fullscreen: Geschichte der Botanik (15. Band)

584 Geschichte der Phytodynamik. 
anderen wirksamen Theilen, dringe deßhalb mit sehr großer er 
Kraft in die Röhren und Zellen, wenn er durch die Sonne er— sah 
wärmt wird. Ers 
) Im Lauf des 18. Jahrhunderts mehrte sich nach und dur 
nach die Zahl der phytodynamischen Erscheinungen, denen die We 
Physiologen mehr oder weniger Beachtung schenkten; auch wurden wãl 
wiederholt Versuche zur mechanischen Erklärung derselben gemacht, die 
die aber meist ganz ungenügend ausfielen, da man die ver— son 
schiedenartigsten Bewegungen confundirte, ihre Abhängigkeit von der 
äußeren Einflüssen nicht genau erkannte und von dem anatomi— per 
schen Bau der beweglichen Theile, bei dem gänzlichen Verfall 
der Phytotomie in jener Zeit, nur höchst unklare Vorstellungen geo 
hatte. Die wichtigste Rolle bei den Erklärungen spielte die wil 
Feuchtigkeit und Wärme, deren Wirkungsweise jedoch immer nur Er 
in ganz allgemeinen Ausdrücken angedeutet wurde; man sprach Fo 
von den mechanischen Vorgängen in der Pflanze ungefähr so, sch 
wie Jemand, der nur ganz unbestimmte Vorstellungen von den B 
Eigenschaften des Dampfes und dem inneren Bau einer Dampf— 
maschine besitzt, über die Bewegungen derselben reden würde.— ge 
Es kam der Mehrzahl der Schriftsteller, dem Zeitgeist entsprechend, pe 
offenbar mehr darauf an, im Allgemeinen nur zu bekennen, daß sei 
sie die Lebenserscheinungen der Pflanzen nicht auf ein unbe— es 
kanntes Seelenprincip, sondern auf mechanisch-⸗physikalische Ur— sel 
sachen zurückführen wollten, ohne jedoch den Erscheinungen die— l 
jenige Anstrengung des Verstandes zu widmen, welche gerade w 
auf diesem Gebiet ganz allein zu theoretischen Ergebnissen führen ð 
kann. i 
Daß Linné, der 1751 die periodischen Bewegungen der d 
Blüthen, 175 die der Laubblätter zum Gegenstand seiner Be— d 
trachtung machte, sich auf eine mechanische Erklärung derselben 
nicht weiter einließ, lag ganz in seiner Art; er begnügte sich, die 
Aeußerlichkeiten dieser Erscheinungen an zahlreichen Pflanzenarten 
zu konstatiren, sie zu classificiren und die periodischen Bewegungen 
mit einem neuen Namen zu belegen, indem er die nächtlichen 
Stellungen als Pflanzenschlaf bezeichnete; diesen Ausdruck nahm
	        
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