Full text: Die Nivellements-Ergebnisse der Trigonometrischen Abtheilung der Königlich Preussischen Landes-Aufnahme (Heft 12, Nachtrag [1])

Vorwort. 
Die kurze Skizze der Galoisschen Gleiclmngstheorie, die ich 
in der Einleitung zum zweiten Bande meines Buches „Die elliptischen 
Funktionen und ihre Anwendungen“ vor etwa vier Jahren zu liefern 
versucht habe, ließ in mir den Wunsch entstehen, eine ausführliche 
Darstellung dieser bewunderungswerten Schöpfung der Mathematik 
des vorigen Jahrhunderts zu geben. Die Erwägungen nahmen eine 
festere Form an, als ich vor etwa 2 Jahren von der Verlagsbuch 
handlung Friedr. Vieweg & Sohn die Mitteilung erhielt, daß die 
Bestände des bekannten dreibändigen Werkes von Heinrich Weber 
„Lehrbuch der Algebra“ erschöpft seien. Ich habe dieses Buch, von 
dessen erster Auflage ich seiner Zeit die Korrekturbogen mit durch 
sah, unter den neueren Lehrbüchern der Algebra immer besonders 
geschätzt, wenn ich auch nicht leugnen kann, daß mir für den 
Standpunkt eines „Lehrbuches“ der Algebra ein reinerer und en 
gerer Anschluß an die Grundauffassungen Dedekinds Tätlicher 
erschienen wäre. 
Nach längeren Überlegungen entstand der Plan zum vorliegenden, 
gleichfalls auf drei Bände berechneten Werke. Im ersten Bande 
wird man die Einwirkung von Webers Buch vielfach bemerken. 
Wenn dies auch bei den folgenden Bänden kaum im gleichen Maße 
der Fall sein wird, so habe ich doch im Andenken an die verehrungs 
würdige Persönlichkeit Heinrich Webers und in Dankbarkeit für 
die vielfältige Belehrung, die ich seinem Buche schulde, kein Bedenken 
getragen, Webers Namen in den Titel des vorliegenden Werkes auf 
zunehmen. 
Der jetzt abgeschlossene erste Band bringt die Grundlagen der 
Theorie der algebraischen Gleichungen unter Einschluß der Galois 
schen Theorie. Er schließt mit einer Theorie der „algebraisch lös 
baren“ Gleichungen, die wenigstens im Falle eines Primzahlgrades 
mit einer gewissen Vollständigkeit behandelt werden. Der zweite 
Band wendet sich zu den niedersten, nicht mehr „algebraisch“ lös 
baren Gleichungen. Es handelt sicli hier namentlich um jene
	        
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