§§ 9—10. У. Abschnitt. Schattenkonstruktionen i. allg. u. beim Haus.
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parallelen Lichtstrahlen haben den Fluchtpunkt L, alle ihre Grundrisse
haben den Fluchtpunkt L', wo L' natürlich auf dem Horizont liegt.
§ 10. Die Schattenkonstruktion im Bilde des Hauses, Vorbemerkungen.
Paralleles Licht falle von vorn links herab. Dann liegt der Fluchtpunkt L
der Lichtstrahlen unterhalb des Horizontes und rechts von der Hauptverti
kalen. 1 ) L' ist nach § 3 der Fußpunkt des von L auf den Horizont ge
fällten Lotes. Die Gründe, welche zu der für L getroffenen Wahl führten,
sind in § 19 angegeben, wenigstens zum Teil.
Der Schatten des Hauses auf der horizontalen Grundebene soll gezeich
net werden, außerdem ist zu bestimmen, welche Teile der Wände und des
Daches beleuchtet sind. Beide Bestimmungen greifen stark ineinander, denn
der Umriß des auf die Bodenfläche fallenden Schattens hängt mit der Licht
grenze am Haus zusammen.
In § 8 ist das einfachste Verfahren zur Konstruktion des auf die Grund
ebene fallenden Schattens eines Körpers besprochen. Man denkt sich die
sämtlichen Kanten schattenwerfend, den Körper aber durchsichtig. Es ent
steht ein Netzwerk von Schattenlinien der Kanten, bei dem es wesentlich
nur auf die äußersten Linien, auf dem Umriß der Schattenfläche ankommt.
Man braucht so nur wenig Raumanschauung, man kann punktweise ziem
lich mechanisch arbeiten und erhält bei ausreichender Sorgfalt doch die
Schattenfläche auf der Grundebene und die Lichtgrenze am Haus richtig.
Aber man muß manche Schattenpunkte konstruieren, die man schließlich
gar nicht braucht und die Konstruktion ist einförmig.
Interessanter und kürzer, wenn auch schwerer, ist eine andere Art vor
zugehen, die jetzt behandelt werden soll. Man sucht sich zunächst, soweit
es bequem gelingt, eine Übersicht zu schaffen, welche Kanten sicher als
schattenwerfend in Betracht kommen. Nur für die Ecken und Kanten, bei
denen diese Entscheidung schwierig wird, wendet man das vorhin geschil
derte Verfahren an, sofern nicht etwa andere Wege sich bieten. Übrigens
wird man bei diesen Untersuchungen möglichst früh zu zeichnen anfangen.
Sobald man von einigen Ecken weiß, daß sie auf die Bodenfläche oder eine
Wand Schatten werfen, wird man diesen Schatten konstruieren. Näheres
zeigt die jetzt folgende ausführliche Beschreibung der Schattenkonstruktion.
1) Man könnte leicht im Anschluß an § 20 des dritten Abschnitts und an Fig.
22a, b den Winkel ableiten, unter welchem die Lichtstrahlen gegen die Horizontal
ebene geneigt sind. Das Dreieck CL'L im Raum ist bei L' rechtwinklig und ent
hält bei C den genannten Winkel. Seine beiden Katheten sind bekannt, LL' liegt
unmittelbar vor, CL' ist gleich C°L'. Dieser Neigungswinkel der Lichtstrahlen wird
aber im folgenden nicht weiter gebraucht.
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