutende Rolle. 
Die Haut von Frauen und Kindern ist empfindlicher als 
die des Mannes. Das Gesicht und die oberen Glieder sind 
leichter zu beschädigen als Beine und Rücken, schließlich 
widersteht kranke Haut schwächer als gesunde. 
Anatomische Veränderungen. 
Manche Forscher glauben, daß die Radiumstrahlen auf 
den Kreislauf der Säfte und auf die Zellgewebe selber ein 
wirken. Dr. Scholtz in Breslau hat in der dortigen Klinik 
für Hautkrankheiten sehr eingehende Untersuchungen über 
die durch Röntgenstrahlen herbeigeführten anatomischen Ver 
änderungen angestellt, deren Schlußfolgerungen hier wiederholt 
und auf die Wirkungen der Becquerelstrahlen, die sehr inten 
siv wirken, ausgedehnt werden. 
1. Die Röntgenstrahlen üben vornehmlich Einfluß auf das 
Zellgewebe der Haut aus, welches zunächst erreicht wird und 
einer langsamen Entartung unterliegt, während die Bindege 
webe, Muskeln und Knorpel nur in sehr geringem Maße an 
gegriffen werden und nur in zweiter Linie leiden können. 
2. Die Entartung erstreckt sich vornehmlich auf die 
Zellen der Epidermis und viel weniger auf die Drüsen, Ge 
fäße, Muskeln und Bindegewebe. 
3. Die Weiterverbreitung der Entartung ändert sich unter 
Umständen und kann sich ebenso auf Wandung wie auf Zellen 
kern erstrecken. 
4. Sobald die Entartung der Zellenelemente einen ge 
wissen Grad erreicht hat, offenbart sich das entzündliche Sta 
dium durch Ausdehnung der Gefäße, Wassergeschwulst und 
Umsichgreifen der im Blute enthaltenen weißen Blutkörperchen. 
Wenn sodann infolge eines schärferen Eingriffs die Entartung 
des Zellgewebes weiter fortschreitet, dann sammeln sich die 
weißen Blutkörperchen an und befördern die gänzliche Zerstö 
rung des Bindegewebes.
	        
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