Full text: Bestimmung der Polhöhe und des Azimutes auf den Stationen: Spieglitzer Schneeberg, Hoher Schneeberg u. Wtrnik

Seite 
1 
1 
2 
4 
4 
5 
5 
7 
15 
21 
21 
23 
24 
24 
37 
46 
54 
54 
55 
56 
56 
73 
90 
Einleitung. 
Tn dem Generalberichte über die mitteleuropäische Gradmessung für das Jahr 1866 hat Pro 
fessor Dr. Josef Herr einen Bericht über die von ihm ausgeführten Bestimmungen von Polhöhe und 
Azimut dreier Punkte des böhmischen Dreiecksnetzes erstattet, welchen ich hier wörtlich wiedergebe 
und nur durch einige Anmerkungen ergänze. 
Nach dem zwischen den österreichischen Commissären getroffenen Uebereinkommen hatte ich 
es in den Jahren i863, 1864 und 1865 übernommen, Polhöhe und Azimut auf den Dreieckspunkten: 
Spieglitzer Schneeberg (Grenzpunkt zwischen Böhmen, Mähren und Preussisch-Schlesien), Hohe Schnee 
berg bei Bodenbach in Böhmen und Wétrnik bei Budweis zu messen. Der Mittheilung der Resultate 
mögen in Kürze einige Bemerkungen über die angewendeten Instrumente und Beobachtungsmethoden 
vorangeschickt werden. 
Die Instrumente. 
Im ersten Jahre (i863 auf dem Spieglitzer Schneeberge) war die Ausrüstung mit Instrumenten 
noch eine unvollkommene, da das in der astronomischen Werkstätte des k. k. polytechnischen Institutes 
bei Herrn G. Starke bestellte zwölfzöllige Universalinstrument nicht rechtzeitig vollendet wurde. Ich 
musste zur Azimutmessung einen älteren Theodolithen Reichenbach’scher Construction verwenden, welcher 
mir durch die Güte des Herrn Peldmarschall-Lieutenant v. Fligely zur Verfügung gestellt und erst auf 
dem Schneeberge selbst von mir übernommen wurde. Das gebrochene Fernrohr hatte 21 Linien Oeff- 
nung, der zwölfzöllige Horizontalkreis war mit Mikroskopen versehen, welche die Secunde angaben. 
Das Instrument zeigte jedoch bedeutende Mängel, namentlich in Bezug auf Festigkeit des Baues, so 
dass nur mit Anwendung äusserster Vorsicht noch erträgliche Beobachtungen erhalten werden konnten. 
Zur Messung von Zenithdistanzen tvar dasselbe nicht eingerichtet, daher die Polhöhe dieses Punktes 
nur auf Beobachtungen im ersten Vertical beruht. 
Zu letzteren Beobachtungen diente ein solid aufgestelltes Passage-Instrument mit gebrochenem 
Fernrohre von 21 Pariser Linien Oeffnung und 20 Zoll Brennweite mit Vorrichtung zum Umlegen. Die 
angewendete Vergrössernng war 44. Das Fadennetz besteht aus 11 Fäden von circa g s Distanz. Der 
Werth eines Libellentheiles ist 2" 146. Das Instrument hat dem Zwecke vollkommen entsprochen. Vom 
Jahre 1864 an kam das von Herrn G. Starke gebaute Universalinstrument zur Messung des Azimutes 
und der Zenithdistanzen zur Anwendung. Der Azimutalkreis hat 12, der Höhenkreis 10 Zoll Durch 
messer; beide Kreise sind von 5 zu 5 Minuten getheilt, und die Mikroskope geben die einzelne Secunde. 
Das gebrochene Fernrohr hat 24 Zoll Brennweite, 24 Linien Objectivöftnung; die bei allen Beobachtun 
gen angewendete Vergrösserung ist 82. Der Werth eines Scalentheiles der Hauptlibelle ist i"8go, der 
Alhidadenlibelle des Höhenkreises 2" 261. Das Instrument hat sich in jeder Beziehung vorzüglich bewährt.*) 
*) Eine Zeichnung dieses Instrumentes findet sieh in der Abhandlung: Bestimmung der Polhöhe und des Azimutes 
auf der Sternwarte in Kremsmünster, von Dr. W. Tinter. XL VIII. Band der Denkschriften der mathematisch - natur 
wissenschaftlichen Classe der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.