S Der Rhythmus.
ergibt sich das Schema des Pentameters. Offenbar würde die
strikte Durchführung des Prinzips der Wiederkehr des Gleichen,
oder der regelmäfsig geordneten Folge, diesen Pentameter in
eine Folge von zwei mal vier Daktylen verwandeln, von denen
jedesmal der erste und der dritte Träger einer Hauptbetonung
wären.
Pentameter pflegen denn nun auch nicht für sich zu stehen;
sie gelten nicht als in sich fertige, für sich allein mögliche
rhythmische Ganze. Sie lehnen sich naturgemäfs an den
Hexameter. .
Indessen auch der Hexameter verfehlt sich, und zwar, wie
es scheint, in noch höherem Grade gegen das Prinzip der
Wiederkehr des Gleichen. Nicht nur innerhalb der Hälften,
oder der elementaren Bewegungseinheiten, ist dasselbe verletzt,
sondern auch in der Folge der beiden Hälften. Die zweite
Hälfte des Hexameters hat ein anderes Ansehen als die erste. —
Darnach scheint das Prinzip der Wiederkehr des Gleichen bald
zu gelten und bald ‚nicht.
Wechselbeziehung der beiden Prinzipien.
In Wahrheit haben die beiden hier nebeneinander ge-
stellten Prinzipien jederzeit nebeneinander Geltung, jedes in
seiner Sphäre. Die Sphären aber sind verschieden,
Das erste Prinzip ist, wie gesagt, ein Prinzip der Folge,
des Fortgangs von Teil zu Teil, der sukzessive Teil zu Teil
fügenden Apperzeption. Dieses Prinzip besteht demnach, so-
fern das rhythmische Ganze eine Folge ist, sofern also in
ihm Element an Element, und Gruppe an Gruppe sich reiht.
Dagegen ist. das Prinzip der abgeschlossenen und von innen
heraus sich differenzierenden Bewegungseinheit ein Prinzip des
Ganzen, und der im Ganzen als solchem verwirklichten
Bewegung.
Das rhythmische Ganze ist aber eine blofse Folge, ledig-
lich sofern es nicht eine Bewegungseinheit ist, sondern die
Teile, die sich folgen, Selbständigkeit haben. Es fällt nicht
mehr unter den Gesichtspunkt der Folge, genau soweit in ihm
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