Die Bestimmung der Konstruktionselemente.
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leuchtenden Punkte erzeugt, indem man einen seitlichen Schirm (in Form einer
Schneide) bis in den Achsenpunkt, in dem das Bild entsteht, verschiebt, so wird
man seitlich am Schirm vorbei diejenigen Zonen leuchten sehen, von denen
die Strahlen nicht in jenes Bild reflektiert werden. Setzt man drittens an die
Stelle des leuchtenden Punktes im Zentrum ein kleines rechtwinkliges Netz und
hinter das nahe dem Zentrum entworfene Bild des Netzes einen sehr engen
Spalt, so wird durch den letzteren jedem Teile des Netzes ein anderes Stück der
reflektierenden Fläche zugeordnet, wie etwa durch die Augenpupille jedem
Gegenstände des Gesichtsfeldes ein anderer Teil der Brille. Man wird dann,
wenn man das Bild des Netzes mit einem Mikroskop betrachtet, aus der Ver
zeichnung auf die Form und Größe der Abweichungen des Spiegels schließen
können. Genaueres s. unten auf p. 453, 463, 469 und 471.
Die beiden zuerst genannten FoucAULTschen Methoden gestatten auch bei
Verlegung des leuchtenden Punktes ins Unendliche durch einen zonenfreien
Kollimator, die parabolische Form eines Spiegels zu konstatieren und die Konstante
der Parabel zu ermitteln.
Ebenso wie diese Methoden zur Untersuchung der Form von spiegelnden
Flächen sich, wie wir noch sehen werden, meist auch auf die Untersuchung des
Korrektionszustandes beliebiger Systeme ausdehnen lassen, so kann man natür
lich auch diejenigen Methoden, die vorzugsweise für diesen allgemeineren Zweck
ausgearbeitet wurden, wie z. B. die HARTMANNSche, und die wir erst im fol
genden zu erwähnen haben werden, umgekehrt großenteils auch zur Untersuchung
von spiegelnden Flächen benutzen, weshalb hier nur auf deren Darstellung hin
gewiesen sei (p. 467).
Für ebene Flächen ist ein besonders empfindliches Kriterium ihrer Eben
heit in dem bereits p. 95 erwähnten Verfahren Oertlings gegeben. Derselbe
gab in der dort zitierten Abhandlung auch Methoden an, um den Parallelismus
zweier ebener Flächen zu kontrollieren 1 . Laurent 2 benutzte nach Fizeau
und Cornu NEWTONsche Interferenzstreifen, O. Lummer 3 die HAiDiNGERSchen
Ringe für diesen Zweck; Abbe 4 konstruierte einen Apparat, der gute planparallele
Gläser nach dieser Methode, schlechtere nach jener zu untersuchen erlaubt. Die
Anwendung der HARTMANNschen Methode zur Prüfung von Planheit und Plan
parallelität s. bei H. Lehmann, Ztschr. f. Instruméntenlo 22. 329. 1902, der
FoucAULTschen Methode bei Ritchey, Astrophys. Journ. 19. 59. 1904.
Die optische Technik verwendet, um eine vorgeschriebene Krümmung stets
in gleicher Genauigkeit zu reproduzieren, die von Fraunhofer erfundene Probe
glasmethode. Man legt auf die zu untersuchende erhabene oder vertiefte Fläche
nach sorgfältiger Reinigung ein vertieftes oder erhabenes Probeglas. Die Seite
des Probeglases, die der zu prüfenden Fläche zugewandt ist, besitzt die vor
geschriebene Krümmung und die zwischen den beiden einander sehr benach
barten Flächen entstehenden NEWTONSchen Interferenzen lassen die Gleichheit
der Krümmungen beurteilen.
Die physiologische Optik bedient sich natürlich in neuerer Zeit fast stets
der optischen Methoden. R. H. Kohlrausch 5 hat an der Cornea des lebenden
Auges mit einfachen Hilfsmitteln aus der Vergrößerung in einem Paar konjugierter
Punkte der spiegelnden Fläche und aus dem Abstand des einen Punktes von
der Fläche den Radius ermittelt. Genauer hat bei der gleichen Methode
1 Vgl. auch C. Plath, Zentralztg. f. Opt. u. Mech. 3. 265. 1882 (ref. in Ztschr. f. In-
strumentenk. 3. 172. 1883). — 2 Laurent, C. R. 96. 1035. 1883 (ref. in Ztschr. f. Instru-
mentenk. 3. 292. 1883). — 3 O. Lummer, Inaug.-Diss., Berlin 1884 oder Wied. Ann. 23. 49.
1884. — 4 S. Czapski, Ztschr. f. Instrumentenk. 5. 149. 1885. — 5 R. H. Kohlrausch,
Okens Jsis 1840. p. 886; Beitr. z. Physiol, u. Phys. d. menschl. Auges. Berlin 1841. p. 16;
s. a. F. Kohlrausch, Leitfaden der praktischen Physik. 7. Auf!. Leipzig 1892. p. 169.