IV. Der $rühkapitalismus.
l. Die erfte Kapitalbildung: Die „Kinderfibel“. Die Religionzwanderungen. 2. Ritterguts-
und Bacdhtwirtjhaft: Grundrente und Fron. Ablöjung und Zeitpacht. Kommerzialifierung.
3. Bergwerfks- und Kolonialgefelljhaften: Der Verlag. Das neue Währungs- und Geldwejen.
Das Zeitalter der Fugger und der Elijabeth. Die Entjtehung der Kapitalgefelljhaft. Der
Wucheritreit. Die Erbfolge der Kolonialmächte.
1. Die erfte Kapitalbildung.
Damit ftehen wir jhon dicht vor dem Knäuel von wirtidhHaftsge[Hichtlichen
Htragen nach dem Urjprung des modernen Kapitalismus, d.h. nad den
Urjacdhen und Wechfelwirkungen der Vorgänge, die das abendländijhe Mittelalter
vor dem Schikjal der Antike bewahrt Haben, aus den lebendigen Anfängen von
Marktwirtjchaft, Geldwirt]chaft und Stadtwirtjhaft wieder in eine primitive bäuer-
lie Naturalwirtjchaft zurüdgebildet zu werden, und die eS auf der anderen Seite
über den drohenden SGegenftoß des Nachfolger von Oltrom, des Yalam, je Länger
je Jiegreidher emporhoben. Die frühefte Yuffajjung von diejen Vorgängen war
überall die unbefangene Ydeologie der jungen Kabitaliftijdhen Unternehmerkajie,
daß ihre jreiere und größere Wirt/dhaft aus den HNeineren und gebundeneren VBer-
Hältnifjen der alten Zeit durch die einfachen Mittel Herausgewachjen jet, die |Hoın
lange der Kaufmann in feinen Haus- und Familienblchern feinen Nachkommen
empfohlen hatte: Sparen und Arbeiten. Beides, wie erfichtlich ift, nicht bloß
als Mittel zu diesjeitigen und materiellen Zweden, jondern mit der religiöjen
SGefühlsbetonung kirchlicher und fjelbit älterer Sittlichkeit. Die wirt|haftsgefhicht-
ie Forjdhung der legten anderthalb Jahrhunderte Hat unter dem heiljamen
Anfporn der jozialijtijdhen Kritik dieje [romme Urfprungslegende nach allen Seiten
gewogen und, wenn nicht ganz zerftört, doch ein gut Teil zu leicht befunden. Die
Richtungen, in denen wir Heute über die naive AWbleitung unjerer heutigen Wirt-
IdhaftSordnung aus dem einfadhen Yufijtieg der Züchtigen, d.h. vor allem Augen
und Enthaltjamen, hinaus jehen, lafjen jich vielleicht am beften in zwei Gruppen
gliedern. Wir haben einmal gelernt, neben der geradlinigen Genealogie, die nur
immer von größeren Betrieben zu Heineren zurüdgeht, die Einflüjje zu unter-
iuncdhen, die dieje Genealogie von anderer Seite her, Haupt]ächlidh auZ der Land-
wirt]dhaft, empfangen hat. Und wir Haben weiter gelernt, den Kapitalijtijchen
Wachstumsvorgang, den feine Träger alz grundjäglich friedlich und hHarmonijdh
früheren SGejelljhaftsordnungen und namentlich der unmittelbar vboraufgehenden
Heudalzeit entgegenzuftellen pflegen, darauf zu prüfen, melde Rolle gerade auch
hier nichtwirt/haftlicdhe Kräfte, vor allem Bolitik und militärijdhe Gewalt,
gejpielt haben mögen.
Zwar ijt, Joviel wir jegt erfennen, daz bleibend Wahre an der alten „Kinder-
Nbel“ von der brimären Akkumulation durch Syarfamfkeit und Enthaltiamkeit, daß