Full text: Vorlesungen über Differential- und Integral-Rechnung (1. Band)

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Erster Abschnitt. Variable und Functionen. 27 
Zu bestimmteren Vorstellungen hierüber führt die Be 
trachtung des Quotienten ; derselbe kann bei einem Grenz 
üb ergange x = a, bei welchem lim y — 0 und lim y x — 0, sich 
einer bestimmten von Null verschiedenen Grenze h oder der 
Grenze 0 oder der Grenze oo nahem oder ein unbestimmtes 
Verhalten zeigen. 
In dem ersten der aufgezählten Fälle, wo also lim — = h 
und J 1 > 0 ist ^ sagt man, y und y x seien unendlich kleine 
Grössen gleicher Ordnung. 
In dem zweiten Falle, wo lim—= 0, ist — selbst ein 
' Vi ’ Vi 
Unendlichkleines, lässt sich also y als Product von zwei un 
endlich kleinen Grössen darstellen, deren eine y i ist; y conver- 
girt daher zufolge einer oben gemachten Bemerkung rascher 
gegen Null als y l7 und man drückt dies dadurch aus, dass 
man y als ein ünendlichkleines höherer Ordnung im Vergleich 
zu y 1 bezeichnet. 
In dem dritten Falle, wo lim—— oo, ist lim—= 0, 
Vi ’ V ’ 
also y 1 von höherer Ordnung in Bezug auf y, dieses daher 
von niederer Ordnung in Bezug auf y 1 . 
In dem letzten Falle ist eine Beurtheilung der Ordnung 
ausgeschlossen. 
Wenn y, y x unendlich kleine Grössen ungleicher Ordnung 
sind, so lässt sich in vielen Fällen eine positive Zahl n derart 
bestimmen, dass der Quotient — gegen eine bestimmte von 
Null verschiedene Grenze h convergirt, so dass y und y x n als 
unendlich kleine Grössen gleicher Ordnung zu bezeichnen 
wären; dann präcisirt man die Ordnung näher und bezeichnet 
y als von der Ordnung n in Bezug auf y i , oder schlechtweg 
von der Ordnung n, wenn man übereingekommen ist, y x als 
ein Unendlichkleines der ersten Ordnung aufzufassen. Da 
— h bei dem Grenzübergange lim x = a gegen Null 
Vi 
convergirt, so ist es selbst ein Unendlichkleines und möge 
mit rj bezeichnet werden; aus dem Ansätze — n — h = y folgt
	        
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